Baltic Dry Index: Konjunktur 2012 vor Einbruch?

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Index für Frachtgüter zeigt sinkende Preise - Grund kann fehlende Nachfrage sein (Foto: EIroi / shutterstock.com)

Schlechte Nachrichten aus den USA: ein wichtiger Preisindex sank.

Der "Baltic Dry Index" (BDI), misst die Preise von Frachtfahrten/Gütern.

Je niedriger die Preise, desto geringer kann die Nachfrage nach den Transportkapazitäten sein. Dies ist dann ein Signal dafür, dass die Konjunktur weltweit nachlassen wird.

Auf der anderen Seite können sinkende Preise schlicht darin begründet sein, dass die Reedereien übermutig zu hohe Kapazitäten aufgebaut hatten.

Das Konjunktursignal ist in einem solchen Fall weniger eindeutig als bei nachlassender Nachfrage. Aktuell meinen wir: es ist – leider – die Nachfrage, welche für den Preisverfall verantwortlich zeichnet.

Mehr als 48% Verlust

Dabei sank der Preis(index) für den Transport von Kupfer, Dünger, Getreite oder auch Kohle und Eisenerze gleich um 48% – in den jüngsten Tagen. 974 Punkte markierte das Barometer und bliebt damit auf dem Tiefstand der vergangenen dreiJahre (letzter Tiefpunkt 23.1.2009).

Ende November 2009 schaffte der Index sogar ein (damaliges) Rekordhoch von mehr als 4.000 Punkten. Dies zeigt aber vor allem eines: der Index ist keine 100%-Garantie für eine solide Konjunkturprognose. Dafür sind die Ausschläge oft zu hoch.

Dazu aber unsere Überlegung: Die Überkapazitäten können kaum auf zu hohe Investitionen zurückzuführen sein, da der Index noch im Dezember (20.12.) bei 1.878 Zählern stand.

So schnell ändern sich die Kapazitäten nicht. Daher sinkt die Nachfrage. Von aktuell 974 Punkten ist es zudem noch nicht einmal mehr weit bis zum absoluten Tiev von 663 vor gut drei Jahren Ende 2008, auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise.

Spezialpreise um 95% gesunken

Besonders auffällig ist das Sinken der Spezialpreise "Spot 4 TCE AVG", dies sind die vier bedeutendsten Frachtrouten überhaupt. Im Sommer 2008 konnten die Reedereien über 200.000 US-Dollar Frachtpreis / Tag kassieren.

Dies sind heute nur noch 7.800 Dollar, also ein Preis von wenige als 5% zum Allzeit-Hoch.

Auch dies belegt, wie stark die Preise für diese Frachtform schwanken. Daher:

  • Als einziger Indikator hilft die Frachtrate, der berühmte Baltic Dry Index nicht, um die künftige Konjunkturentwicklung einzuschätzen.
  • Allerdings zeigte sich nach der kräftigen Überhitzung im Jahr 2008, dass der Index schnell verliert, wenn die Konjunktur anders als erwartet nicht stark ansteigt.
  • Der starke Abfall seit Dezember deutet daraufhin, dass die Konjunktur sich abschwächen wird. Die Auswirkungen gingen auch auf die Geldanlage weiter.

GeVestor meint: Vorsicht, wenn es nach diesem Indikator geht. Die Konjunktur trübt schneller und deutlicher ein als es Wirtschaftsanalysten aktuell noch schätzen.

Das bedeutet einfach, dass Sie, falls Sie auf Sicherheit bedacht sind, wenig in konjunktursensible Unternehmen investieren sollten. Unabhängig sind oft die Unternehmen, die ihre Märkte beherrschen.

Coca-Cola ist ein Fall, in Deutschland ein mittelstarkes Unternehmen wie Fuchs Petrolub.

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Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.