Auch mit steigenden Zinsen kann 2016 ein gutes Börsenjahr werden

Die ersten drei Handelswochen des neuen Börsenjahres verliefen höchst enttäuschend. Doch lassen Sie sich bitte davon nicht verunsichern! Kurzfristige Belastungsfaktoren werden die Anleger immer wieder verschrecken und zu zwischenzeitlichen Rücksetzern führen.

Doch die langfristigen Rahmenbedingungen für die Aktienmärkte bleiben gut. Vor allem dank des niedrigen Zinsniveaus, daran ändert auch die Zinswende in den USA nichts …

Zinswende: Unsicherheit ist endlich vom Tisch

Im Dezember hob die US-Notenbank zum ersten Mal seit 2006 ihren Leitzins an. Damit hat das lange Rätselraten über den Beginn der US-Zinswende (endlich) ein Ende. Unsicherheit ist immer ein Belastungsfaktor, es wird daher für die Börsen auf Dauer gut sein, dass diese Unsicherheit jetzt vom Tisch ist.

Die Zinserhöhung zeigt außerdem, dass sich die US-Wirtschaft auf einem guten Weg befindet, denn die Zinsen wurden vor allem deswegen so stark gesenkt, um die schwächelnde Konjunktur anzukurbeln.

Der Beginn einer Zinsanhebungsphase ist eine gute Börsenzeit

Entgegen der landläufigen Meinung sind (leicht) höhere Zinsen keinesfalls Gift für die Aktienmärkte. Die Statistik spricht hier ein klares Bild: Wenn Sie jeweils den Beginn der neun letzten Zinsanhebungen in den USA in den Jahren 1971 bis 2004 anschauen, werden Sie feststellen, dass die Aktienindizes in sieben von neun Fällen ein Jahr nach der ersten Zinsanhebung zugelegt haben. Nach zwei Jahren gab es sogar im Schnitt ein Kursplus von 21%.

Erst ab einem Leitzins von 5% wird es statistisch für die Börsen gefährlich

Gefährlich wird es für Aktien erst, wenn die Zinsen zu hoch werden (über 5%). Denn das würde zum einen die Attraktivität von Zinspapieren (als Alternative zu Aktien) erhöhen und es zum anderen für Unternehmen schwieriger machen, auf Pump in weiteres Wachstum zu investieren.

Ein Zinsniveau von über 5,00% wäre hingegen ein schwieriges Umfeld für Aktien, aber mit einem aktuellen Niveau von 0,25 bis 0,50% ist dies – wenn überhaupt – erst in mehreren Jahren realistisch.

Keine Alternative zur Aktie in Sicht

Bis die Zinsen auf ein für die Aktienmärkte gefährliches Niveau ansteigen, wird es noch lange dauern. Bis dahin wird noch viel frisches Kapital in die Aktienmärkte fließen. Denn es fehlt schlicht und ergreifend – wie schon in den vergangenen Jahren auch – eine ernstzunehmende Alternative zur Geldanlage in Aktien.

Das stimmt mich optimistisch, dass 2016 ein gutes Börsenjahr werden kann. Hinzu kommt, dass Aktien auch nach vier Jahren Aufschwung noch immer relativ günstig bewertet sind.

So liegt das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis im DAX bei gerade einmal 13, üblich sind hier Werte von durchschnittlich 15 bis 20. Von der Bewertung her gibt es also noch jede Menge Luft nach oben.

26. Januar 2016

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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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