BaFin: Banken informieren ihre Kunden unzureichend

Die BaFin kritisiert mangelnde Information von Bankkunden. Optionen-Profi R. Heißmann nennt die Gründe und eine Alternative. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Mit Händen und Füssen sträuben sich viele Banken, wenn es darum geht, ihren Kunden das Selbstverständlichste der Welt zukommen zu lassen: Eine einfache und klar verständliche Information über ihre Produkte.

Das habe ich an dieser Stelle schon mehrfach kritisiert, z.B. hier: „ Zertifikate sind kompliziert – Optionen sind einfach“.

Dort habe ich geschrieben „Der Kunde versteht das Produkt nicht, das ihm der Berater verkaufen will“ und weiter „Die Branche denkt nicht um“.

Seitdem ist mehr als ein halbes Jahr vergangen, geändert hat sich nicht. Da wurde gerade eben von höchster Stelle kritisiert.

BaFin sieht Verbesserungsbedarf bei Produktinformationsblättern

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat eine umfassende Untersuchung von sogenannten Produktinformationsblättern der Banken vorgenommen.

Produktinformationsblätter sind nach dem Wertpapierhandelsgesetz Vorschrift für alle Bankprodukte beziehungsweise Finanzdienstleistungen, die Banken ihren Kunden verkaufen. Dazu gehören: Optionsscheine, Waves, Zertifikate, K.o.-Scheine, CfDs etc.

Die BaFin hat ihr Ergebnis in typisch zurückhaltender Art zusammengefasst: Sie sieht Verbesserungsbedarf. Ich übersetze: Banken informieren ihre Kunden schlecht.

Die 5 Kritikpunkte der BaFin

Bei ihrer Untersuchung der Produktinformationsblätter der Banken stellt die BaFin 5 Kritikpunkte heraus:

1. Mangelnde Individualisierung

Nicht das individuelle Produkt, sondern eine Produktgruppe wird erklärt.

2. Fehlende Verständlichkeit

Fachbegriffe werden genannt, aber nicht erklärt.

3. Umfangsüberschreitung

Dem Kunden werden mehr als 2 oder 3 DIN-A4-Seiten vorgelegt.

4.Defizite hinsichtlich erforderlicher Angaben

Es fehlen entscheidende Angaben (z.B. Laufzeit der Geldanlage).

5. Unzulässige Angaben

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Beispiel: Es wird ein Haftungsausschluss für die Richtigkeit der Angaben im Produktinformationsblatt angegeben. Dieses ist aber nicht erlaubt.

Banken scheuen Transparenz wie der Teufel das Weihwasser

Die Kritik der BaFin ist leider nichts Neues. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) kritisiert die mangelnde Transparenz vieler Bankprodukte fast jedes Jahr in ihrem Schwarzbuch Börse. Es ändert sich nichts, wie die BaFin gerade eben wieder bestätigt hat.

Gewinn-Chancen von Optionen

Im Vergleich dazu sind Optionen ganz einfach. Ein Produktinformationsblatt ist nicht nötig. Denn Optionen sind standardisiert und haben alle dieselbe Grundausstattung. Hinzu kommt:

Gewinn-Chancen von Optionen lassen sich mit einer Frage und Antwort zusammenfassen. Beim Kauf einer Option und bei der späteren Beobachtung dieser Option auf ihre Gewinn-Aussichten hin, beantworte ich mir immer nur eine Frage je Call- oder Put-Option:

Frage zur Call-Option: Wird der Kurs des Basiswerts nach dem Kauf der Call-Option steigen und bis etwa 3 Monate vor dem letzten Handelstag des Calls über dem Basispreis des Calls beziehungsweise am letzten Handelstag deutlich darüber notieren?

Die Bewertung: Kann ich diese Frage bejahen, hat der Call gute Gewinn-Aussichten.

Frage zur Put-Option: Wird der Kurs des Basiswerts nach dem Kauf der Put-Option fallen und bis etwa 3 Monate vor dem letzten Handelstag des Puts unter dem Basispreis des Puts beziehungsweise am letzten Handelstag deutlich darunter notieren?

Die Bewertung: Kann ich diese Frage bejahen, hat der Put gute Gewinn-Aussichten.

Letztlich lässt sich jede gekaufte Call- oder Put-Option mit dieser einen Frage sekundenschnell bewerten. Den Banken ist das offensichtlich zu einfach.

Sie verkaufen Ihnen lieber Finanzprodukte, die so komplex sind, dass sie Produktinformationsblätter benötigen – und: Die werden dann schwer bis nicht verständlich formuliert. So hat die Bank ihre Kunden gut im Griff.

Da die Banken sich nicht ändern, …

… ändern Sie doch einfach Ihre Investitionen in Hebelprodukte. Wählen Sie Optionen, statt der immer wieder kritisierten Hebelprodukte der Banken. Optionen werden nicht von Banken emittiert und an separaten Terminbörsen gehandelt. Der richtige Broker ermöglicht Ihnen einen preisgünstigen Zugang zum Optionen-Handel.

Zum guten Schluss: Am 09.12.1608, also heute vor 403 Jahren, kam der englischer Dichter und Philosoph John Milton zur Welt. Zu seiner Zeit war ein Buch etwas ganz Besonderes. Und so schrieb er:

„Ein gutes Buch ist das kostbare Lebenselixier für des Meisters Geist.“

In der heutigen Zeit verschwinden Bücher mehr und mehr aus den Wohnzimmern unserer elektronischen Welt. Nicht nur deshalb ist ein „gutes Buch“ eine schöne Geschenkidee zu Weihnachten.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Adventszeit

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet


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Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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