Augen auf beim Aktienkauf – sonst kann es teuer werden

Das Internet boomt an der Börse: Die Facebook-Aktie notiert auf einem Rekordhoch. Google wird mittlerweile mit 170 Mrd. Euro an der Börse bewertet. Und dann kam zuletzt auch noch die Meldung über den bevorstehenden Börsengang von Twitter.

Einige „Kenner“ in den USA dachten nun, dass die Aktie von Twitter schon gelistet ist. Daraufhin ging es für eine Aktie am nur einem Handelstag um rund 1.000% nach oben. Pech nur, dass es eben nicht Twitter war sondern Tweeter.

Klingt ähnlich – doch bei dieser Aktie handelt es sich nur noch um einen Börsenmantel eines 2007 in die Insolvenz gegangenen Elektronikhändlers.

Doch erst einmal hielt der Hype um diese kleine Aktie an: In der Folge kletterte der Penny Stock eben von 0,03 auf bis zu 0,15 Dollar. Als der Irrtum bekannt wurde, sackte die Aktie wieder massiv ab.

Der Fehler konnte in den USA passieren, weil dort die Aktien mit Symbolen an der Börse gehandelt werden. Und hier liegen die Symbole schon häufiger nach beieinander.

Hier lag jetzt auch der Fehler: Das Symbol von Twitter wird TWTR sein. Tweeter hat schon jetzt das Symbol TWTRQ. Sie sehen bis auf das Q. am Ende ist es gleich und kann auch verwechselt werden. In Deutschland sieht das ganz anders aus.

Wir haben das System der Wertpapier-Kennnummer (WKN) und der internationalen ISIN. Hinter dem Kürzel verbirgt sich die International Securities Identification Number.

Mit dieser zwölfstelligen Buchstaben und Zahlenkombination lassen sich die Aktien leicht identifizieren.

Deutsches System mit WKN und ISIN deutlich sicherer als die US-Symbole

Die wichtigste Erkenntnis aus diesem Fehler: Schauen Sie beim Aktienkauf immer ganz genau hin. Werte nur nach dem klingenden Namen zu kaufen, birgt ein großes Risiko. Zudem sind bis jetzt noch keine Details zum Börsengang von Twitter bekannt.

Sehr wahrscheinlich wird der Kurznachrichtendienst erst im November an die Börse kommen. Diesen Börsengang werde ich an dieser Stelle schon intensiv begleiten.

Die massive Kursübertreibung zeigt Ihnen aber auch sehr viel über die Psychologie an der Börse: Sehr oft agieren wir als Herdentiere an der Börse. Wir kaufen was andere kaufen und verkaufen was andere verkaufen.

Und das passiert nicht nur bei Penny Stocks sondern auch bei großen Aktien: Während der ersten Internetwelle im Jahr 2000 wurden Aktien mit geplanten Umsätzen gehandelt. Gewinne des Unternehmens spielten keine Rolle.

Der Herdentrieb sorgte auch bei mir damals für einige aus heutiger Sicht nicht nachvollziehbare Käufe – und verlustreiche Verkäufe. Daraus habe ich auf jeden Fall gelernt und agiere heute eher rational an der Börse.

8. Oktober 2013

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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