Aumann-Aktie: E-Mobilitäts-Spezialist feiert grandioses Börsendebut

Darauf mussten Investoren lange warten:

Zuletzt zeigten sich Anleger bei Börsengängen eher skeptisch. Die Kurse nach dem Börsenstart dümpelten lange vor sich hin.

Nicht so beim Börsenstart des Spezialisten für Elektromobilität, Aumann. Schon während der Zeichnungs-Phase deutete sich an, dass der Börsengang ein Erfolg werden könnte.

Mit einem Ausgabepreis von 42 € kam die Aktie am oberen Ende der Emissions-Spanne von 35 – 43 € an den Markt.

In den ersten Handelstagen kletterte der Aktienkurs bereits auf über 54 € und bescherte den Erstzeichnern einen Kurszuwachs von immerhin 25%.

Aumann im Porträt

Aumann ist ein weltweit führender Hersteller von innovativen Spezialmaschinen und automatisierten Fertigungslinien mit Fokus auf Elektromobilität.

Der Konzern aus Beelen verbindet dabei einzigartige Wickel-Technologie zur hocheffizienten Herstellung von Elektromotoren mit jahrzehntelanger Automatisierungs-Erfahrung.

Zur Kundschaft gehört insbesondere die Automobil-Industrie.

Weltweit setzen führende Firmen auf Lösungen von Aumann zur Serien-Produktion rein elektrischer und hybrider Fahrzeug-Antriebe sowie auf Lösungen zur Fertigungs-Automatisierung.

Elektromobilität wird immer wichtiger

Aumann verfügt über 2 unterschiedliche Geschäftsbereiche:

Im Segment „Klassik“, das für 75% der Gesamt-Erlöse steht, liefert der Konzern klassische Motoren-Angebote. Das Segment „E-Mobilität“ steht hingegen für 25% der Umsätze.

Langfristig soll sich das Verhältnis aber klar zugunsten der Elektromobilität verändern. Dort erzielt Aumann auch die deutlich höheren Gewinnmargen.

Sie müssen wissen: Mit einer Vorsteuer-Marge von 17% lieferte das Segment eine um 7% höhere Marge als der klassische Bereich.

Familiengeführte Beteiligungs-Gesellschaft bleibt Mehrheits-Aktionär

Nach dem Auslaufen der Lock-up Fristen soll der Streubesitz bei bis zu 46,4% liegen.

Der Großaktionär, die familiengeführte Beteiligungs-Gesellschaft MBB, behält 53,6% und beabsichtigt nach dem Börsengang auch Mehrheits-Aktionär zu bleiben.

Vor dem Börsengang lagen 93,5% der Aktien bei MBB und 6,5% bei dem geschäftsführenden Gesellschafter der MBB, Ingo Wojtynia.

Ausbau der Kapazitäten im Fokus

Mit dem Emissions-Erlös von gut 63 Mio. € will Aumann seine Kapazitäten ausbauen, um so von der starken Nachfrage nach Elektroantriebs-Konzepten zu profitieren.

Zusätzlich zieht das Unternehmen auch mögliche Zukäufe in Bedacht, um seine Herstellungs-Kapazität nach oben zu fahren.

Insbesondere große Autobauer und Hersteller von E-Bikes will Aumann mit seinen Produkten beliefern.

Fundamental stehen die Ampeln auf grün

Auch wenn Aumann viele Leute gar nicht kennen, es handelt sich um einen wahren Traditions-Konzern, der immerhin schon im Jahr 1935 von Willi Aumann gegründet wurde.

Mit seinen rund 600 Mitarbeitern fuhr Aumann im vergangenen Geschäftsjahr 156 Mio. € an Erlösen ein. Das sind 27,86% mehr als im vergleichbaren Vorjahres-Zeitraum.

Unterm Strich blieben dabei 12,8 Mio. € (Vorjahr: 7,88 Mio. €) hängen.

Für das laufende Jahr sind weitere Zuwächse absehbar. Der Auftrags-Bestand lag zuletzt bei 190 Mio. € mit stark steigender Tendenz.

Bei einem möglichen Jahres-Umsatz von über 200 Mio. € könnte dann ein Gewinn von 18 Mio. € hängen bleiben.

Bewertung nicht mehr günstig

Nach dem starken Börsendebüt liegt der Unternehmenswert inzwischen bei über 750 Mio. €.

Das entspricht dem 41-Fachen der erwarteten Gewinne für das laufende Geschäftsjahr. Die Aktie ist also mit Sicherheit kein Schnäppchen mehr.

Aber im Moment überwiegt der Optimismus der Anleger, die im Vorfeld bereits die Wachstums-Perspektiven des E-Mobilitäts-Bereichs abfeiern.

29. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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