Aurubis-Aktie: Hamburger Kupferhütte hält an Jahreszielen fest

„Nichts ist so alt wie die Nachrichten von heute“ oder: „An der Börse werden nur die Nachrichten von morgen gehandelt.“

So abgedroschen die 2 Börsenweisheiten klingen, etwas Wahres ist in jedem Fall dran.

Denn das Phänomen, das schlechte Quartalszahlen nicht automatisch zu Kursverlusten führen, konnten Sie gerade eindrucksvoll beim Kupfer-Produzenten Aurubis beobachten.

Offenbar hat die Investoren der Blick in den Rückspiegel wenig beeindruckt.

Vielmehr konzentrieren sich die Anleger auf den weiteren Jahresverlauf. Und hier macht Firmenchef Jürgen Schachler seinen Anteilseignern wieder Mut.

Aurubis im Porträt

Aurubis ist ein deutscher Traditions-Konzern. Das 1866 als Norddeutsche Affinerie gegründete Unternehmen ist seit 1998 börsennotiert.

Mit der Übernahme des größten europäischen Konkurrenten, Cumerio, gelang dem Konzern in 2009 der Sprung in eine neue Dimension.

Inzwischen ist Aurubis einer der weltweit größten Kupfer-Produzenten und Kupfer-Recycler.

Die Firma produziert börsenfähige Kupfer-Kathoden aus Kupfer-Konzentraten, Altkupfer und anderen Recycling-Rohstoffen.

Aurubis verfügt nicht über Minen-Aktivitäten. Das Unternehmen wird ergebnisseitig v. a. durch die Schmelzlöhne und Schwefelsäure-Preise beeinflusst.

16 Produktionsstätten in 11 europäischen Ländern und Nordamerika

Mit über 16 Produktionsstätten in 11 europäischen Ländern und Nordamerika beschäftigtAurubis aktuell rund 6.300 Mitarbeiter. Die größten Standorte befinden sich in Deutschland und Bulgarien.

Aurubis ist mit einer geschätzten Kathoden-Produktion von 1,15 Mio. t im abgelaufenen Geschäftsjahr der weltweit zweitgrößte Kupfer-Produzent nach der chilenischen Codelco.

Im Hinblick auf ein mittelfristig mögliches Knappheits-Szenario bei den weltweiten Hütten-Kapazitäten ist Aurubis auf der Suche nach Übernahme-Kandidaten im Hütten-Bereich in Südamerika und Asien.

Ergebnis-Einbruch im 1. Quartal

Der Jahresstart war bei dem Hamburger Kupfer-Produzenten wahrlich nicht berauschend.

Während der Umsatz noch von höheren Kupfer-Preisen getrieben um 3% auf 2,46 Mrd. € nach oben kletterte, wurde das Ergebnis gleich von mehreren Faktoren verhagelt.

Ein Wartungs-Stillstand im Stammwerk Hamburg sowie Abschreibungen auf Vorrats-Bestände in Höhe von 26 Mio. € haben die Bilanz deutlich belastet.

Zugleich spürte Aurubis Gegenwind durch das Überangebot auf den Schwefelsäure-Märkten. Unterm Strich schmolz der operative Gewinn um 46% auf nur noch 14 Mio. € zusammen.

Jahresziele werden bestätigt

Firmenchef Jürgen Schachler verweist bei dem schwachen Jahresstart auf die Bewertungs-Effekte und den Stillstand in Hamburg.

Kupfer-Hersteller müssen ihre Öfen in regelmäßigen Abständen überarbeiten und legen die Produktion während dieser Zeit still. Ohne den Stillstand hätte das Ergebnis von Aurubis deutlich besser ausgesehen.

Für das Gesamtjahr sieht Schachler ein deutlich besseres Ergebnis: Demnach dürfte der Konzern einen Ergebnis-Anstieg im 2-stelligen Bereich anpeilen.

Rückenwind könnte unterdessen von der Politik aus den USA kommen. Wenn die staatlichen Infrastruktur-Programme anlaufen, sollte auch die Nachfrage nach Kupfer als Industrie-Rohstoff weiter profitieren.

15. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

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