Bankenkrise – Filialsterben hält unvermindert an

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Seit Jahren schon befinden sich die Banken in einer epochalen Krise. Dieser Umbruch macht vor nichts mehr Halt. (Foto: Cineberg / Shutterstock.com)

Seit Jahren schon geht es mit den Aktien der Banken, insbesondere der beiden verbliebenen Großbanken in Deutschland, nur in eine Richtung. Und zwar nach unten. Mit Blick auf die Aktien der beiden Frankfurter Geldhäuser Commerzbank und Deutsche Bank kann getrost von einem historischen Niedergang, ja epischen Zusammenbruch gesprochen werden.

Wir haben an der Stelle ja schon des Öfteren auf diese Dauer-Malaise hingewiesen. Und wir haben immer wieder vor Investments in diese Geldgräber gewarnt. Wir hoffen, dass Sie nicht in diese Kapitalvernichter investiert haben. Leider können wir auch heute noch nicht wirklich „grünes Licht“ geben.

Europaweiter Niedergang setzt sich fort

Sehr interessant ist ferner, dass nicht nur die deutschen Geldhäuser seit Jahren unter Druck stehen. Denken Sie in dem Kontext nur an die Krisenbanken in den Krisenstaaten Italien oder Griechenland. Hier befinden sich ja immer noch hunderte Milliarden fauler Kredite in den Büchern. Die Banken reagieren auf die Dauerkrise mit drakonischen Maßnahmen, insbesondere Kostensenkungsmaßnahmen. Oftmals fruchtet das nicht wirklich, zumal die Erträge deutlich schneller als die Kosteneinsparungen wegbrechen.

Im Rahmen der Restrukturierungsmaßnahmen wird auch das Filialnetz immer weiter ausgedünnt. Jüngst teilte die EZB mit, dass die Anzahl der Bank-Zweigstellen in den EU-Ländern im vergangenen Jahr um 7,5 Prozent abnahm. Das ist schon gewaltig. In der Euro-Zone gab es laut den EZB Ende 2018 noch etwas mehr als 135.100 Bankfilialen. Ein Jahr zuvor seien es noch annährend 143.200 gewesen.

Im längerfristigen Vergleich fällt der Rückgang noch drastischer auf bzw. aus. Ende 2014 hatte es noch fast 160.000 Filialen gegeben. Auch in deutschen Landen dünnen die Geldhäuser ihr Filialnetz massiv aus. Am Ende des vergangenen Jahres gab es in der Bundesrepublik noch 27.900 Zweigstellen. Ein Jahr zuvor waren es noch gut 30.000.

Ja, liebe Leser, mit der Ausdünnung des Filialnetzes geht gleichzeitig auch per saldo ein Personalabbau einher. Die einstige Jobsicherheit, ja fast schon Arbeitsplatzgarantie gibt es nicht mehr. Von nahezu unkündbaren „Bank-Beamten“ spricht heute ja bekanntlich kaum einer mehr. Diese Zeiten gehören eindeutig der Vergangenheit an.

Schon in den 1990er-Jahren war davon die Rede, dass Banken ein ähnliches Schicksal wie die Stahlindustrie erleiden könnten. Jetzt ist dieses Szenario eingetreten. Die Banken erleben den größten Umbruch, ja Abbruch der Geschichte. Daher können wir an der Stelle nur einmal mehr dringend dazu raten, auf keinen Fall mehr als 100.000 Euro einem Geldhaus als Einlage anzuvertrauen. Last but not least ist es nahezu unerlässlich, eine Barreserve in Höhe von mindestens drei Monatsausgaben vorzuhalten.

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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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