Ausblick auf wirtschaftliche Entwicklung in Europa dramatisch schlechter

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Die Hochkonjunktur in Europa ist vorbei. Die Aussichten verschlechtern sich zusehends. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Die Zeiten, in denen nur vom wirtschaftlichen Boom in Europa gesprochen wurde, sind vorbei. Völlig unvorbereitet schlittert der Kontinent in die nächste Krise. Auffällig ist, dass die Politik derzeit eher beschwichtigt und schönredet. Das ist typisch für einen beginnenden Abschwung.

Aufträge brechen weg

Fakt ist jedenfalls, dass die deutsche Industrie nun schon den vierten Monat in Folge weniger neue Aufträge zu verzeichnen hatte. Die Unternehmen erhielten im April diesen Jahres 2,5 Prozent weniger Aufträge als im Vormonat, wofür allen voran die schwache Nachfrage aus Deutschland und der Euro-Zone verantwortlich war.

Die stärkste Auftragsflaute seit der Finanzkrise 2008 kommt für die meisten Beobachter völlig überraschend. Von Reuters befragte Ökonomen hatten ein Wachstum von 0,8 Prozent erwartet. Reuters berichtet, dass der Handelskonflikt mit den USA, die Verunsicherung durch den näher rückenden EU-Austritt Großbritanniens und weltweit zunehmende Handelshürden wie höhere Zölle oder zusätzliche Zertifizierungen den Exporteuropameister Deutschland empfindlich treffen würden.

Abwärtsrevision für den Monat März

Beachtlich ist auch, dass die amtlichen März-Zahlen für den Auftragseingang nach unten revidiert wurden. Im März gingen die Bestellungen im Monatsvergleich um 1,1 Prozent zurück. Zuvor war ein Rückgang von „nur“ 0,9 Prozent gemeldet worden. Kein Wunder also, dass sich die Analysten, die eine Erholung erwartet hatten, von den schlechten Zahlen enttäuscht zeigten.

Das sei eine weitere kalte Dusche, so der Kommentar des Chefvolkswirts der ING-Diba-Bank, Carsten Brzeski. Er merkte weiter an, dass es immer schwieriger werde, die schwache Entwicklung mit Sondereffekten wie zum Beispiel ungewöhnlich vielen Urlaubstagen zu erklären. Offenbar gehe es der deutschen Wirtschaft schlechter als bisher gedacht.

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Aufträge aus Europa brechen massiv ein

Aber nicht nur die deutsche Wirtschaft dürfte den Zenit überschritten haben. Die Auftragseingänge aus der Eurozone brachen um fast zehn Prozent weg. Aus dem Inland verzeichneten die Industrieunternehmen einen Auftragsrückgang von 4,8 Prozent im Monatsvergleich. Besonders erwähnenswert ist, dass es insbesondere deutliche Rückgänge bei den Bestellungen von Investitionsgütern gab.

Ja, liebe Leser, anscheinend trifft der Abschwung nicht nur die deutsche Wirtschaft. Auch der IHS-Markit-Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft, der Industrie und Dienstleister zusammenfasst, sank in der Eurozone um einen Punkt auf 54,1 Punkte.

Das Wachstum beim Neugeschäft lasse deutlich nach und die Unternehmen würden so wenig wie zuletzt im August 2017 einstellen. IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson kommentierte laut Reuters wie folgt: “Angesichts sich verschlechternder Wirtschafts-Indikatoren bei gleichzeitig gestiegener politischer Unsicherheit hat sich der Ausblick der Euro-Zone im Vergleich zu den rosigen Aussichten zum Jahresbeginn dramatisch verschlechtert.“

Seien Sie also nicht überrascht, wenn sich in den nächsten Monaten der Abschwung verschärft!


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.