Bankenkrise in Europa geht auch 2020 weiter

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Die seit Jahren anhaltende Krise der Banken in Europa wird uns auch in diesem Jahr beschäftigen. Die Bankkundschaft wird 2020 die Folgen der Krise immer heftiger zu spüren bekommen. (Foto: fotogestoeber)

Momentan herrscht ja relative Ruhe in Sachen Bankenkrise. Trügerische Ruhe muss man hier hinzufügen. Die Lage ist und bleibt bis auf weiteres angespannt, ja prekär. Die strukturelle Krise der Geldhäuser geht 2020 weiter – und zwar allen voran in deutschen Landen.

Deutsche Banken mit massivem Ertragsproblem

Neulich meldete die Agentur Reuters, dass die von der EZB beaufsichtigten großen Banken in Deutschland in den ersten drei Quartalen 2019 nur knapp mehr Gewinn als die krisengeplagten Institute Griechenlands erzielt hätten. Dies geht aus neuen Daten der EZB-Bankenaufsicht hervor. Insgesamt gingen in den ersten neun Monaten 2019 die zusammengefassten Gewinne der großen Institute im Euro-Raum aufgrund gestiegener Verwaltungskosten und Abschreibungen binnen Jahresfrist um acht Prozent auf nur noch 66,44 Milliarden Euro zurück.

Besonders schlecht schnitten laut Reuters dabei die großen Banken in Deutschland ab. Ihr zusammengefasster Überschuss lag den Daten zufolge mit 668,32 Millionen Euro nur rund zwölf Millionen Euro über den zusammengefassten Nettogewinnen griechischer Institute. Noch desaströser sieht es bei der Eigenkapitalrendite der Banken aus. Da sind die deutschen Banken mit einem Wert von 0,42 Prozent klares Schlusslicht im Euro-Raum. Zum Vergleich, in Frankreich lag die Rendite der Banken bei 6,32 Prozent; die Eigenkapitalrendite für die Geldhäuser in Italien beträgt laut Reuters stolze7,59 Prozent.

Negativzinsen als neue Normalität

Kein Wunder also, dass nun auch die Kunden der deutschen Geldhäuser die strukturellen Probleme, die Ertragsschwäche einhergehend mit der Negativzins-Politik der Euro-Notenbank zu spüren bekommen. Die Zahl der Geldhäuser, die Negativzinsen verlangen, steigt einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge immer weiter an.

Mittlerweile würden 186 Banken und Sparkassen in Deutschland für das Verwahren von Guthaben Geld verlangen. Die Zahl der Banken, die auf ein sogenanntes Verwahrentgelt pochen würden, habe sich damit seit Juli 2019 fast verdoppelt. Mittlerweile seien es bereits 86 Banken und Sparkassen, die auch von Privatkunden Negativzinsen verlangen würden. Im Juli 2019 habe dies nur auf 30 Geldinstitute zugetroffen.

Ja, liebe Leser, die Lage der Banken in Deutschland ist schlecht, sehr schlecht. Es sieht im wahrsten Sinne zappenduster aus. Bis auf weiteres. Gut möglich, dass 2020 das Jahr werden wird, in dem immer mehr Banken zunächst durch Notfusion, dann durch Insolvenz verschwinden werden. Für normale Sparer gilt: noch gibt es Bargeld und keine Abhebebeschränkungen. Unter dem Strich sollten Sie mindestens drei Monate mit zu Hause verwahrtem Bargeld über die Runden kommen. Stellen Sie das unbedingt sicher!

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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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