Axel Springer-Aktie startet durch

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BILD & Co haben die 200-Tagelinie überwunden. Es gibt etwas Luft nach oben – doch lohnt sich hier ein Einstieg wirklich? Das Todeskreuz rät zur Vorsicht. (Foto: 360b / shutterstock.com)

Ob Sie nun Bild oder Die Welt abonniert haben, lassen wir heute einmal außen vor. Trotzdem ist die Aktie des Spinger-Verlags gerade aktuell einen zweiten Blick wert. Die Aktie läuft seit Jahren vorsichtig bergauf. Auch wenn es von 2015 bis 2017 eine schwache Seitwärtsphase gab. Heute sieht das anders aus.

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Die Aktie hat gestern über der 200-Tagelinie geschlossen. Heute gab es intraday einen Rücksetzer auf diese Linie. Gleichzeitig befinden wir uns über diversen Widerständen. Lohnt sich hier ein Einsteig?

Blicken wir auf die Charttechnik. In pink sehen Sie den langfristigen Aufwärtstrend. Dieser läuft bereits seit Dezember 2016 und wurde in den vergangenen Tagen zum ersten Mal unterschritten. Wenn auch nur kurz und das Echo der Bären war deutlich. Schon notieren wir wieder darüber.

Die gelbe Linie sind Unterstützungen. Dies in Kombination mit der grünen 200-Tagelinie sollte die Aktie weiter auf Kurs halten. Wir haben etwas Luft nach oben. Zumindest bis 69 Euro sollten die Kurse steigen können. Denn dort hatten sie sich auch in den vergangenen Wochen festgelaufen. Mit etwas Glück kann hier ein knapper Einstieg über den Unterstützungen und der SMA-200 gefunden werden.

Was spricht dagegen?

Selten zeigen alle Zeichen auf Kauf oder Verkauf. Genauso ist es hier. Der Chart, der Trend, die 200-Tagelinie und die gelben Unterstützungslinien sprechen alle für weiter steigende Kurse. Doch spielen wir einmal des Teufels Advokat. Was stört uns an diesem Setup?

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Todeskreuz wurde ignoriert: Wenn die blaue 50-Tagelinie, die grüne 200-Tagelinie nach unten durchbricht, nennt sich das Todeskreuz. In der Regel soll das ein sehr negatives Zeichen sein. Das wäre ein Grund, warum wir nicht großartig steigende Kurse erleben könnten. Doch auch hier gibt es Ausnahmen. Nicht immer zeigt ein Todeskreuz Wirkung.

RSI und Stochastic sind am oberen Rand. Beide Indikatoren zeigen einen überkauften Wert an. Steigen die Kurse jetzt noch deutlich weiter? Kann sein. Es kann aber auch schon das Ende der Fahnenstange gewesen sein und beide Indikatoren könnten demnächst abbauen. Das geht am einfachsten mit fallenden Kursen.

Tendenziell könnten wir also noch einmal etwas unter die rosa Aufwärtstrendlinie fallen, so wie es die Wochen davor geschehen ist. Und vielleicht steigen die Kurse dann erst. Die SMA-50 könnten wir  dennoch als Stopp nehmen. Fallen die Kurse noch einmal darunter, geht es sicherlich wieder weiter bergab. Das geschah nachhaltig am 15. März und seitdem notierte die Axel Springer-Aktie darunter, bis vor wenigen Tagen.

Der Bruch der 50-Tagelinie nach oben, genauso wie die Eroberung der rosa Trendlinie waren beides sehr positive Zeichen. Und das direkt nach dem „Todeskreuz“. Wir können wohl in den meisten Fällen davon ausgehen, dass die kommenden Wochen eher positiv verlaufen werden.

Fazit: Grundsätzlich überwiegt das Positive. Das Todeskreuz können wir eher ignorieren. Einzig die Indikatoren sprechen noch von einem überkauften Wert, aber das kann auch noch eine Weile gutgehen.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.