Autokonzern mit niedriger Bewertung

Frankreich hat mehr zu bieten als guten Wein und leckeres Essen. Dieser Autokonzern steht vor einer guten Zukunft, auch dank einer deutschen Konzern-Tochter. (Foto: meowKa / Shutterstock.com)

Was halten Sie von Autos aus Frankreich? Vielen Deutschen kommt ein Fahrzeug von Peugeot oder Citroen nicht in die Garage. Doch viele Vorurteile lassen sich nicht halten. Längst sind Autos aus Frankreich nicht nur schick, sondern auch clever. Gerade Familien schätzen viele praktische Innovationen. Da zu PSA Peugeot Citroen nun auch Opel gehört, wollen wir uns das Unternehmen einmal genauer anschauen.

Rechnet sich die Aktie? Peugeot Citroën (PSA) ist nach Volkswagen der zweitgrößte Automobilhersteller Europas. Weltweit rangiert PSA auf Rang sechs. Neben den Automarken Peugeot, Citroën, Opel/Vauxhall und der Modellreihe DS produziert der Konzern Motorroller und ist in den Geschäftsbereichen Fahrzeugausstattungen (Faurecia) und Finanzdienstleistungen aktiv.

Synergien und Sparmaßnahmen voraus

2017 war ein erfolgreiches Jahr für PSA. Mit 3,6 Mio Fahrzeugen wurden 15,4% mehr verkauft, als im Vorjahr. Diesen Anstieg verdankt PSA einerseits dem organischen Wachstum, andererseits der Akquise von Opel. Der Umsatz der Kernmarken Peugeot und Citroen stieg um 9,9% auf 40,3 Mrd €. In den fünf Monaten in denen Opel und Vauxhall zu PSA gehören, trugen die Marken 6,9 Mrd € zum Konzernumsatz bei.

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Der operative Verlust von Opel belief sich auf 179 Mio €. Die Restrukturierung von Opel ist zur Zeit die Hauptaufgabe von PSA. Mit einem Gewinn von knapp 1,93 Mrd €, 11,5% mehr als im Vorjahr, kann sich der Konzern diese problemlos leisten. Das erklärte Ziel von Opel und PSA ist es, die Marke bis 2020 in die Gewinnzone zu bringen. Dies soll einerseits durch Synergien zwischen den Marken geschehen, andererseits durch Sparmaßnahmen.

Fixkosten und Werbekosten konnten bereits gesenkt werden, jetzt befindet sich PSA im Streit mit den deutschen Gewerkschaften. Um rentabel zu werden, muss Opel an den Lohnkosten sparen. Im 1. Quartal 2018 setzte sich der Erfolgskurs von PSA fort. Der Konzern verkaufte über 1 Mio Fahrzeuge, 44,2% mehr als im Vorjahr. Der Umsatz stieg um 42,1% auf 18,2 Mrd €. Die Marken Peugeot und Citroen erwirtschafteten gut 10 Mrd €, 13,3% mehr als im Vorjahr.

Diese Aktie hat Potenzial

Verteilt über alle Marken konnte der Konzern in allen Weltregionen mehr Fahrzeuge absetzen als im Vorjahreszeitraum. 2018 wird PSA weiter wachsen. Auch an der Börse besteht großes Potenzial. Die niedrige Bewertung trifft auf ein starkes Wachstum. PSA ist trotz Konkurrenz gut positioniert. Da geht was!


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.