Ausblick: Goldminen stehen vor guter Bilanzsaison

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2020 wird bei vielen Unternehmen die Bilanz durch die Corona-Krise schwach ausfallen. Nicht so bei den Goldminen. (Foto: Image Wizard/Shutterstock)

Die Berichtssaison nimmt Fahrt auf – das gilt auch für die Rohstoff-Branche. Daher lohnt es sich gerade jetzt noch einmal auf einige Prognosen zur Entwicklung vor allem bei den Goldminen zu schauen. So haben die Experten der kanadischen Scotiabank einen aktuellen Kommentar zu den große Goldunternehmen veröffentlicht, den ich Ihnen heute genauer vorstellen möchte.

Sie werden sehen, wie stark diese Unternehmen aktuell positioniert sind – denn der weiterhin hohe Goldpreis spült doch hohe Gewinne in die Kassen der allermeisten Produzenten. Zusätzlich werden auch die produzierten Mengen beim Gold wieder klar ansteigen. Hier erwarten die die Scotiabank-Experten immerhin einen klaren Anstieg von 12% im Vergleich zum 2. Quartal 2020.

Goldproduktion steigt wieder an

Zu der Zeit waren viele Minen noch von kurzeitigen Schließungen infolge von Lockdowns betroffen. Die haben sich im 3. Quartal wieder fast komplett aufgelöst. Doch die Gefahr besteht natürlich weiterhin – sollte es jetzt wieder zu weiteren Einschränkungen kommen. Zwar sieht es bislang so aus, dass es hauptsächlich um Einschränkungen im persönlichen Umfeld und weniger um Einschränkungen der Wirtschaft geht. Doch wenn wir in den vergangenen Monaten eine Sache gelernt haben, dann wie schnell sich die Bedingungen immer wieder verändert haben.

Dennoch stehen die Goldproduzenten jetzt vor einer erfreulichen Berichtssaison. So wird das 3. Quartal 2020 eine deutliche Steigerung der Margen gebracht haben. Die Scotiabank erwartet eine Ausweitung der Cash-Margen – allein auch schon deshalb weil der Goldpreis mit durchschnittlich 1.900 USD pro Feinunze so hoch war wie noch nie und rund 200 USD höher notierte als noch im Quartal zuvor. Laut der Prognose könnten die operativen Cash-Margen der Goldproduzenten im Bereich um 1.150 USD pro Feinunze liegen. Das wären dann auch Rekordwerte.

Ausnahmestellung der Goldbranche in diesem Jahr

Und mit solchen Rekordwerten steht die Goldminenbranche doch ziemlich allein auf weiter Flur. Viele Branchen werden vielleicht das Ertragsniveau halten könne. Doch die Masse der Unternehmen wird 2020 einen deutlichen Rückgang beim Gewinn und wohl auch beim Umsatz hinnehmen müssen. Hier stehen uns sicherlich noch viele negative Überraschungen bevor. Wie nervös dabei die Märkte darauf reagieren, haben die Zahlen von SAP gezeigt.

Der größte DAX-Wert brach gestern um mehr als 20% ein und rund 30 Mrd. Euro an Börsenwert lösten sich auf. Dabei wird SAP einen geringeren Gewinn als erwartet erzielen – aber immer noch hochprofitabel bleiben. Insofern werde ich in den kommenden Wochen verstärkt auf die Goldminen schauen, denn hier erwarten uns doch einige positive Überraschungen.

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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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