Bankgebühren und -provisionen: Sichern Sie Ihre Rechte und Ihr Geld

Vorsicht vor dem Jahresende!

Denn: Viele Ansprüche, die Sie nach diversen Gerichtsurteilen oder Verwaltungsanweisungen auch als Geldanleger haben, verfallen jetzt.

Besonders wichtig sind Kick-Back-Zahlungen oder Provisionen, die Fonds an Banken oder Berater ausgeschüttet haben, ohne dass dies rechtlich noch gedeckt ist.

Das bedeutet: Sie können Geld zurückverlangen – auch in diesem Jahr jedoch laufen Fristen ab.

Sichern Sie sich bei falschen Bankgebühren oder -provisionen Ihr Recht und Ihr Geld!

Frist 2001 läuft ab

Eine 10-Jahres-Frist greift am Ende dieses Jahres selbst dann, wenn Sie das Recht vollständig auf Ihrer Seite haben.

Ab 2002 greifen Änderungen in den Verjährungs-Vorschriften für solche „Beratungsfehler“, wie sie falsche Provisionen darstellen.

Erst ab 2007 müssen die Geldinstitute Investoren ausdrücklich über Provisionen bei der Anlageberatung informieren, aber auch davor galten einige Pflichten, die verletzt wurden.

Zitat aus einem Bericht der „Welt“ über die Beratung eines spezialisierten Anwalts:

„Wer nach Beratung durch eine Bank oder Sparkasse über das Geldinstitut Anteile am empfohlenen Fonds gekauft hat, dabei einen Ausgabeaufschlag oder andere Provisionen zahlen musste und mit der Geldanlage Verluste gemacht hat“, besitzt demnach gute Ansprüche.

Hintergrund sind Rechtsurteile, die zwar später gefällt wurden, aber auch rückwirkend greifen. Denn: Als Beratener müssen Sie erkennen können, wer warum welche Anlagen empfehlen könnte.

Das Interesse des Bankberaters kann demnach darin bestehen, hohe Provisionen von der – oft hauseigenen – Fondsgesellschaft zu kassieren.

Gerichtsurteile sichern Ihr Recht

Dabei beziehen wir uns auf ein Gerichtsurteil des Bundesgerichtshofs, der diese Leitlinie wiederholte (Az. XI ZR 191/10). Hintergrund auch hier:

Die Bank habe ein hohes Eigeninteresse, solche Fonds mit Provisionen zu empfehlen, diese dürften daher nicht verdeckt sein.

Weitere Urteile, auf die Sie sich beziehen könnten:

  • Das OLG Stuttgart hat die Kreissparkasse Tübingen in derselben Richtung zu Schadenersatz verurteilt, nachdem diese mit Deka-Fonds (hauseigene Marke der Sparkasse) Geld verdient hat.
  • Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte bereits entsprechend geurteilt: So etwa 2000 unter dem Aktenzeichen Az. XI ZR 349/99 oder 2006 unter Az. XI ZR 56/05.
  • Entscheidend aber ist, dass die Banken „fremde“ Produkte verkaufen. Nicht fremde Produkte sind Zertifikate, die Banken selbst gekauft haben. Dies gilt etwa für Zertifikate von „Lehman Brothers“, so der BGH unter Az. XI ZR 128/10.

GeVestor meint:

Wenn Sie falsch über Provisionen informiert wurden oder diese nicht kannten, achten Sie auf die 10-Jahres-Frist! Sie haben ausgezeichnete Chancen.

Achtung: Alle Banken müssen Ihnen unter den genannten Voraussetzungen die „Kick-Back-Provisionen“ nennen!

Freie Berater hingegen müssen nur Anteilszahlungen melden, wenn diese höher als 15% des gesamten Anlagekapitals ausfallen.

16. November 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Janne Joerg Kipp. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt