Aumann: Elektromobilitäts-Spezialist wächst um über 50%

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Der im SDax notierte Elektromobilitäts-Spezialist legte zuletzt bei Auftragseingang, Umsatz und operativem Gewinn um mehr als 50% zu. (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Kürzlich hat der im SDax gelistete Elektromobilitäts-Spezialist Aumann starke Zahlen für das 3. Quartal und die ersten 9 Monate des laufenden Geschäftsjahres vorgelegt. Dennoch geriet die Aumann-Aktie in der Folge unter Druck.

Für mich völlig unverständlich. Denn das Unternehmen ist zwar schwerpunktmäßig als Anlagenbauer für die Automobilindustrie tätig und beliefert damit Unternehmen, die aktuell mit einigen Problemen zu kämpfen haben, gleichzeitig ist Aumann jedoch ein großer Profiteur des Wandels in der Branche.

Bevor ich gleich mit Ihnen auf das aktuelle Zahlenwerk blicke, möchte ich noch ein paar Worte zum Unternehmen verlieren. Der mittelständische Anlagenbauer Aumann ist ein weltweit führender Hersteller von innovativen Spezialmaschinen und automatisierten Fertigungslinien mit Fokus auf Elektromobilität.

Das Unternehmen verbindet die einzigartige Wickeltechnologie zur hocheffizienten Herstellung von Elektromotoren mit jahrzehntelanger Automatisierungserfahrung, insbesondere in der Automobilindustrie. Weltweit setzen führende Unternehmen auf Lösungen von Aumann zur Serienproduktion rein elektrisch und hybrider Fahrzeugantriebe, sowie auf Lösungen zur Fertigungsautomatisierung.

Aumann legt auf allen ebenen deutlich zu

Schauen wir uns die aktuellen Zahlen an: Die Aumann AG knüpfte auch im 3. Quartal 2018 an ihren erfolgreichen und profitablen Wachstumskurs der Vorquartale an.

In den ersten 9 Monaten des laufenden Geschäftsjahres stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 140,3 auf 212,0 Mio. Euro. Dies entspricht einer Steigerung von 51,1%. Besonders wachstumsstark zeigte sich einmal mehr das Segment E-mobility (Segment für Elektromobilität).

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Hier konnte Aumann den Umsatz sogar um 94,4% von 40,3 auf 78,4 Mio. Euro steigern. Der bereinigte operative Gewinn (bereinigtes EBIT) erhöhte sich in den ersten 9 Monaten 2018 leicht überproportional zum Umsatz um 57,4% von 15,1 auf 23,7 Mio. Euro.

Der Auftragsbestand der Aumann AG lag zum Ende des 3. Quartals bei 196,2 Mio. Euro und somit um 54,3% über dem Vorjahreswert von 127,2 Mio. Euro. Hinzu kamen zu Beginn des 4. Quartals weitere 20 Mio. Euro aus Nominierungen durch neue asiatische Kunden, u.a. aufgrund der patentierten Aumann-Fertigungstechnologie für E-Traktionsmotoren.

Dies unterstreicht den Ausbau der Marktposition im wichtigen asiatischen E-mobility Markt sowie die erfolgreiche Erweiterung der Kundenbasis. Darüber hinaus sorgt der hohe Auftragsbestand auch zukünftig für starke Wachstumsraten.

Auch die Bilanzqualität von Aumann ist weiterhin herausragend: Das Unternehmen verfügte zum Ende des 3. Quartals über liquide Mittel von 90 Mio. Euro und eine Eigenkapitalquote von 60,5%.

Damit steht die Aumann AG auch auf einer soliden Basis für das angestrebte weitere dynamische Wachstum. Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand auch die Prognose für 2018 bekräftigt. Diese sieht einen Umsatz von 300 Mio. Euro und einen bereinigten operativen Gewinn zwischen 28 und 31 Mio. Euro vor. Aus meiner Sicht bleibt die Aumann-Aktie damit aussichtsreich – insbesondere nach dem jüngsten Rücksetzer.


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.