Auslandsdividenden: So vermeiden Sie zu hohe Steuern

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Erfahren Sie heute, wie genau Sie die Abgabe von zu viel Quellensteuer im Zusammenhang mit ausländischen Dividenden-Aktien vermeiden. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Zuletzt habe ich zum Start der Dividenden-Saison 2019 an dieser Stelle ausführlich und häufig über das Thema Dividenden berichtet. Meines Erachtens ist das Dividenden-Thema für Sie als Anleger sehr wichtig. Dennoch werden Dividenden häufig unterschätzt. Zu Unrecht, wie Sie hoffentlich bei der Lektüre der von mir vorgestellten internationalen Dividenden-Champions festgestellt haben.

Dennoch gibt es im Zusammenhang mit Dividenden auch ein sehr leidiges Thema. Vor allem im Zusammenhang mit ausländischen Dividenden. Es handelt sich dabei um das Thema Steuern. Sie erfahren gleich, wie Sie die doppelte Besteuerung von ausländischen Dividenden vermeiden bzw., wie Sie sich die zu viel gezahlte Steuer zurückholen können.

Doch der Reihe nach: Fast alle Staaten erheben bei Dividendenzahlungen von nationalen Unternehmen eine Steuer, die sogenannte Quellensteuer. Erst dann fließt der Betrag in die ausländischen Depots. Hier in Deutschland muss die depotführende Bank erneut eine Steuer in Höhe von 25% erheben und an den Fiskus abführen.

Doppelbesteuerungsabkommen sollen Doppelbelastung vermeiden

Um diese zweifache Belastung zu mildern, hat Deutschland mit mehr als 80 Staaten ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) abgeschlossen. Hierin steht auch geschrieben, mit wie viel Prozent die Auslandsabgabe auf die Abgeltungsteuer angerechnet werden kann.

In den meisten Fällen sind es 15%. Doch einige Staaten behalten mehr Quellensteuer ein, als in Deutschland angerechnet wird. Die Schweiz greift mit 35% zu, Österreich mit 25%. Als Anleger können Sie in diesen Fällen einen Antrag stellen und den nicht angerechneten Steueranteil direkt vom Quellensteuerstaat zurückfordern.

Als unkompliziert und vorbildlich gilt das Verfahren mit der Schweiz und mit Österreich. Schwieriger wird es in Italien: Die Rückerstattung kann unter Umständen viele Monate dauern. Das Bundeszentralamt für Steuern stellt online eine umfangreiche Liste bereit (www.bzst.de Stichwort Steuern International und Ausländische Quellensteuer).

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Ebenfalls auf dieser Internetseite finden Sie Erstattungsanträge und die Adressen der ausländischen Finanzbehörden.

Beachten Sie aber, dass es Fristen gibt, die eingehalten werden müssen. Wer sich nicht selbst darum kümmern möchte, kann auch die Hilfe der Depotbank in Anspruch nehmen. Für eine Gebühr von etwa 30 bis 40 Euro je Dividendentitel helfen einige Banken bei der Rückerstattung von ausländischen Quellensteuern. Aber auch Ihr Steuerberater kann Ihnen behilflich sein.

Rechenbeispiel für die Erstattung der Quellensteuer

Ein Beispiel wie Sie die Rückerstattung der Quellensteuer berechnen: Sie erzielen in der Schweiz Dividenden in Höhe von 2.500 Euro. Davon behält die Schweiz zunächst 35%, also 875 Euro ein. Den Rückerstattungsantrag (zu finden unter www.bzst.de Stichwort Ausländische Quellensteuer) schicken Sie an die Schweizer Steuerverwaltung.

Der Schweizer Quellensteuerabzug nach DBA beträgt (15% von 2.500 Euro) 375 Euro. Die Erstattung nach Antrag in der Schweiz beträgt 500 Euro (20% von 2.500 Euro).

Der deutsche Fiskus rechnet wie folgt: 625 Euro (25% von 2.500 Euro) abzüglich Anrechnung der Schweizer Steuer in Höhe von 375 Euro (15% von 2.500 Euro). Es wurden 250 Euro Abgeltungsteuer realisiert, das entspricht 10% von 2.500 Euro. Die Gesamtsteuerbelastung passt dann wieder: 625 Euro (15% Schweiz plus 10% Deutschland = 25%).

Ausblick: Am Mittwoch erfahren Sie, warum die Dividendenrendite, die Sie in den Nachrichten lesen oder hören können, mit Ihrer persönlichen Dividendenrendite in der Regel nicht viel zu tun hat und wie Sie Ihre ganz persönliche Dividendenrendite berechnen können.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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