Ballard Power Systems: Gewinne mit Brennstoffzellen

Aktienkurse – Jirapong Manustrong – shutterstock_573121573

Die Gewinnschwelle ist in greifbarer Nähe – und die Ballard Power Systems Aktie hat langfristiges Kurspotenzial. (Foto: Jirapong Manustrong / Shutterstock.com)

Neben Akkus und Hybridmotoren gilt in Kombination mit Elektromotoren vor allem die Brennstoffzellentechnologie als Zukunftstechnologie für den Automobilsektor. In Sachen Wirkungsgrad toppt die Brennstoffzelle jeden konventionellen Verbrennungsmotor, während aus dem Auspuff nur einige Tropfen Wasser kommen. Prognosen zufolge soll der Markt für Brennstoffzellen im Jahr 2020 bei rund zwei Mrd. Euro liegen.

Dies wäre im Vergleich zu 2017 eine satte Verzehnfachung des Umsatzes. Ein Großteil des explosiven Wachstums dürfte aus dem Automobilsektor kommen: Experten zufolge sollen im Jahr 2024 weltweit bereits mehr als 200.000 Autos und Busse mit Brennstoffzellentechnologie abgesetzt werden. Im Jahr 2017 lag die Zahl trotz einer Steigerung von +100 % im Vergleich zum Vorjahr bei gerade mal 6.500 Einheiten.

Brennstoffzelle vs Akku als Energielieferant für Elektromotoren

Knappe Batterierohstoffe, lange Ladezeiten und eine Infrastruktur von hunderttausenden notwendigen Ladestationen machen die Brennstoffzellentechnologie in Kombination mit Elektromotoren zur besseren Alternative für Batterien. Etliche große Automobilhersteller setzen daher auf Brennstoffzellenantrieb und Elektromotor. Die ersten in Deutschland erhältlichen Serienfahrzeuge sind der Hyundai Nexo und der Toyota Mirai. Auch Daimler verwendet in der Vorserie GLC F-Cell Brennstoffzellentechnik. Daneben setzen u.a. auch die Hersteller BMW, VW, Audi, Ford und Honda mit eigenen Entwicklungsabteilungen auf die Wasserstofftechnik.

Ballard Power Systems: Weltmarktführer bei Brennstoffzellen

Nahe der Gewinnschwelle bewegt sich der unangefochtene Weltmarktführer Ballard Power Systems (WKN: A0RENB, ISIN: CA0585861085), der Brennstoffzellen bislang vor allem für Schwertransporter, Busse, Züge, Gabelstapler und Schiffe produziert. Aber auch im Automobilsektor ist das kanadische Unternehmen aktiv. So arbeitet beispielsweise die Volkswagen-Tochter Audi beim h-tron mit Ballard Power zusammen, einem Konzeptauto, das rein elektrisch mit Wasserstoff als Energiequelle fährt und in weniger als fünf Minuten vollgetankt ist. Auch mit Toyota arbeitet Ballard Power Systems über eine Tochtergesellschaft zusammen.

Volkswagen Logo RED_shutterstock_326797616_AR Pictures

Volkswagen – genug gestraft?Der Abschuss eines russischen Kampfjets an der türkisch-syrischen Grenze sorgte für Unruhe am Parkett. Fast alle Dax-Werte machten Verluste. › mehr lesen

Wachstumsmarkt Asien

Zusammen mit dem chinesischen Partner Broad Ocean, der knapp 10 % an Ballard Power hält, will das Unternehmen Brennstoffzellenantriebe bauen und damit den asiatischen Markt bedienen. Eine Produktionsstätte in Shanghai wurde bereits in Betrieb genommen, zwei weitere Werke in den Provinzen Hubei und Shangdong sollen mittelfristig hinzukommen.

Gewinnschwelle in greifbarer Nähe

Im Durchschnitt lag das Umsatzwachstum von Ballard Power Systems in den vergangenen drei Jahren bei immerhin +34 %, zuletzt wurden für 2017 rund 121 Mio. CAD erlöst. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wurde immerhin ein positives Ergebnis von 3,2 Mio. CAD erzielt. Netto wurde noch ein Verlust von 8 Mio. CAD bzw. 0,05 CAD je Aktie vermeldet. Dennoch steht das Unternehmen damit unmittelbar an der Gewinnschwelle. Mit 52 Mio. CAD Cash und einem mit 220 Mio. CAD prall gefüllten Auftragsbuch kann das Unternehmen sehr optimistisch in die Zukunft blicken.

Aktie mit langfristigen Kursschancen

Wer an der Börse in Brennstoffzellentechnologie investieren möchte, der kommt an Ballard Power Systems nicht vorbei. Das Unternehmen ist technologisch bestens aufgestellt und verfügt über zahlreiche Partnerschaften und Kooperationen. Seit Ende August ist die Aktie nun stark angesprungen und von ca. 2,50 Euro auf aktuell 3,40 Euro geklettert. Mit aktuell ca. 600 Mio. Euro Börsenwert  ist die Firma, die um die Jahrtausendwende schon mal einen zweistelligen Milliardenbetrag wert war, immer noch sehr moderat bewertet. Die Aktie ist aufgrund starker Kursschwankungen nichts für schwache Nerven.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
ritter_experte
Von: Maximilian Ritter. Über den Autor

Schon seit seiner Jugend interessiert sich Maximilian Ritter für das Börsengeschehen. In seinem Dienst "Aktien-Timing-System" setzt er auf eine verfeinerte CANSLIM-Methode, mit der sich eine 30%ige Rendite im Jahr erwirtschaften lässt.