Bank-Aktien: Stock-Picking bleibt gefragt

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J.P. Morgan Chase & Co. und die Bank of America meine positive Einschätzung bestätigt und überdurchschnittliche Ergebnisse geliefert. (Foto: unknown)

J.P. Morgan Chase & Co. bleibt auf Wachstumskurs.

Die Bank profitiert von der anhaltend guten Konjunktur in den USA sowie im Ausland. Die weiter steigenden Marktanteile zeigen klar, dass das Management einen guten Job macht. Im Investmentbanking blieb J.P. Morgan Chase & Co. die unangefochtene Nr. 1. Zudem legten die Kundeneinlagen erneut über dem Branchendurchschnitt zu.

J.P. Morgan Chase & Co. verzeichnete Wachstum in allen Bereichen

Erfreulich waren auch die deutlich gestiegenen Kreditkartenumsätze, die weiterwachsende Nachfrage nach Darlehen sowie höhere Einnahmen in der Vermögensverwaltung. Die Bruttoeinnahmen legten im 3. Quartal um 7% zu, obwohl der Verkauf von Altlasten das Wachstum bremste. Auf der Kostenseite profitierte J.P. Morgan Chase & Co. von einer verbesserten Kreditqualität sowie der Steuerreform in den USA.

So wurde der Quartalsgewinn um 24% auf 8,4 Mrd. $ gesteigert. Ich rechne mit einem Anstieg der Eigenkapitalrendite auf über 12% im laufenden Jahr. Angesichts der guten operativen Entwicklung verwundert es nicht, dass sich J.P. Morgan Chase & Co. seit 2017 besser als der Vergleichsindex Dow Jones entwickelt hat.

Erfreulich ist auch die jüngste Anhebung der Quartalsdividende von 56 auf 80 Cent pro Aktie. Zudem kauft J.P. Morgan Chase & Co. fleißig eigene Aktien zurück, was den Buchwert und Gewinn je Anteilsschein ankurbelt und die Aktie attraktiver macht.

J.P. Morgan Chase & Co. versteht es weiterhin, überdurchschnittlich vom anhaltenden Wirtschaftswachstum in den USA zu profitieren.

Unternehmensporträt

J.P. Morgan Chase & Co. entstand am 31.12.2000 aus der Fusion von J.P. Morgan und Chase Manhattan. Die kombinierte Gesellschaft J.P. Morgan Chase fusionierte am 1.7.2004 mit Bank One. Übernahme der Großsparkasse Washington Mutual und der Investmentbank Bear Stearns in der Finanzmarktkrise 2008. Wichtige Geschäftssegmente sind Investmentbank, Retail Financial Services und Kreditkarten-Services.

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Die Bank of America verzeichnet eine anhaltend steigende Ertragskraft

Im 3. Quartal erzielte die Bank ein Gewinnwachstum von 35% auf 6,7 Mrd. $. Der Gewinn je Aktie kletterte im Zuge der Aktienrückkäufe überdurchschnittlich um 43% auf 0,66 $ je Aktie. In den ersten 9 Monaten verdiente Bank of America mit 19,7 Mrd. $ bereits deutlich mehr als im gesamten Jahr 2017. Der Gewinn ging nahezu komplett in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen an die Aktionäre. Der Zinsüberschuss profitiert von einer anhaltend hohen Nachfrage nach Krediten sowie den steigenden Zinssätzen.

Zudem verzeichnet die Bank weiter steigende Kundeneinlagen sowie einen Neugeldzufluss in der Vermögensverwaltung. Die Kreditausfälle verharren auf einem niedrigen Niveau. Zudem werden die operativen Kosten gesenkt. So hat die Bank of America inzwischen 15 Quartale in Folge eine Verbesserung der Marge und im 3. Quartal sogar den höchsten Vorsteuergewinn in der Unternehmensgeschichte erzielt.

Die Umsatzrendite wird auch durch die Steuerreform in den USA begünstigt

Ich habe meine Gewinnschätzung für 2018 auf 26,6 Mrd. $ erhöht. Das langfristige Unternehmensziel, eine Rendite von 1% auf die Bilanzsumme zu erreichen, dürfte damit bereits übertroffen werden. Eine Gesamtkapitalrendite von über 1% schaffen nur sehr wenige Großbanken.

Mit der wachsenden Wirtschaftsleistung in den USA sehen wir Bank of America weiter im Aufwind.

Die Aktie ist immer noch moderat bewertet und dürfte mit Blick auf die Gewinnentwicklung und die Shareholder-Value-Politik weiter steigen.

Unternehmensporträt

Die Bank of America entstand aus der Fusion von BankAmerica und NationsBank im September 1998. Die besonders im Privatkundengeschäft und in der Unternehmensfinanzierung tätige Bank ist mit Zweigstellen in den USA und mit Repräsentanzen in 30 Ländern der Welt vertreten. Wachstum auch durch Akquisitionen von FleetBoston in 2004, MBNA in 2006, LaSalle in 2007, Countrywide in 2008 und Merrill Lynch im Januar 2009.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.