Autogipfel: Konjunkturhilfen werden erhöht und verlängert

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3 Milliarden mehr, 4 Jahre länger: So lautet das Förderversprechen des Bundes an die Autobranche. Am Parkett kommt das gut an. (Foto: AR Pictures / shutterstock.com)

Es war mal wieder an der Zeit für einen Autogipfel. Anfang der Woche kamen Branchenvertreter und hochrangige Politiker in einer virtuellen Schaltkonferenz zusammen, um über die Zukunft des deutschen Exportschlagers zu beraten. Einmal mehr im Fokus: Der Umstieg vom Verbrennungs- zum Elektromotor.

Die Transformation ist politisch gewollt, der Klimaschutz gebietet es, den umweltsündigen SUVs mit Verbrennungsmotor eine größere Anzahl sparsamer Kleinwagen und – besser noch – vollelektrisch betrieben Fahrzeuge gegenüberzustellen. Das Problem dabei: Die SUVs sind beliebt, die Verbrennungsmotoren auch. Die Kunden entscheiden noch viel zu oft nicht im umweltpolitisch günstigen Sinne.

Also soll ihnen weiterhin mit finanziellen Anreizen die Entscheidung pro Elektro versüßt werden. Je nach Fahrzeugtyp, Emissionswerten und weiteren Merkmalen können Kunden mehrere tausend Euro staatlicher Prämien abgreifen beim Kauf eines Neufahrzeugs im Wert von bis zu 40.000 Euro.

Auch Hybride bleiben förderfähig

Allerdings werden diese Prämien nicht nur für vollelektrische, sondern auch für Hybridfahrzeuge gezahlt, also solche, die zwar theoretisch auch elektrisch fahren können, de facto aber überwiegend mit Verbrennungsmotor laufen. Dass auch diese Antriebs-Zwitter weiterhin gefördert werden, ist Umweltschützern ein Dorn im Auge.

Der Industrie hingegen kommt es sehr gelegen. Immerhin verbinden die Hybriden die Vorzüge des Verbrenners mit dem guten Gewissen des E-Autos und erfreuen sich daher größerer Beliebtheit. Weiterhin ein Knackpunkt bei den rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen ist die Ladeinfrastruktur. Zwar gibt es im städtischen Ballungsraum mittlerweile häufig Ladestationen, etwa auch auf Parkplätzen von Kaufhäusern und Supermärkten. Doch je ländlicher es wird, desto eher fehlt dem Elektromotor die Saftbar.

Konjunkturhilfen verlängert und erhöht

Gut verfügbare, transparent abzurechnende und vor allem schnelle Lademöglichkeiten zu schaffen, wird wesentlich über den weiteren Erfolg oder Misserfolg der hiesigen Elektromobilität entscheiden. Die bis 2021 laufenden Kaufprämien-Programme wurden nun bis 2025 verlängert, zudem wurde am Dienstag eine Abwrackprämie für die Umrüstung von Lkw-Flotten auf neuere, sparsamere Fahrzeuge beschlossen.

Zusammen mit den Hilfen für die Zulieferbetriebe, die bereits im Zuge der coronabedingten Konjunkturmaßnahmen auf den Weg gebracht wurden, greift der Bund der Automobilbranche nun mit insgesamt rund 5 Milliarden Euro unter die Arme.

Anleger begeistert – Aktien im Höhenflug

Am Parkett kamen die Beschlüsse gut an. Die im Dax vertretenen Aktien der drei großen Autobauer befanden sich ohnehin schon in einer Aufwärtsbewegung, die mit den Ergebnissen des jüngsten Autogipfels noch einmal beschleunigt wurde.

Auf Wochensicht notieren die Anteilsscheine von Daimler und BMW um rund 5 beziehungsweise 6 Prozent im Plus, die Volkswagen Aktie liegt gut 2 Prozent über dem Vorwochenniveau.

Auch langfristig auf Erfolgskurs

Insgesamt haben sich die Papiere aller drei Hersteller nach dem Absturz im März in den vergangenen Monaten wieder gut erholt. Binnen sechs Monaten legte die VW Aktie um knapp 20 Prozent zu, BMW holte um 50 Prozent auf und die Daimler Aktie schoss um gut 80 Prozent in die Höhe.

Damit hat der Kurs der BMW Aktie das Niveau von vor Corona wieder erreicht. Die Konkurrenten aus Stuttgart werden von den Anlegern derzeit sogar gut 10 Prozent höher bewertet als noch vor einem Jahr. Die Wolfsburger hingegen mussten auf lange Sicht Federn lassen: Die VW Aktie hat auf Jahressicht rund 13 Prozentpunkte nachgegeben.

Analysten sehen bei allen drei Autobauern noch Luft nach oben: Die Aktien werden mehrheitlich zum Kauf empfohlen.

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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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