Auftrag in Milliardenhöhe

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Großauftrag für CTS Eventim und Kapsch: Die beiden Unternehmen erhalten den Zuschlag für die Erhebung der Pkw-Maut (Foto: red mango / shutterstock.com)

Wenn die klare Mehrheit auf einen Großkonzern spekuliert, ist die Überraschung umso größer, wenn dann doch zwei mittelständische Unternehmen den Zuschlag erhalten. So geschehen Ende der vergangenen Woche, als bekannt wurde, dass CTS Eventim und Kapsch TrafficCom im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums zukünftig die Pkw-Maut für ausländische Autofahrer erheben werden.

Rund zwei Milliarden Euro

Dem Duo winkt dabei ein Auftragsvolumen in Milliardenhöhe, wie der Ticketvermarkter und Konzertveranstalter CTS Eventim in einer Ad-hoc-Meldung feststellte. Dem Unternehmen zufolge liegt das Geschäftsvolumen für die Betreibergesellschaft in der Summe bei knapp 2 Mrd. Euro. Unterstellt wird dabei eine Vertragslaufzeit von mindestens zwölf Jahren – wobei der Vertrag auch auf bis zu 15 Jahre ausgeweitet werden kann.

Nachdem das zweite verbliebene Konsortium aus Deutscher Telekom und dem Mautsystemspezialisten Ages offenbar kein finales Angebot mehr unterbreitet hatte – dem Vernehmen nach war ein Streit zwischen den beiden Bewerbern der Grund dafür – war das deutsch-österreichische Konsortium der letzte verbliebene Bewerber in der EU-weiten Ausschreibung um die Erhebung der Pkw-Maut.

Klare Aufgabeverteilung

Die beiden Unternehmen passen gut zusammen. Auf der einen Seite CTS Eventim, dessen Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit die Vermarktung und den Vertrieb von Eintrittskarten von Veranstaltungen wie Konzerte, Theateraufführungen und Sportveranstaltungen (Geschäftsbereich Ticketing) sowie die Planung, Organisation und Durchführung von Konzertveranstaltungen, Tourneen und Festivals (Geschäftsbereich Live-Entertainment) ist. Auf der anderen Seite ist Kapsch TrafficCom, das sich auf die automatisierte elektronische Mauterhebung und konventionelle Mautstationen konzentriert und solche sogenannten „Toll Plazas“ bereits unter anderem in Chile und den USA errichtet hat.

Damit ist die Aufgabenverteilung der beiden Partner vorgegeben: Während CTS Eventim zukünftig die Tickets für die Pkw-Maut verkaufen wird, wird der österreichische Partner für die technische Abwicklung verantwortlich sein. Die beiden Partner gründen hierzu ein Joint-Venture, an dem die beiden Gesellschaften jeweils zur Hälfte beteiligt sind.

Für beide ein Großauftrag

Für beide Unternehmen ist der Auftrag einer der größten in der Unternehmensgeschichte. Während CTS Eventim im vergangenen Jahr Umsätze von etwa 1,2 Mrd. Euro erwirtschaftet haben dürfte, lagen die Erlöse der an der Wiener Börse notierten Kapsch-Gruppe bei knapp 700 Mio. Euro. Die Aktien der beiden Unternehmen haben nach der Auftragsvergabe dementsprechend positiv reagiert.

Allerdings steht die Auftragsvergabe noch unter dem Vorbehalt, dass die Vertragsverletzungsklage der österreichischen und niederländischen Regierung beim Europäischen Gerichtshof EuGH nicht doch erfolgreich ist. Die Alpenrepublik war seit jeher einer der stärksten Kritiker der Maut und wäre mit 1,8 Mio. Deutschland-Pendlern auch besonders betroffen. Anleger, die auf den fahrenden Zug aufspringen wollen, sollte sich dessen bewusst sein.

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Von: Peter Thilo Hasler. Über den Autor

Peter Thilo Hasler ist seit über 25 Jahren als Finanzanalyst tätig, zunächst für einige große Investmentbanken, seit 2010 in seiner eigenen Research-Firma. Als Analyst berät er namhafte Fondsmanagern und Vermögensverwalter weltweit.

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