Autobranche: Geht es 2019 aufwärts für BMW, Daimler und VW?

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Die Branche ist im Umbruch, die Konzerne auch: Was bedeutet das für die Aktien von BMW, Daimler und Volkswagen? (Foto: Ivan Kurmyshov / Shutterstock.com)

Kaum eine Branche ist für Deutschland so wichtig wie die Automobilindustrie – und kaum eine Branche befindet sich derzeit in so massiven Umbrüchen.

Im vergangenen Jahr hatten die Aktien von BMW, Daimler und Volkswagen mit erheblichem Gegenwind an der Börse zu kämpfen. Zum Teil war dieser selbstverschuldet, zum Teil folgten die Papiere einem generellen Abwärtstrend.

Doch wie geht es 2019 weiter? Was haben die großen Autobauer anzubieten, um Kunden und Investoren zu überzeugen?

Abschied vom Verbrennungsmotor

Zunächst bleibt festzuhalten: Die Elektrooffensive kommt. Und zwar unabhängig vom Hersteller. Alle drei haben angekündigt, in den kommenden Jahren ihr Angebot an Elektrofahrzeugen deutlich auszuweiten und sich im kommenden Jahrzehnt sukzessive von den Verbrennungsmotoren zu verabschieden.

Dennoch wird es wohl vorläufig weiterhin eine Koexistenz verschiedener Antriebstechnologien geben – bis Technik und Infrastruktur hinreichend ausgereift sind oder politische Vorgaben den endgültigen Wechsel erzwingen.

Verstärkte Kooperationen

Um die Risiken und Kosten der Entwicklung zu lindern, planen die Konkurrenten zudem eine ungewöhnliche Kooperation. Medienberichten zufolge verhandeln BMW, Daimler und Volkswagen gemeinsam mit mehreren bedeutenden Zulieferern über eine enge Zusammenarbeit bei der Entwicklung der Mobilität der Zukunft.

Das Bündnis soll sich vorrangig auf die Forschung und Entwicklung beim autonomen Fahren richten – ein weiteres wesentliches Zukunftsfeld der Branche. Darüber hinaus ist aber auch eine Zusammenarbeit in Sachen Batteriezellen für Elektromotoren geplant. Im März soll über das Ob und Wie der Kooperation entschieden werden, die ausdrücklich für weitere Firmen offenstehen soll.

Einige Unternehmen arbeiten bereits jetzt zusammen. So bilden BMW, Fiat Chrysler und Intel bereits eine Allianz im Bereich autonomes Fahren. Ähnliche Ziele verfolgt Daimler in Zusammenarbeit mit Bosch.

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Volkswagen hat kürzlich angekündigt, mit dem US-Konkurrenten Ford erneut eng zusammenzuarbeiten. Das Bündnis ist zunächst auf die gemeinsame Fertigung von Nutzfahrzeugen ausgerichtet, soll sich jedoch künftig auch auf die Bereiche Roboterautos, Mobilitätsdienste und Elektroantrieb ausweiten.

Konzerne geben sich neue Strukturen

Neben technischen Innovationen sind zwei der drei großen deutschen Autobauer 2019 jedoch auch sehr mit sich selbst beschäftigt. Daimler wird bei der Hauptversammlung im Mai nach 13 Jahren Dieter Zetsche an der Spitze ablösen. Der Nachfolger Ola Källenius soll den Umbau des Konzerns in eine Holdingstruktur mit drei weitgehend eigenständigen Bereichen begleiten.

Auch bei Volkswagen stehen tiefgreifende Veränderungen auf der Agenda, seit der vorherige VW-Markenvorstand Herbert Diess im vergangenen Frühjahr das Ruder übernommen hat. Der Wolfsburger Konzern mit seinen zahlreichen Marken will seine Struktur ebenfalls neu ordnen, verschlanken und dadurch perspektivisch effizienter werden.

Aktien: vorsichtige Aufwärtsbewegung

Mit ihrer Neuausrichtung und den weitreichenden Kooperationen versuchen die Autobauer nicht zuletzt, sich gegen erstarkende neue Konkurrenten aus der Technologiebranche zu behaupten: Tesla setzt Maßstäbe in Sachen Elektromobilität, Google-Schwester Waymo forscht seit Jahren an autonom fahrenden Roboterautos.

Dass sie sich nicht mehr allzu lang auf bisherigen Erfolgen ausruhen können, haben die etablierten Autobauer mittlerweile selbst erkannt. Inwieweit auch die Aktien von der neuen Aufbruchsstimmung profitieren können, wird sich zeigen.

Im Januar ging es für alle drei Aktien zunächst aufwärts. Die schwache Quartalsbilanz, die Daimler Anfang Februar vorgelegt hat – inklusive reduzierter Dividende – hat die Autobauer jedoch kurzfristig wieder unter Druck gesetzt.

Die nächsten Zahlen von BMW und Volkswagen stehen im März auf der Agenda.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.