Autodesk: Softwarekonzern übertrifft Erwartungen – Anleger gehen trotzdem an die Seitenlinie

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Der Bausoftwarespezialist Autodesk ist weiter auf dem Wachstumspfad. Das Cloud-Geschäftsmodell liefert eine hohe Planbarkeit der Erlöse. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Die Erwartungen an die Quartalszahlen des führenden Bausoftwarespezialisten Autodesk waren hoch und wurden erfüllt. Immerhin zeigte der US-Konzern bei zweistelligem Wachstum eine deutliche Ausweitung der Gewinnmargen. Dennoch gab die Aktie im Nachgang der Zahlen leicht nach. Offenbar waren die Anleger von noch besseren Ergebnissen ausgegangen. An den grundsätzlich positiven Aussichten hat sich hingegen wenig geändert. Zudem muss der kleine Rücksetzer vor dem Hintergrund der starken Entwicklung gesehen werden. Seit dem Jahreswechsel haben sich die Papiere von Autodesk um gut ein Drittel verteuert.

Weltmarktführer für Bausoftware

Bevor ich auf das aktuelle Zahlenwerk der Firma eingehe, möchte ich Ihnen Autodesk erst einmal näher vorstellen. Die in San Rafael (Kalifornien) ansässige Autodesk ist mit der gleichnamigen Computer-Aided Design Software international bekannt geworden. Mit Hilfe der Software lassen sich via Computer Gebäude planen, visualisieren, konstruieren und errichten. Neben CAD-Software für Architekten und Bauunternehmen entwickelt Autodesk zunehmend auch 3D-Software für Animationen und Effekte. Das Unternehmen vertreibt zudem Software für Endverbraucher über das Internet.

Kunden von Autodesk sind insbesondere Architekten, Ingenieurbüros und Bauunternehmen. Darüber hinaus nutzen auch die Unterhaltungs- und Medienindustrie sowie Endverbraucher die Autodesk-Produkte.

Umstellung des Geschäftsmodells trägt Früchte

Autodesk hat sein Geschäftsmodell seit dem Januar 2016 umgestellt. Vorher gab es ein Lizenzmodell, im Rahmen dessen für Softwareprodukte eine einmalige Gebühr kassiert wurde. Jetzt gibt es quasi nur noch ein Abo-Modell. Kunden zahlen eine Art Miete, die monatlich kassiert wird. Das spart den Kunden zunächst hohe Einmalzahlungen für die Lizenz, aber langfristig müssen die Kunden mehr bezahlen. Entsprechend drückte die Umstellung bei Autodesk erst einmal auf die Geschäftsentwicklung, sollte sich aber in den kommenden Jahren deutlich positiv bemerkbar machen.

Autodesk steigert Umsatz um 15%….

Im gerade abgelaufenen zweiten Quartal konnte der Softwarekonzern abermals mit hohen Zuwächsen glänzen. Der Umsatz kletterte um 15% auf 913 Millionen Dollar nach oben. Damit wurden die Analystenschätzungen nochmals um 14 Millionen Dollar übertroffen. Besonders beeindruckend: Auf Grund des Abo-Geschäftsmodells waren 98% der Gesamtumsätze wiederkehrender Natur.

…..und setzt bei der Profitabilität noch einen drauf

Auch die Gewinnentwicklung konnte sich absolut sehen lassen: Bei der operativen Marge (Non-GAAP) erreichte der Softwarespezialist eine Verbesserung um 5 Prozentpunkte auf 29%. Unter dem Strich blieb ein Gewinn je Aktie von 98 Cent übrig. Das waren nicht nur 50% mehr als im Vorjahreszeitraum, sondern auch mehr als die Analysten prognostiziert hatten. Die Expertenschätzungen wurden mit den Ergebnissen um knapp 9% übertroffen.

4 Milliarden Dollar-Marke im Visier

Für den restlichen Jahresverlauf zeigt sich Firmenboss Andrew Anagnost zuversichtlich und nimmt den Ausblick nach oben. Beim Umsatz peilt Autodesk eine Bandbreite zwischen 4,07 und 4,17 Milliarden Dollar an. Die operative Gewinnmarge (Non-GAAP) soll sich unterdessen zwischen 27,5 und 29% bewegen. Am Ende soll ein Gewinn je Aktie von 3,72 bis 3,9 Dollar hängenbleiben. Für Sie zum Vergleich: Bislang rechnete das Unternehmen mit 3,52 bis 3,9 Dollar je Anteilschein. Die von Thomson Reuters befragten Analysten schätzen den Gewinn für derzeit auf 3,78 Dollar pro Aktie.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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