Axel Springer fliegt aus dem MDax

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Die deutsche Indexlandschaft verändert sich wieder einmal. Grund dafür ist die Übernahme eines großen Aktienpakets von Axel Springer durch den Finanzinvestor KKR. (Foto: 360b / shutterstock.com)

Der deutsche Medien- und Digitalkonzern Axel Springer fliegt, wie bereits im Vorfeld erwartet wurde, aus dem Nebenwerte-Index MDax. Den dadurch frei werdenden Platz nimmt der IT-Dienstleister Cancom ein. Die Indexanpassung findet bereits sehr zeitnah am 29. August statt. Dies teilte die Deutsche Börse am Montagabend mit.

Im SDax wird durch den Aufstieg von Cancom in den nächst höheren Index, den MDax, ebenfalls ein Platz frei. Diesen nimmt demnächst der Immobilienentwickler Instone Real Estate ein.

Hintergrund des Ausscheidens von Axel Springer aus dem MDax ist die erfolgreiche Übernahmeofferte des US-amerikanischen Finanzinvestors KKR. Diesem wurden insgesamt 42,5% der im freien Handel befindlichen Springer-Aktien angeboten.

Insgesamt ist der Streubesitz nun auf deutlich unter 10% gesunken, da die Gründerfamilie Springer und Springer-Chef Matthias Döpfner zusammen ebenfalls einen erheblichen Anteil halten.

Bei den in dieser Woche stattfindenden Indexanpassungen handelt es sich um außerplanmäßige Anpassungen infolge der Springer Übernahme. Lernen Sie jetzt die 4 Auf- und Abstiegsregeln kennen, die bei normalen Index-Anpassungen herangezogen werden.

Die 4 Auf- und Abstiegsregeln

Es gibt 4 Regeln für einen Auf- und Abstieg. Diese möchte ich Ihnen in der Folge kurz vorstellen:

Fast-Entry:

Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach beiden Kriterien (Börsenumsatz und Börsenwert der frei gehandelten Aktien) mindestens zu den 25 größten Unternehmen zählt. Aus dem DAX scheidet dann jener Wert aus, welcher in mindestens einem der beiden Rankings einen Rang schlechter als 35 (falls ein solcher existiert) ist und die niedrigste Marktkapitalisierung aufweist.

Regular-Entry:

Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach beiden Kriterien mindestens zu den 30 größten Unternehmen zählt. Außerdem muss ein Indexwert existieren, der nach mindestens einem Kriterium nicht mehr zu den 35 größten Konzernen zählt.

Fast-Exit:

Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien (Börsenumsatz oder Marktkapitalisierung) nicht mehr zu den 45 größten Unternehmen gehört.

Ein Nicht-Index-Wert muss aber gleichzeitig bei der Marktkapitalisierung mindestens Rang 35 und beim Börsenumsatz mindestens Rang 45 erreichen.

Regular-Exit:

Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien nicht mehr zu den 40 größten Konzernen gehört, ein Nicht-Index-Wert aber in beiden Kriterien mindestens Rang 35 erreicht

Die (möglichen) Folgen von Index-Anpassungen

Kommen wir abschließend noch zu den Auswirkungen der Index-Anpassungen: Sie sorgen u.a. dafür, dass zuletzt erfolglose Unternehmen die großen Indizes verlassen müssen und aufstrebende Unternehmen nachrücken.

Das ist einer der Gründe dafür, warum die Indizes trotz vorübergehender Turbulenzen langfristig immer steigen. Die Bremsen werden entfernt. Soweit die allgemeinen Auswirkungen. Doch was passiert mit den Aktienkursen der einzelnen Unternehmen, die auf- oder abgestiegen sind?

Häufig wirkt sich ein Aufstieg positiv auf die Aktien des Aufsteigers aus, ein Abstieg dagegen wirkt sich oftmals negativ auf die kurzfristige Wertentwicklung der Aktien der Absteiger aus.

Der Hauptgrund: Sogenannte Indexfonds (Fonds, die komplette Indizes abdecken) müssen sich mit den Aktien der Aufsteiger eindecken und die Aktien der Absteiger verkaufen.

Dadurch geraten die Aktien der Absteiger unter Druck und die Aktien der Aufsteiger entwickeln sich im Normalfall positiv.

Da es aber weder pauschal so ist, dass die Aufsteiger sich in der Folge positiv entwickeln, noch so, dass die Absteiger sich in der Folge negativ entwickeln, sollten Sie auch nicht pauschal die Aufsteiger kaufen und die Absteiger verkaufen. Prüfen Sie vor dem Kauf oder Verkauf stets die fundamentalen Daten!

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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