Ausblick 2017: Wie geht es weiter mit Griechenland und Italien?

Die Welt ist aus den Fugen geraten. Denn 2016 war alles andere als ein gutes Jahr:

  • BrExit-Referendum,
  • Trump-Schock,
  • Terroranschläge,
  • die Verschärfung des Syrien-Krieges,
  • etc.

Auf Wunsch vieler unserer Leser haben wir für Sie nach Insider-Gesprächen mit Experten-Kollegen und Informanten aus Politik, Wirtschaft und Sicherheits-Diensten einen Jahres-Ausblick 2017 zusammengestellt.

Sie wissen inzwischen, was Sie

  • hinsichtlich des Arbeitsmarktes,
  • des Wirtschafts-Wachstums,
  • des BrExit,
  • einer Zins-Erhöhung in den USA,
  • von den USA im Allgemeinen,
  • von den Handels-Abkommen TTIP und CETA,
  • einer Zins-Erhöhung in der EU
  • und von der desaströsen Politik der Europäischen Zentralbank (EZB)

zu erwarten haben.

► Griechenland 2017

Noch immer benötigt Athen die Unterstützung der europäischen Partner.

Nachdem Griechenland noch einmal Milliarden-Hilfen erhalten hat, sollen bis 2018 weitere 86 Mrd. € fließen.

So wurde es 2015 im 3. Hilfs-Paket vereinbart.

Wenn auch manch einer bejubelt, dass der GrExit – also das Ausscheiden der Hellenen aus der EU – vom Tisch sei, so ist dieses Kapitel noch längst nicht abgeschlossen.

Bedenken Sie: 2017 stehen die Parlaments-Wahlen an, die für weitere böse Überraschungen sorgen könnten.

► Italien 2017

Das neue Sorgenkind der EU ist Italien, das inzwischen ganz offen als Unsicherheits-Faktor gilt.

Sie erinnern sich, dass erst vor Kurzem eine Verfassungs-Reform am Bürger-Referendum gescheitert ist. Diese hätte dem Volk weniger Rechte und den Parteien mehr Macht gegeben.

Ministerpräsident Mario Renzi, der seine politische Zukunft mit dem Ausgang des Referendums verknüpfte, ist inzwischen zurückgetreten.

2017 könnte eine neue Regierung den Austritt Italiens aus dem Euro anstreben.

⇨ Banken-Kollaps steht bevor

Hinzu kommt die ungelöste Banken-Krise im Land: Das italienische Bank-System ist de facto pleite.

Die faulen Kredite der Banken machen 18% des Kredit-Volumens aus – das sind rund 400 Mrd. € ausgefallener Kredite.

2016 sind die Bank-Aktien um mehr als 50% eingebrochen. Natürlich ist längst die Forderung aufgekommen, dass die EZB helfen soll.

Das geht aber nur, wenn die anderen Staaten für die öffentlichen Finanzen der Krisenländer, zu denen auch Italien zählt, haften.

Das ist ein Pulverfass, an dem die Lunte bereits gezündet ist. Die Solidarität der Bürger der wirtschaftsstarken Länder kommt an ihre Grenzen.

Die gigantische Staatsverschuldung, die seit Jahren stagnierende Wirtschaft, die hohe Arbeitslosigkeit und die politische Lähmung tun ihr Übriges dazu.

Italien ist nicht nur der sprichwörtlich neue „kranke Mann“ in Europa, sondern geradezu der „sterbende Mann“.

► Euro und Preise 2017

Der Euro wird weiter an Wert verlieren und pari mit dem Dollar werden.

Die Preise werden nicht sinken, weil die Unternehmen versuchen, die hohen Steuern und die geringeren Umsätze durch höhere Preise zu kompensieren.

► Flüchtlingskrise 2017

Trotz der Grenzkontrollen an der Balkan-Route und des Flüchtlings-Abkommens mit der Türkei kommen weiterhin tausende Migranten in die EU – zumeist übers Mittelmeer.

Die Politik versucht zwar klar zu machen, dass es immer weniger werden, aber das ist ein Trugschluss.

Was, wenn der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdoğan den Flüchtlings-Deal mit der EU 2017 platzen lässt; was, wenn aus Syrien immer mehr Menschen kommen, genauso wie aus (Sahel-)Afrika?

Nein, ein Ende der Massen-Zuwanderung ist nicht abzusehen – ganz im Gegenteil…

27. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Guido Grandt. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt