Ausblick 2020: Keine Angst vor Allzeithochs

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Viele Anleger bekommen kalte Füße, wenn die Aktienmärkte lange oder steil gestiegen sind. Dabei sind Allzeithochs die Regel und Crashphasen die Ausnahme! (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Der deutsche Leitindex DAX notiert derzeit auf Tuchfühlung zum Rekordhoch und zahlreiche andere Aktien-Indizes erreichten in den vergangenen Wochen und Monaten neue Rekordstände. Aus der Redaktionssprechstunde weiß ich: Neue Rekordstände beim DAX und bei anderen Indizes betrachten viele Anleger mit gemischten Gefühlen.

Sind die Kurssteigerungen ein Beleg für einen nachhaltigen Aufwärtstrend, an dem man sich beteiligen sollte? Oder ist ein Allzeithoch eher ein Zeichen dafür, dass eine Trendumkehr oder gar ein Crash bevorsteht?

Diese Fragen sind sicherlich interessant, führen aber am Kern des Problems vorbei, dem sich die meisten Privatanleger heute gegenübersehen. Worum es wirklich geht, ist, dass sich mit Zinsanlagen, mit denen sich über mehrere Jahrzehnte relativ risikolos solide Gewinne erwirtschaften ließen, heute kaum noch eine positive Realrendite erzielen lässt.

Das bedeutet, dass Sie mit Zinspapieren nach Abzug von Kosten, Steuern und vor allem auch Inflation kaum noch eine positive Rendite erzielen können. Noch schlimmer: Oft sinkt sogar die Kaufkraft Ihrer Ersparnisse!

Es geht also vorrangig nicht darum, wann Sie in Aktien investieren, sondern vor allem darum, dass Sie überhaupt in Aktien investieren. Doch faktisch betrachtet geschieht das Gegenteil: Viele Privatanleger haben sich in den vergangenen Jahren vom Kapitalmarkt zurückgezogen. Aus meiner Sicht ein grober Fehler! Negative Börsenjahre wie zuletzt 2018 erlebt, sollte Sie nicht entmutigen.

Offensichtlich wird die Suche nach dem richtigen Einstieg in den Aktienmarkt oftmals frühzeitig ergebnislos aufgegeben. Dass diese Suche nach dem richtigen Einstiegszeitpunkt, zumindest für langfristig orientierte Anleger, überbewertet wird, belegen die folgenden Zahlen.

Allzeithochs Sie sind die Regel und Crashphasen die Ausnahme

Ich möchte Ihnen an einem Beispiel verdeutlichen, dass Allzeithochs die Regel sind und Crash-Phasen die Ausnahme. Sie trauen meiner These nicht? Dann sollten Sie die nachfolgenden Zeilen lesen.

Seit der Gründung vor gut 30 Jahren hat der DAX im Jahresdurchschnitt (inklusive Dividenden) über 8% Gewinn abgeworfen. In den USA, wo bereits vor über 100 Jahren die ersten Aktien-Indizes berechnet wurden, können wir sehen, dass Aktien auch über sehr lange Zeiträume rund 8% Gewinn pro Jahr abwerfen. So ist der Dow-Jones-Index seit der Gründung von gut 30 auf über 28.000 Punkte gestiegen.

Trotz der vielen Krisen und Crash-Phasen ist der DAX von 1.000 auf aktuell rund 13.200 Punkte gestiegen. Ich hoffe, dass Ihnen anhand dieser Zahlen klar geworden ist, dass es, wenn man langfristig investiert, nicht so sehr auf das Timing ankommt. Langfristig steigen die Aktienkurse, Sie müssen nur dabei sein.

Seien Sie mental stark und folgen Sie nicht dem Herdentrieb

Inzwischen ist es fast zwei Jahrzehnte her, als die Anleger in der Crash-Phase 2000 bis 2003 viel Geld verloren haben: Die Internet-Blase war gerade geplatzt und viele vermeintlich schöne Geschäftsideen rund um das World Wide Web hatten sich als nicht überlebensfähig erwiesen. Zudem war die Konjunktur schwach und die Aktienkurse notierten nahe ihres Tiefststandes.

Die Anleger haben damals vor allem deshalb Geld verloren, weil sie nicht ihrem Verstand oder einer festen Anlage-Strategie, sondern blind der Anleger-Masse gefolgt waren (sogenannter Herdentrieb).

Denn viele Anleger orientierten sich zu dieser Zeit an ihren Freunden, Verwandten und Nachbarn, nicht jedoch an den Kennzahlen oder Geschäftsberichten der entsprechenden Unternehmen. Machen Sie diesen Fehler nicht. Folgen Sie nicht der Herde. Dann machen Sie schon vieles richtig an der Börse!

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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