Balda AG: Investment für risikobereite Anleger

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Besonders aufgrund der Beteiligung an der TPK hat der Balda-Aktienkurs eine fulminante Entwicklung hinter sich (Foto: Francesco Marino - Fotolia)

Mitte des Jahres 2010 sind wir auf eine Aktie aufmerksam geworden, welche wir Ihnen im Rahmen dieser Publikation als „Apple-Aktie“ zum Kauf empfohlen hatten.

Die Rede ist vom dem in Bad Oeynhausen beheimateten Unternehmen Balda AG, die zwischenzeitlich eine unglaubliche Kursentwicklung vorweisen kann.

Zum damaligen Zeitpunkt hatten wird den Namenszusatz „Apple“ ganz bewusst gewählt, denn die Balda AG sollte über eine ihrer Beteiligungen vom Apple-Boom profitieren.

Einer Aktie den Apple-Stempel zu verpassen bedeutet eigentlich nur eins: Wir hatten eine Kursexplosion erwartet. Zwischenzeitlich ist diese Erwartung auch so eingetroffen.

Denn ausgehend vom Empfehlungskurs von 2,40 Euro war der Aktienkurs der Balda AG bis Mitte 2011 auf nahezu 10,00 Euro angestiegen.

Hintergrund dieser fulminanten Entwicklung war vor allem der Börsengang der Beteiligung an dem chinesischen Unternehmen TPK Holding (TPK). Die TPK produziert Touchscreens, also berührungsempfindliche Bildschirme, wie sie etwa bei Smartphones oder Tablet PCs verwendet werden.

Die TPK ist unter anderem ein Zulieferer des Technologie-Giganten Apple und profitierte dementsprechend vom deutlichen Nachfrageanstieg nach Apple-Produkten.

TPK-Beteiligungswert zwischenzeitlich bei über 800 Mio. Euro

Balda hielt rund 36 Mio. Aktien an dem chinesischen Unternehmen, was zum Börsengang der Beteiligung einem anteiligen Wert von etwa 200 Mio. Euro entsprach.

Der IPO-Preis von 220 Taiwan-Dollar (entsprach: 5,50 Euro) kletterte jedoch relativ schnell an und notierte zwischenzeitlich sogar auf fast 1.000 Taiwan-Dollar, was etwa 23,70 Euro entsprach. Der Balda-Wert belief sich demnach auf über 800 Mio. Euro.

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Wird der damalige Balda-Börsenwert von etwa 550 Mio. Euro dagegengesetzt, so wird relativ schnell ersichtlich, dass die Balda-Aktie auch bei den damals hohen Kursniveaus von etwa 9,50 Euro immer noch deutlich unterbewertet war.

TPK-Verkauf wurde nicht umgesetzt

Dennoch mussten die Aktionäre besonders im zweiten Halbjahr 2011 einen deutlichen Kurseinbruch erleiden.

Denn die Marktteilnehmer gingen bereits seit längerem davon aus, dass die Balda die als nicht strategisch eingestuften TPK-Anteile nach Ablauf einer zwölfmonatigen Frist nach dem IPO veräußern würde.

Die frei gewordene Liquidität sollte für das operative Geschäft der Balda verwendet sowie in Form einer Sonderdividende an die Aktionäre ausgezahlt werden.

Es fand jedoch auch nach Ablauf der Sperrfrist, als die Kurse der TPK noch relativ hoch waren, keine Transaktion statt. Der Aufschrei der Aktionäre war groß. Besonders die Tatsache, dass die hohen Kursniveaus nicht zum Verkauf genutzt wurden, hatte einen hohen entgangenen Gewinn zur Folge.

Nach der Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung, für die der noch nicht erfolgte Verkauf der TPK-Anteile auf der Agenda stand, meldete die Balda AG den Verkauf eines Teils ihrer TPK-Beteiligung (Erlös: ca. 240 Mio. Euro).

Nach der Transaktion hält die Gesellschaft noch rund 17,8 Mio. Aktien, welche ebenfalls zum Verkauf anstehen.

Auf Basis der aktuellen Kurse liegt der Wert der restlichen TPK-Anteile bei etwa 220 Mio. Euro und damit zusammen mit dem bereits erzielten Erlös weiterhin oberhalb der Marktbewertung der Balda AG von 360 Mio. Euro.

Den TPK-Wert von 7,80 Euro je Aktie sehen wir als Untergrenze für die Balda-Bewertung an.


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Von: Cosmin Filker. Über den Autor

Der Chefredakteur des Newsletters "Nebenwerte aktuell" kann auf eine jahrelange Börsenerfahrung besonders im Nebenwerte-Bereich zurückblicken und durch seine berufliche Erfahrung beim Researchhaus GBC AG von der täglichen Präsenz am Markt profitieren.