BaFin verbietet CFDs

„Vorsicht: CFDs können Sie ruinieren“, habe ich an dieser Stelle mehrfach gewarnt. Am 11.10.2016 habe ich z. B. geschrieben: „CFDs müssen verboten werden – sofort!“

Weitere Kommentare zu den riskanten CFDs habe ich so überschrieben:

  • „EU warnt vor CFDs.
  • Warnung vor CFDs!
  • Auch wenn Sie alles richtig machen: CFDs können Sie ruinieren.“

CFDs: 3.800 € Einsatz – 280.000 € Verlust

Besonders drastisch war ein Fall, als ein Anleger 3.800 € einsetzte:

Durch die fatale Nachschuss-Regelung der CFDs verlor er 280.000 €. Das kostete ihn im wahrsten Sinne des Wortes Haus und Hof.

Der Fall: Ein Investor hatte mit CFDs das Währungs-Paar Schweizer Franken zu Euro gehandelt und einen Stopp-Loss gesetzt. Er hatte also alles richtig gemacht.

Der Kurs des Währungs-Paares rauschte aber immer weiter in die falsche Richtung, ohne dass es Umsatz gab.

Als der Stopp-Loss zu spät griff und es dadurch viel zu spät zur Glattstellung kam, waren die genannten 280.000 € weg – eine Nachschuss-Pflicht in der Größenordnung eines Einfamilienhauses.

Vergleichbare Fälle waren mit CFDs an der Tagesordnung und hätten sich jederzeit wiederholen können; in Zukunft bald nicht mehr – gut so!

Wie von mir gefordert: BaFin verbietet CFDs

Jetzt hat die BaFin gehandelt. In ihrer Pressemitteilung vom 08.05.2017 schreibt sie:

„Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat heute eine Allgemeinverfügung nach § 4b WpHG erlassen.

Sie beschränkt damit die Vermarktung, den Vertrieb und den Verkauf von finanziellen Differenzkontrakten (Contracts for Difference, CFDs).

Kontrakte mit einer Nachschuss-Pflicht dürfen Privatkunden nicht mehr angeboten werden.“

„Glückwunsch, BaFin!“, sage ich.

Verbraucherfreundliche Entscheidung

Die Exekutiv-Direktorin Elisabeth Roegele erläuterte diese vorbildliche Regelung mit diesen Worten:

„Mit der Beschränkung des CFD-Handels machen wir erstmalig von der Möglichkeit zur Produkt-Intervention Gebrauch.

Bei CFDs mit Nachschuss-Pflicht hat die Aufsicht erhebliche Bedenken für den Anlegerschutz. Sie haben ein für Privatkunden unkalkulierbares Verlust-Risiko.

Das Verlust-Risiko ist nicht auf den Kapital-Einsatz des Kunden beschränkt, sondern kann sein gesamtes Vermögen erfassen und ein Vielfaches seines eingesetzten Kapitals betragen.

Das können wir aus Verbraucherschutz-Gründen nicht akzeptieren. Die Beschränkung des CFD-Handels ist deshalb ein notwendiger Schritt zum Schutz der Privatanleger.“

CFD-Anbieter haben nun 3 Monate Zeit, der Verfügung der BaFin Folge zu leisten.

„Gebt mir meine Börse zurück!“

Mit der obigen Zwischen-Überschrift habe ich schon im Jahr 2013 viele Auswüchse, die Ex-Bundespräsident Prof. Dr. Köhler als „Monster“ des Kapitalismus bezeichnete, kritisiert.

Es rührt sich etwas:

Vor wenigen Tagen konnte ich Ihnen über die erfreuliche Entwicklung durch die Börse IEX berichten. Dort wird der Hochfrequenzhandel ausgebremst.

Und jetzt kommt dieser Mist – sorry! kommen diese CFDs – vom Markt; zumindest schon einmal die CFDs, die Sie durch die unbegrenzte Nachschuss-Pflicht in den Ruin stürzen können.

Super: Meine Börse kommt schrittchenweise zurück – da macht das Traden gleich doppelt Spaß!

Vermutlich werden sich nun viele Anleger von den CFDs abwenden. Die optimale Alternative gibt es schon lange. Optionen.

Wegen ihrer Transparenz werden sie seit Jahren von unabhängiger Seite immer wieder gelobt, so z. B. von der SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V.

Optionen können Sie ganz einfach handeln.

Zum guten Schluss: „Die Wirtschaftskrise war durch eine scharfe Konjunktur-Abschwächung der US-Wirtschaft geprägt, verursacht durch Fehlinvestitionen der Banken und mangelndes Vertrauen in die Papierwährung.“ – Das ist doch altbekannt und nichts Neues?!

So wird in knappen Worten die Wirtschaftskrise beschrieben, die am 10.05.1837, also heute vor 180 Jahren, als „Panik von 1837“ in die Geschichtsbücher einging. Sie dauerte 6 Jahre.

Die aktuellen Probleme vieler Banken sind in den Medien kaum noch zu finden. Für sie gilt wohl, was der deutsche Politiker und Friedensnobelpreisträger Gustav Stresemann, der am 10.05.1878, also heute vor genau 139 Jahren, zur Welt kam, sagte:

„Die meisten Deutschen haben nur ein Gebet: Herr, unsere tägliche Illusion gib uns heute.“

Ich wünsche Ihnen allzeit (Börsen-)Geschäfte, die nicht auf Illusionen aufgebaut sind. Ich bemühe mich, dazu beitragen zu können, dass es keine Illusionen gibt. In der Hoffnung, dass es gelingt, sende ich Ihnen beste Grüße!

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

10. Mai 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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