Automobilzulieferer Grammer mit gutem Jahresauftakt

Der im Nebenwerteindex SDax gelistete deutsche Automobil- und Nutzfahrzeugzulieferer Grammer legte einen guten Start ins laufende Geschäftsjahr hin. Grammer steigerte im abgelaufenen Quartal sowohl den Umsatz als auch das Ergebnis.

Bevor ich Ihnen gleich die Zahlen im Detail vorstelle und erläutere, möchte ich Ihnen zunächst kurz das Unternehmen Grammer vorstellen.

Die Grammer AG im Kurzportrait

Die Grammer AG ist ein weltweit agierender Zulieferer für Automobil-Interieur (Innenausstattung) und führender Hersteller von Nutzfahrzeug-Sitzsystemen. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung von Komponenten und Systemen für die PKW-Innenausstattung sowie von Fahrer- und Passagiersitzen für Nutzfahrzeuge.

Im Segment Automotive liefert Grammer vor allem Kopfstützen, Armlehnen und Mittelkonsolen an namhafte Pkw-Hersteller im Premiumbereich und an Lieferanten der Fahrzeugindustrie.

Das Segment Seating Systems umfasst die Geschäftsfelder Lkw- und Offroad-Sitze sowie Bahn- und Bussitze.

Wenn Sie beispielsweise gelegentlich mit der Bahn unterwegs sind und dabei auch hin und wieder einen ICE nutzen, werden Sie schon einmal auf einem von Grammer gefertigten Sitz gesessen haben.

Grammer ist im oberpfälzischen Amberg ansässig, beschäftigt über 10.500 Mitarbeiter in 30 Gesellschaften und ist weltweit in 20 Ländern tätig.

Die aktuellen Quartalszahlen im Detail

Grammer ist mit einem deutlichen Umsatzwachstum von 6,6% auf 352,7 Mio. Euro erfolgreich ins Geschäftsjahr 2015 gestartet. Das Umsatzplus wurde im abgelaufenen Quartal komplett durch das Segment Automotive (also die Automobilzuliefersparte) generiert.

Dieses Wachstum wurde vor allem von einer hohen Zahl an Neuprojekten und der weiterhin guten Automobilkonjunktur, über die ich regelmäßig an dieser Stelle berichtet habe, getragen. Dagegen verbuchte Grammer im Segment Seating Systems (in der Sitzsparte) erwartungsgemäß einen leichten Umsatzrückgang. Ursächlich dafür war die schwache Entwicklung wichtiger Teilmärkte.

Der operative Gewinn (EBIT) verbesserte sich aber trotz der rückläufigen Entwicklung im margenstärkeren Sitz-Geschäft und der weiterhin hohen Vorleistungen für die Erweiterung und Optimierung der weltweiten Produktionskapazitäten.

Konkret verbesserte sich das EBIT im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 14,8 auf 16,5 Mio. Euro und damit um 11,5%. Diese positive Ergebnisentwicklung wurde zum Teil auch durch positive Währungseffekte begünstigt.

Ausblick für das Gesamtjahr bestätigt

Den zuvor bereits gegebenen Ausblick für das Gesamtjahr 2015 hat Grammer nach den Q1-Zahlen bestätigt: „Für das Jahr 2015 planen wir trotz der nun immer stärker eingetrübten Marktlage im Seating-Bereich unverändert mit einem Umsatzwachstum im Konzern und werden die gute Entwicklung der vergangenen Jahre damit fortsetzen“, sagte Hartmut Müller, Vorstandsvorsitzender der Grammer AG.

Die Äußerung des Vorstandsvorsitzenden Hartmut Müller bringt sowohl die Stärke als auch die kleine Schwäche des Unternehmens zu Tage: Beim Umsatz konnte Grammer zuletzt stets überzeugen und auch bei Gegenwind immer gute Zahlen vorlegen.

Auf der Ergebnisseite jedoch hat Grammer seit einiger Zeit etwas zu kämpfen. Erstens ist die Gewinnmarge im Automobilzuliefer-Segment recht klein und zweitens investierte Grammer zuletzt in Optimierung und Ausweitung der Produktionskapazitäten.

Letzteres wird jedoch das Ergebnis von Grammer nur auf Zeit belasten und im Anschluss daran sogar sehr wahrscheinlich beflügeln. Denn: Nach einer Investitionsphase folgt in der Regel die Erntephase. Derzeit befindet sich das Unternehmen aber noch in einer Art Übergangsphase.

6. Mai 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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