Autodesk-Aktie: Spezialist für Bausoftware nach Zahlen im Sinkflug

Autodesk: Zahlen läuten Kurskorrektur ein, Umstellung des Geschäftsmodells hinterlässt weiterhin Bremsspuren, Fokus auf Wachstumsmärkte. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Lange kannte die Aktie des US-Software-Konzerns Autodesk nur eine Richtung: steil nach oben.

Konnten Sie das Papier Anfang 2016 noch für unter 44 Dollar kaufen, mussten Sie vor wenigen Tagen schon 130 Dollar je Anteilsschein auf den Tisch legen.

Doch mit dem vorgelegten Zahlenwerk kommt der Höhenflug zu einem abrupten Ende.

Nachdem die hohen Markterwartungen nicht erreicht wurden, reagierten die Anleger fast panisch und ließen die Aktie sprichwörtlich fallen wie die heiße Kartoffel.

Mit einem Tages-Verlust von 20% hielten die Autodesk-Papiere die rote Laterne im Technologie-Index Nasdaq 100.

Autodesk: Marktführer für Design-Software

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen den US-Konzern näher vorstellen.

Denn auch wenn es sich bei Autodesk um einen Weltmarktführer handelt, dürften die Produkte nur Branchen-Insidern bekannt sein.

Autodesk zählt zu einem der weltweit führenden Anbieter von Software für Design, Planung, Konstruktion sowie Media und Entertainment.

Die Software wird v. a. in diesen Branchen eingesetzt:

  • Architektur,
  • Ingenieur- und Bauwesen,
  • Mechanik und Maschinenbau (Fahrzeuge, Transportwesen, Fertigung),
  • Netzbetreiber (Strom/Gas, Telekommunikation, Wasser, Abwasser)
  • Medien und Entertainment (Film, Spiele, TV).

Seit der Einführung der Software AutoCAD im Jahre 1982 entwickelte Autodesk bis heute mit einem Produkt-Portfolio von 150 Produkten das breiteste Angebot an Lösungen zur Erstellung von digitalen Modellen.

Zu den Kunden gehören alleine hierzulande die führenden Autobauer, doch auch BASF und Bayer sowie beispielsweise auch Siemens und RWE sind Abnehmer.

Flüster-Schätzungen konnten nicht erreicht werden

Der Grund des rasanten Abverkaufs liegt in den Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal:

Die Umsätze gingen um 5,2% auf 515,3 Mio. Dollar zurück. Der Verlust verringerte sich auf 119,8 Mio. Dollar von 142,8 Mio. im Vorjahres-Zeitraum.

Der bereinigte Verlust je Aktie lag bei 12 Cent nach 18 Cent im Vorjahr. Damit lagen die Ergebnisse zwar in etwas auf dem Niveau der Erwartungen, aber eben auch nicht darüber.

Unter der Hand hatten sich die Marktteilnehmer wohl doch noch eine Schippe mehr erwartet…

13% aller Mitarbeiter müssen gehen

Unterdessen kündigt der Software-Konzern einen regelrechten Kahlschlag an: Autodesk will nämlich 13% der gesamten Belegschaft abbauen.

Der AutoCAD-Hersteller aus Kalifornien kündigte die Streichung von 1.150 Stellen und die Zusammenlegung von Betriebsteilen an.

Der Großteil der Restrukturierung soll bis Anfang 2019 abgeschlossen werden.

Infolge der Restrukturierungs-Maßnahmen rechnet man im Laufe der nächsten Quartale mit einer Vorsteuer-Belastung von bis zu 149 Mio. Dollar.

Davon dürften 100 Mio. im laufenden Quartal gebucht werden.

Transformation des Geschäftsmodells hinterlässt Spuren

In den vergangenen Jahren hat Autodesk sein Geschäftsmodell umgestellt. Kunden können die Software jetzt nur noch mieten – und nicht mehr kaufen.

Im Sommer 2016 wurden die letzten Autodesk-Produkte auf das Mietmodell umgestellt. Sieser Schritt spiegelt sich deutlich in den Zahlen für das abgelaufene Quartal wider.

Denn durch die Umstellung entfallen hohe Einmal-Erlöse zu Beginn, die sonst mit dem Kauf der Software erzielt wurden.

Im Gegenzug fließen durch das Abomodell kontinuierlichere und besser planbare Erlöse.

Eminence Capital setzt auf Autodesk

Der renommierte Hedgefonds-Manager setzt bereits seit dem 3. Quartal 2013 auf den Software-Spezialisten Autodesk.

Mit seinem Einstiegskurs von 51,19 Dollar liegt der Portfolio-Manager trotz des jüngsten Kurs-Einbruchs mit über 100% in der Gewinnzone.

Insgesamt hat der Investor 212 Mo. Dollar in dem Konzern investiert. Das entspricht 3,53% seiner gesamten Vermögenswerte.

Mit dem Investment setzt Eminence-Firmenchef Ricky Sandler seine beeindruckende Performance fort:

Mit seinen 20 größten Aktienpositionen konnte Eminence Capital von April 2001 – April 2016 eine Rendite von +405% erzielen und lag damit bedeutend besser als der US-Leitindex S&P 500 (incl. Dividenden +142%).

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die deutsche Wirtschaft AG
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