Autobauer im Elektro-Dilemma

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Bedeuten gute Autos gleich eine gute Aktie? Die Antwort geben wir Ihnen am Beispiel von Ford. (Foto: guteksk7 / shutterstock.com)

Es gibt Autohersteller, die haben weniger Glanz als andere. Ford ist so ein Kandidat. Und trotzdem hat die Marke viele Fans. Gut, günstig, solide – das sind die Attribute, die viele Kunden für Autos von Ford finden. Doch wie steht es um den Konzern an sich? Lohnt sich ein Investment? Weil wir ganz genau wissen, dass diese Frage Sie besonders interessiert, haben wir den Wert auf Herz und Nieren analysiert.

Ford ist einer der ältesten Autobauer der Welt. Der amerikanische Automobilhersteller produziert neben Pkws auch Landmaschinen, Lkws und Geländewagen und bietet ergänzende Produkte und Dienstleistungen rund um das Auto an. Die Markenpalette umfasst Ford, Lincoln, Mercury und Mazda. Die Luxusmarken Jaguar und Land Rover sowie Volvo wurden verkauft.

Corona verhagelt das Geschäft

Die Ergebnisse des 1. Quartals waren von der Corona-Pandemie geprägt. Die Produktion war weitgehend zum Erliegen gekommen. Im März wurden alle Werke in Europa und Nordamerika geschlossen. Ford hat 14,9% weniger umgesetzt und wie erwartet einen Verlust von 2 Mrd $ eingefahren. In der Auto-Sparte ging der Umsatz sogar um 15,8% auf 31,34 Mrd $ zurück. Alle Regionen waren betroffen. Operativ schwarze Zahlen schrieb Ford lediglich in Nordamerika.

Der Absatz schrumpfte um 21% auf 1,13 Mio Fahrzeuge. Der Weltmarktanteil blieb aber mit 6% stabil. Die Bilanz hat ebenfalls gelitten. Um das Liquiditätspolster zu stärken, hat der Konzern bestehende Kreditlinien in Höhe von 15,4 Mrd $ ausgeschöpft, Anleihen im Wert von 8 Mrd $ platziert und die Dividende ausgesetzt. Die Barreserven reichen jetzt zumindest bis Ende des Jahres. Die Produktion wird jetzt schrittweise wieder hochgefahren. Der Umfang hängt aber von den internationalen Lieferketten und der Nachfrage der Kunden ab.

Nachholbedarf bei E-Autos

Eine Jahresprognose hat das Management nicht abgegeben, rechnet aber im 2. Quartal mit einem operativen Verlust von 5 Mrd $. Denn der Abwärtstrend bei den Autoverkäufen könnte sich wegen ausbleibender Nachfrage beschleunigen. Im 1. Quartal betrug der operative Verlust 3,1 Mrd $. Mit Kaufanreizen wie günstigeren Finanzierungsbedingungen versucht Ford gegenzusteuern. Wir erwarten im Gesamtjahr einen Umsatz von 126 Mrd $ und einen Verlust von 3,6 Mrd $.

Neben Corona ist die schwache Position in der E-Mobilität ein Problem. 2026 sollen erst 5% der Produktion elektrifizierte Fahrzeuge sein. Eine solche Perspektive ist für uns als Anleger unbefriedigend. Bleiben Sie der Aktie besser fern und entscheiden Sie sich bei Bedarf für ein Auto aus dem Hause Ford – dort finden Sie ein besseres Preis-Leistungsverhältnis.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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