Autodesk-Aktie: Umstellung des Geschäftsmodells trägt Früchte und schiebt Aktienkurs nach oben

Autodesk-Aktie: Umstellung des Geschäftsmodells trägt Früchte - Aktie setzt Höhenflug ungebremst fort (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Jahrelang ging bei der Aktie des Bausoftwarespezialisten Autodesk nichts voran. Doch seit der Umstellung des Geschäftsmodells sind die Papiere aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht. Alleine seit 2016 hat die Aktie um beinahe 160% an Wert zugelegt. Der jüngste Kursschub ging auf das Konto der gerade vorgelegten Quartalszahlen, die von Anlegern bejubelt wurden.

Autodesk im Portrait

Die in San Rafael (Kalifornien) ansässige Autodesk Inc. ist mit der gleichnamigen Computer-Aided Design Software international bekannt geworden. Mit Hilfe der Software lassen sich via Computer Gebäude planen, visualisieren, konstruieren und errichten. Neben CAD-Software für Architekten und Bauunternehmen entwickelt Autodesk zunehmend auch 3D-Software für Animationen und Effekte. Das Unternehmen vertreibt zudem Software für Endverbraucher über das Internet.

Kunden von Autodesk sind insbesondere Architekten, Ingenieurbüros und Bauunternehmen. Darüber hinaus nutzen auch die Unterhaltungs- und Medienindustrie sowie Endverbraucher.

Geschäftsmodell wird umgekrempelt

Früher machte der US-Konzern den Großteil seiner Erlöse mit dem Verkauf der Software, den restlichen Teil mit regelmäßigen Updates. Doch seit 2016 hat Autodesk seine Umstrukturierung forciert. Autodesk bietet seinen Kunden verstärkt die Software über die Cloud an und beschleunigt damit den Wechsel hin zu einem subskriptionsbasierten Geschäftsmodell.

Damit erzielt Autodesk zwar zu Beginn einer Vertragsbeziehung geringere Umsätze. Auf lange Sicht winken aber stabilere und besser planbare Erträge, da die Nutzer monatlich für die Nutzung der Software bezahlen müssen.

Starke Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Quartal

Die Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen. So kletterte der Umsatz im abgelaufenen zweiten Quartal auf 612 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem kräftigen Zuwachs von 22%. Damit wurde die ursprüngliche Prognose übertroffen.

Besondere Wachstumsimpulse kamen aus der Region EMEA, wo sich die Umsätze um 25% auf 248 Millionen US-Dollar verbesserten. Noch stärker legten die Geschäfte in den APAC-Ländern (Asien-Pazifik-Region) mit einem Plus von 31% auf 116 Millionen Dollar zu. Unter dem Strich lag das Nettoergebnis mit -39,4 Millionen Dollar weiterhin in der Verlustzone, fiel aber deutlich besser aus als im Vorjahr (-144 Millionen Dollar). Die Anzahl der Abonnements stieg im zurückliegende Quartal um 119.000 Abos auf 3,94 Millionen.

Management zeigt sich zuversichtlich

Auch für den weiteren Jahresverlauf zeigt sich der Konzern zuversichtlich. Im laufenden Quartal soll der Umsatz um 23 bis 25% auf 635 bis 645 Millionen Dollar ansteigen. Für das Gesamtjahr rechnet der Softwarespezialist mit einem Umsatz von 2,48 bis 2,5 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie soll parallel dazu auf 0,87 bis 0,95 Dollar ansteigen.

Kursziel der Analyst fast erreicht

Nach der sensationellen Kursentwicklung ist das durchschnittliche Kursziel der Analysten bereits fast erreicht. Die Experten taxieren den fairen Wert der Aktie auf 161,13 Dollar und damit nur leicht über dem aktuellen Kursniveau (155 Dollar). Dabei rechnen die Analysten im nächsten Jahr mit einem satten Gewinnsprung auf 3,14 Dollar je Aktie.

Damit läge das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 49. Auf den ersten Blick kein Schnäppchen mehr. Auf Grund der Umstellung des Geschäftsmodells dürften die Gewinnmargen in den kommenden Jahren aber tendenziell nach oben gehen, was sich auf lange Sicht wieder positiv auf den Unternehmenswert auswirken wird.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.