Aus der Krise an die Spitze?

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Volkswagen hat viel vor. Doch kann das Unternehmen das auch leisten? Wir haben für Sie analysiert. (Foto: Cineberg / Shutterstock.com)

Eine Krise kann immer auch eine Chance sein. So sehen das inzwischen auch einige Anleger bei Volkswagen. Immerhin will der Konzern bald mit neuen E-Modellen durchstarten. Doch was ist davon Hype und was wirklich die mobile Zukunft? Am besten können Sie das selbst beurteilen: Würden Sie ein E-Auto für 40.000 Euro kaufen, wenn es sagen wir einmal eine Reichweite von 400 Kilometern hat? Ich bin da noch skeptisch.

Wie es sonst um den Autokonzern aus Wolfsburg steht, erfahren Sie in unserer Analyse. Die Volkswagen-Gruppe (VW) ist mit einer Produktion von fast 10 Mio Autos der größte Hersteller Europas. Wichtigster Absatzmarkt ist Deutschland. Zum Konzern gehören die Pkw-Marken Audi, Bentley, Bugatti, Lamborghini, Seat, Skoda, Porsche und Volkswagen sowie das Nutzfahrzeuggeschäft mit Scania und MAN. Ergänzend hierzu bietet der VW-Konzern Finanzdienstleistungen an. In 21 Ländern finden sich 60 Fertigungsstätten.

Ambitionierte Pläne bei VW

VW hat im 1. Quartal positiv überrascht. Der Absatz ging zwar um 6,7% auf 2,6 Mio Fahrzeuge zurück, in China sogar um 13,4% auf 0,9 Mio, der Umsatz stieg aber um 3,1%. Denn besonders erfolgreich lief das Geschäft mit hochpreisigen SUVs, die bereits 23% des Gesamtabsatzes ausmachen. Weil der Konzern nochmals 1 Mrd € für Bußgelder, unter anderem gegen Porsche, zurückgestellt hat, schrumpfte die operative Marge von 7,2 auf 6,4%.

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Auf bereinigter Basis ergab sich ein Anstieg von 7,2 auf 8,1%. Unter dem Strich verdiente VW 9,6% weniger. Die Dieselaffäre, die VW bereits rund 30 Mrd€ gekostet hat, ist eine Baustelle, noch mehr Kraft erfordert aber die Bewältigung des technologischen Wandels in der Branche. Rund 44 Mrd € wird VW bis 2023 in Elektrofahrzeuge, autonomes Fahren, Digitalisierung und Mobilitätsdienste investieren.

Bis 2028 sollen 70 Modelle mit alternativen Antrieben auf den Markt kommen, und schon 2025 will der Konzern die Nummer 1 in der E-Mobilität sein und pro Jahr 1 Mio elektrifizierte Fahrzeuge verkaufen. Bleibt zu hoffen, dass VW auch genügend Käufer findet.

Wie Sie mit der Aktie umgehen sollten

Um die Investitionen aus eigener Kraft stemmen zu können, will VW bis 2023 die jährlichen Kosten um 6 Mrd € senken, vor allem durch Stellenabbau. Denn die Produktion von E-Autos erfordert deutlich weniger Personal. Weitere rund 6 Mrd € verspricht sich der Konzern vom Börsengang der Nutzfahrzeuge, der noch im Sommer erfolgen soll. Für das Gesamtjahr hat VW einen leichten Absatzanstieg, ein Umsatzwachstum von bis zu 5% sowie eine operative Rendite von etwa 6,5% in Aussicht gestellt. Das sind gute Werte, aber auch keine bahnbrechenden Zahlen. Bleiben Sie bei der Aktie besser zurückhaltend!


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.