Aus dem Ländle in die weite Welt: Sto mit guten Halbjahreszahlen

Knaus Tabbert RED – Björn Wylezich

Aus dem Ländle in die weite Welt. Wie das schwäbisches Unternehmen Sto zum Weltmarktführer wurde. (Foto: Björn Wylezich / Adobe Stock)

Anfang der Woche hat die Sto SE & Co. KGaA ihren Halbjahresbericht veröffentlicht. Konzernweit stand da ein Umsatzplus von 6,5% auf 665,1 Mio. Euro zu Buche, nachdem im Vorjahr zum Halbjahr noch Erlöse in Höhe von 624,5 Mio. Euro erwirtschaftet worden waren. Allerdings war die Umsatzentwicklung von Währungs- und Übernahmeeffekten begünstigt. Rechnet man diese heraus, ergab sich für das schwäbische Unternehmen immer noch ein sehr ansprechender Umsatzanstieg um 5,6%.

Aus dem Ländle in die weite Welt

Ansprechend deshalb, weil Sto eigentlich ein stocklangweiliges Unternehmen ist. Sein Geld verdient das Unternehmen nämlich mit Produkten und Systemen für Gebäudebeschichtungen, wo es sogar die weltweite Führungsrolle innehat. Die Nummer eins ist Sto auch im Geschäftsfeld Wärmedämm-Verbundsysteme. Zum Kernsortiment gehören außerdem hochwertige Fassadenelemente sowie Putze und Farben, die sowohl für den Außenbereich als auch für das Innere von Gebäuden angeboten werden.

Auch wenn die inländische Entwicklung mit einem Halbjahresplus von 3,6% durch zinsgetriebene Neubauten und Renovierungsmaßnahmen begünstigt wird, ist der klare Hauptwachstumsträger der Markteintritt in Wachstumsregionen im Ausland. Hier konnten die Erlöse zum Halbjahr um 8,8% auf 379,5 Mio. Euro gesteigert werden. Damit erwirtschaftet das schwäbische Unternehmen mittlerweile 57,1% der Konzernerlöse im Ausland.

Preisdruck deutlich abgeflacht

Auch beim Ergebnis konnte der Sto-Konzern in der ersten Jahreshälfte 2019 gute Zahlen berichten. Insgesamt verbesserte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 36,6% auf 31,7 Mio. Euro. Beim Ergebnis nach Steuern ergab sich ein Zuwachs von 32,5% auf nunmehr 20,8 Mio. Euro. Verantwortlich für diese hohen Zuwachsraten ist, dass die Vorjahreswerte noch von teilweise gravierenden Erhöhungen der Rohstoffkosten belastet waren.

Dieser Preisdruck auf der Beschaffungsseite hat sich in diesem Jahr deutlich abgeschwächt, so dass die Rohertragsmarge des Sto-Konzerns um 0,6 Prozentpunkte auf 54,1 % verbessert werden konnte. Da sich auch die Personalaufwendungen nur unterproportional zum Umsatzvolumen erhöhten, war der klar zweistellige Gewinnzuwachs gleichsam unvermeidbar.

Auch bilanziell ist Sto, wie man es für ein schwäbisches Unternehmen erwarten würde, bilderbuchartig aufgestellt. Trotz einer deutlichen Bilanzverlängerung aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 16, nach dem Leasingverpflichtungen nunmehr vollständig zu bilanzieren sind, betrug die Eigenkapitalquote zum Stichtag satte 53,3%. Für ein Industrieunternehmen eine bemerkenswert hohe Quote, die in Krisenzeiten Stabilität verspricht.

Vorstand bestätigt seine Guidance für das Gesamtjahr

Nach die Nachfrage auch im Juli trotz der in einigen Märkten hohen Temperaturen gegenüber dem Vorjahresvergleichsmonat gesteigert werden konnte, hat der Vorstand seine Erwartungen für das Gesamtjahr bestätigt. So rechnet Sto beim Konzernumsatz unverändert mit einem Zuwachs von 4,1% auf rund 1.387 Mio. Euro, während beim EBIT ein Wert zwischen 81 und 91 Mio. Euro erwartet wird (Vorjahr: 81,9 Mio. Euro). Manchmal sind es eben die langweiligen Unternehmen, auf die man als Aktionär ein Auge werfen sollte.

Knaus Tabbert RED – Björn Wylezich

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Von: Peter Thilo Hasler. Über den Autor

Peter Thilo Hasler ist seit über 25 Jahren als Finanzanalyst tätig, zunächst für einige große Investmentbanken, seit 2010 in seiner eigenen Research-Firma. Als Analyst berät er namhafte Fondsmanagern und Vermögensverwalter weltweit.

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