Fresenius: Aussichtsreicher Titel aus dem Gesundheitssektor

Anspruchsvolle Therapien sollen die Lebensqualität so wenig wie möglich mindern. Fresenius bietet dafür Lösungen. (Foto: Fresenius SE & Co. KGaA)

Wie wichtig ist Ihnen Ihre Gesundheit? Ich gebe zu: Diese Frage war ziemlich dämlich. Jeder weiß, dass Gesundheit das höchste Gut auf Erden ist.

Doch wenn wir erst einmal krank sind, wünschen wir uns auch optimale Therapie und Verfahren, die heilen und die Lebensqualität verbessern. Dialyse-Spezialist Fresenius legt hier einen Schwerpunkt.

Insbesondere ambulante Lösungen helfen dabei, Patienten mit minimalem Aufwand, den maximalen Nutzen zu bringen und nebenbei Kosten einzusparen.

Der Gesundheits-Konzern bietet Produkte, Therapien und Dienstleistungen für die Dialyse, das Krankenhaus und die ambulante medizinische Versorgung an.

Zu Fresenius gehören 4 Bereiche, die eigenverantwortlich wirtschaften und handeln:

FMC Fresenius Medical Care, Kabi (Ernährungs-/Infusions-Therapie), Helios (Krankenhaus-Betreiber) und Vamed (Krankenhaus-Dienstleistungen).

Fresenius setzt sich realistische Ziele

Die Veränderung der Bevölkerungs-Struktur sorgt bei Fresenius nach wie vor für Rückenwind. Auch im 1. Quartal hat der Konzern Umsatz und Gewinn gesteigert.

Alle Sparten sind gewachsen – bis auf Vamed auch profitabel. Am besten abgeschnitten hat einmal mehr die Infusions-Tochter Kabi. Die operative Marge hat sich von 18,4 auf 21% verbessert.

Fresenius erfreut Anleger mit gutem Quartalsergebnis und hebt Prognose an Die Fresenius-Aktie verharrt immer noch in ihrer Seitwärtsbewegung der letzten Monate. Die Quartalszahlen letzte Woche waren positiv. › mehr lesen

Allerdings wird es in diesem Tempo nicht weitergehen. Zum einen nimmt in China der Preisdruck zu, zum anderen bekommen die Konkurrenten in den USA ihre Liefer-Probleme bei Generika immer besser in den Griff.

Auch bei FMC geht es dank des Sparprogramms weiter aufwärts. Die Dialyse-Tochter ist wie schon im 4. Quartal profitabel gewachsen. Die Jahresprognose wurde bestätigt. Der Umsatz soll um 6 bis 8% und der Gewinn um 8 bis 12% steigen. Die Ziele sind realistisch.

Dividenden-Jäger brauchen 2. Blick

Angesichts der guten Kabi-Ergebnisse ist sogar eine Prognose-Anhebung im weiteren Jahresverlauf nicht ausgeschlossen.

Hinzu kommt: Helios hat im Mai die Übernahme einer weiteren Klinik abgeschlossen, die 2015 einen Umsatz von 69 Mio. € erzielte und bereits in diesem Jahr einen positiven Ergebnis-Beitrag liefern wird.

Die langfristigen Aussichten sind ebenfalls gut: Dank der geburtenstarken Jahrgänge steigt die Zahl der älteren Menschen in den westlichen Industrieländern kontinuierlich. Diese Entwicklung sollte noch viele Jahre für Wachstum sorgen.

Das Management ist jedenfalls optimistisch und will den Umsatz bis 2019, auch mithilfe von Akquisitionen, auf 36 bis 40 Mrd. € steigern.

Fresenius bleibt ein attraktives Defensiv-Investment im Gesundheits-Sektor. Zwar überzeugt die Dividende mit einer Rendite von 0,8% nicht so wirklich, doch wächst der Konzern. Das eröffnet langfristig Potenziale – selbst für Dividenden-Jäger.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.