Autodesk: Softwarekonzern legt starke Zahlen vor – Anleger treiben Aktie auf neues Rekordhoch

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Autodesk: Spezialist für Bausoftware erklimmt neues Allzeithoch. Robustes Wachstum, höhere Gewinnmargen und ein solider Ausblick erfreuen die Anleger (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Nach starken Zahlen hat die Aktie des Bausoftwarespezialisten Autodesk in der vergangenen Woche ihren Höhenflug ungebremst fortgesetzt. Die Anleger honorieren immer stärker die Umstellung des Geschäftsmodells hin zu subskriptionsbasierten Einnahmen und trieben den Aktienkurs zuletzt auf ein neues Allzeithoch.

Weltmarktführer für Bausoftware

Bevor ich auf das aktuelle Zahlenwerk der Firma eingehe, möchte ich Ihnen Autodesk erst einmal näher vorstellen. Die in San Rafael (Kalifornien) ansässige Autodesk ist mit der gleichnamigen Computer-Aided Design Software international bekannt geworden. Mit Hilfe der Software lassen sich via Computer Gebäude planen, visualisieren, konstruieren und errichten. Neben CAD-Software für Architekten und Bauunternehmen entwickelt Autodesk zunehmend auch 3D-Software für Animationen und Effekte. Das Unternehmen vertreibt zudem Software für Endverbraucher über das Internet.

Kunden von Autodesk sind insbesondere Architekten, Ingenieurbüros und Bauunternehmen. Darüber hinaus nutzen auch die Unterhaltungs- und Medienindustrie sowie Endverbraucher die Autodesk-Produkte.

Umstellung des Geschäftsmodells trägt Früchte

Autodesk hat sein Geschäftsmodell seit dem Januar 2016 umgestellt. Vorher gab es ein Lizenzmodell, im Rahmen dessen für Softwareprodukte eine einmalige Gebühr kassiert wurde. Jetzt gibt es quasi nur noch ein Abo-Modell. Kunden zahlen eine Art Miete, die monatlich kassiert wird. Das spart den Kunden zunächst hohe Einmalzahlungen für die Lizenz, aber langfristig müssen die Kunden mehr bezahlen. Entsprechend drückte die Umstellung bei Autodesk erst einmal auf die Geschäftsentwicklung, sollte sich aber in den kommenden Jahren deutlich positiv bemerkbar machen.

Ergebnisse deutlich über den Erwartungen der Analysten

Im gerade abgelaufenen dritten Quartal konnte der Softwarekonzern abermals mit hohen Zuwächsen glänzen. So kletterte der Umsatz um satte 28% auf 843 Millionen Dollar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auf Grund der Umstellung des Geschäftsmodells lag der Anteil der wiederkehrenden Umsätze bei hohen 96%.

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Gleichzeitig erhöhte sich das operative Ergebnis deutlich überproportional von 15 auf 111 Millionen Dollar. Entsprechend verbesserte sich die operative Gewinnmarge um 11 Prozentpunkte auf nunmehr 13%. Auf Grund der starken Margenverbesserung erreichte Autodesk auch unter dem Strich die Gewinnzone. Das Nettoergebnis drehte von -23,7 Millionen Dollar im Vorjahresquartal auf 66,7 Millionen Dollar. Je Aktie blieb ein Gewinn von 30 Cent übrig (Vorjahr: -11 Cent je Aktie).

Ausblick durch Währungseinflüsse belastet

Aufgrund eines etwas stärkeren Währungseinflusses als bisher erwartet und des Zeitpunkts der Umsatzrealisierung im dritten und vierten Quartal passte Autodesk aber den Ausblick für das Geschäftsjahr leicht an. Der Konzern geht nun davon aus, dass der Umsatz um 27% in einem Bereich von 3,255 bis 3,270 Milliarden liegen wird.

Gleichzeitig soll der Gewinn je Aktie in einer Bandbreite von 0,80 bis 0,85 Dollar liegen. Für Sie zum Vergleich: Bislang ist das Autodesk-Management von 0,75 bis 0,87 Dollar je Anteilsschein ausgegangen. Die untere Bandbreite wurde deutlich angehoben, die obere Zielspanne hingegen leicht reduziert. Unter dem Strich störte es die Anleger aber nicht. Denn die freie Cash-Flow-Planung, die bei den Aktionären ohnehin mehr Bedeutung hat, wurde erhöht. Dort erwartet der Softwarekonzern jetzt eine Bandbreite von 1,30 bis 1,40 Milliarden Dollar, eine Verbesserung gegenüber dem bisherigen Ziel von 1,3 Milliarden Dollar.

Analysten sehen nur begrenztes Kurspotenzial

Nach dem jüngsten Kursanstieg zeigen sich die Analyten unentschlossen. Von den 27 Experten, die sich mit der Aktie beschäftigen, raten 19 zum Kauf der Papiere. Gleichzeitig sehen 6 Banker in der Autodesk-Aktie eine Halteposition, während zwei Analysten sogar eine Verkaufsempfehlung aussprechen. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 188 Dollar derzeit nur knapp über dem aktuellen Kursniveau (180 Dollar).


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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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