Banken verzeichnen wieder steigende Gewinne

Der Sparkurs der vergangenen Jahre und das positive Branchenumfeld bescheren den Banken wieder steigende Gewinne. (Foto: Anton Violin / shutterstock.com)

Die Banken profitieren von dem positiven Branchenumfeld und dem rigorosen Sparkurs der vergangenen Jahre.

Die historisch immer noch gute Konjunktur- und Kapitalmarktlage beschert den Banken eine anhaltend hohe Nachfrage. Die Kredite steigen, während die Risikokosten auf einem niedrigen Niveau verharren oder sinken. Auch im Investment-Banking, in der Vermögensverwaltung sowie im Eigenhandel laufen die Geschäfte gut. Zudem werden die Kosten stetig reduziert. So sind die Erträge im abgelaufenen Jahr überwiegend angestiegen.

Positiver Ausblick auf 2018

Für das laufende Jahr rechnen wir mit weiter steigenden Erträgen. Die Marktlage deutet auf ein anhaltendes Wachstum der Bruttoeinnahmen hin. Zu einer weiteren Verbesserung der Ertragslage wird nicht zuletzt der Rückgang von Sonderaufwendungen beitragen. Die Restrukturierungsarbeiten sind bereits weit fortgeschritten. Zudem wurden viele Rechtsstreitigkeiten beigelegt. Positive Effekte gehen auch von der Steuerreform in den USA aus. Im abgelaufenen Jahr mussten viele Banken Sonderabschreibungen auf aktivierte Steuerforderungen vornehmen – ein Einmalaufwand, der nun entfällt.

Deutsche Banken haben Nachholbedarf

Ein Blick in die Bilanzen zeigt jedoch, dass die Entwicklung der Banken sehr heterogen ausfällt. Während US-Banken größtenteils positiv abschneiden, stellt sich die Lage bei Wells Fargo derzeit kritisch dar. Zudem stellen die niedrigen Zinsen vor allem für deutsche Banken eine Belastung dar. Beim Branchenprimus Deutsche Bank ist der Zinsüberschuss um 5% zurückgegangen. Bei der Commerzbank fiel der Rückgang um 7,2% sogar noch deutlicher aus. Hinzu kommt, dass einige Banken immer noch Altlasten aus der Finanzkrise mit sich herumtragen und das Geschäft zum Teil reduzieren. So war der Zinsüberschuss auch bei Credit Suisse rückläufig.

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Die beiden deutschen Großbanken hatten überdies mit rückläufigen Provisionseinnahmen zu kämpfen. Die Deutsche Bank sehen wir mit der Vermögensverwaltung DWS sowie mit dem Privat- und Firmenkundengeschäft jedoch auf einem guten Weg.

comdirect wächst profitabel

Unter den deutschen Banken sticht comdirect positiv hervor. Die Unruhe an den Börsen zu Jahresbeginn erwies sich als Glücksfall für die Commerzbank-Tochter. Im 1. Quartal legte der Gewinn deutlich zu. Die Kunden nutzten die Volatilität an den Börsen und trieben die Gebühren nach oben. Das Handelsvolumen erreichte ein Rekordniveau. Zu dem guten Ergebnis der comdirect trug auch ein wieder besser laufendes Spar- und Kreditgeschäft bei. Dem standen auch höhere Kosten gegenüber.

Durch die Übernahme des Onlinebrokers Onvista, durch eine digitale Vermögensverwaltung sowie neue Smartphone-Apps und die Nutzung sprachgesteuerter Dienste wie Amazons Alexa wurde das Geschäft angekurbelt. Das gute Ergebnis zeigt, dass die Bank ein profitables Geschäftsmodell hat.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.