Autobranche in der Krise: Wie steht es um BMW, VW und Ford?

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Der Autosektor befindet sich in einer globalen Krise. Wir schauen auf die charttechnischen Perspektiven einzelner Werte. (Foto: Semmick Photo / shutterstock.com)

Gestern hatten wir den Start der diesjährigen Automesse „Detroit Motor Show“ zum Anlass genommen, einen Blick auf die börsentechnische Verfassung des Sektors zu werfen. Unser Fazit:

„Schlechte Aussichten für die deutsche Automobilbranche. Und nicht unbedingt gute, wenngleich offene, Perspektiven für die ‚Kollegen‘ aus den USA.“

Heute stellen wir einzelne Autoaktien auf den charttechnischen Prüfstand. Und ich verspreche Ihnen schon jetzt mit einem Augenzwinkern:

Dabei wird für Sie mehr rauskommen, als stinkende Abgase. Und vor allem: Meine Analysen kommen – wie immer – ohne jegliche „Schummelei“ aus.

Auf dem Charttechnik-Prüfstand: BMW

Beginnen wir mit 2 deutschen Automobilbauern: BMW und Volkswagen.

BMW: Noch weitere -30% Abwärtspotenzial

Die Aktie des bayerischen Autoproduzenten läuft auf eine spannende charttechnische Konstellation zu: Diese ergibt sich aus der Unterstützung um 64,00 Euro, auf die die Notierung derzeit zusteuert.

Kann die BMW-Aktie dieses Niveau nicht halten, dann dürfte das nächste Kursziel bei 50,00 Euro liegen: Dort befindet sich eine weitere solide Unterstützung.

Das entspricht einem zusätzlichen Abwärtspotenzial von rund -30%. Das im Sommer 2018 im Relative Stärke Index ausgebildete Verkaufssignal signalisiert Ihnen, dass die Wahrscheinlichkeit für eine solche Entwicklung hoch ist.

Auf dem Charttechnik-Prüfstand: VW

Und weiter geht’s mit der Vorzugsaktie von Volkswagen:

VW VZ: Noch weitere -41% Abwärtspotenzial

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Auf den ersten Blick wirkt die Charttechnik bei der Volkswagen-Vorzugsaktie etwas solider als bei BMW. Doch diese Sichtweise ist trügerisch:

Der Aufwärtstrend, der sich nach dem Bekanntwerden der Abgasschummelei im September 2015 entwickelte, wurde bereits im August des vergangenen Jahres nach unten verlassen.

Und Sie sollten sich nicht darauf verlassen, dass der Abwärtstrend im Relative Stärke Index in Kürze nach oben durchbrochen wird.

Wenn es noch einmal eine Etage tiefer geht, dann dürfte der im Oktober 2015 erreichte Tiefpunkt bei 85,00 Euro getestet werden: Ein Abwärtspotenzial von fast -41%.

Auf dem Charttechnik-Prüfstand: Ford Motors Co.

Schauen wir zum Abschluss auf den Chart des US-Autoherstellers Ford Motors Co (Ticker: F).

Ford Motors in USD: Noch weitere -24% Abwärtspotenzial

Sie sehen es selbst: Die Entwicklung bei Ford weicht deutlich von dem im gestrigen Beitrag gezeigten Branchenchart ab. Statt seitwärts bewegt sich der Aktienkurs schon seit dem Sommer 2014 in Richtung Süden.

Auch hier finden Sie eine massive Unterstützung, die von der Ford-Notierung noch angelaufen werden dürfte. Das Niveau von 6,80 USD würde einem Abwärtspotenzial von weiteren -24% entsprechen.

Fazit

Die ungünstigen Perspektiven für die Autobranche, die wir zu Wochenbeginn anhand der Sektoren-Indizes für Deutschland und die USA herausgearbeitet haben, finden wir in den heute analysierten Einzel-Charts bestätigt.

Daraus folgt: Die Autobranche befindet sich weltweit unverändert in einer Krise. Und ein Ende dieser Krise ist augenscheinlich noch nicht in Sicht.

Und deswegen besteht für Sie auch noch keine Eile, in nächster Zukunft auf eine Wiederauferstehung der Autoaktien zu setzen.


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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.