Bankgebühren: Vorsicht ist angebracht

Bankgebühren sind immer wieder ein Ärgernis: Wir zeigen, worauf Sie besonders achten sollten. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Wofür darf meine Bank Geld von mir verlangen? Was darf sie an Gebühren berechnen? Und wann darf ich mich dagegen wehren und muss nicht zahlen?

Wir klären Sie in diesem Artikel auf: Worauf Sie besonders achten sollten und welche Gebühren Sie nicht bezahlen müssen,

Bankgebühren: Kleingedrucktes lesen

Die Meldungen in Foren zum Thema Finanzen und die Berichte in den Tageszeitungen haben zuletzt erkennen lassen, wie unerlässlich es ist, das Kleingedruckte bei der Eröffnung eines neuen Kontos oder beim Abschluss eines Vertrages selbst mit der langjährigen Hausbank ausführlich zu lesen.

Denn die so genannten scheinheiligen Schöpfer der Sparkassen haben vor den Lohn – also den Verdienst für den Kunden, der einer Bank sein Geld zur Verfügung stellt – die offene Hand der Institute gestellt.

Viele Häuser bitten die Kunden über Bankgebühren ordentlich zur Kasse, ohne dass im Vorfeld darüber eingehend darüber informiert wurde.

Heute bedeutet eine solche Vorgehensweise durch die scheinheiligen Schöpfer der Sparkassen zum Glück nicht mehr, dass Verbraucher diese Art der Behandlung einfach mir nichts, dir nichts hinnehmen müssen.

Bankgebühren: Kunden müssen über die Kosten informiert werden

Wie inzwischen auch in der Versicherungsbranche gesetzlich vorgeschrieben, müssen bei Banken ebenfalls vorab Gespräche geführt werden, in denen die Kunden ausführlich über Kosten und Nutzen des neuen Kontos aufgeklärt werden.

Wie sich leider schnell bei so wichtigen Dingen wie der Altersvorsorge zeigen musste, scheint dies vielen Anbietern relativ egal zu sein.

Berichte häuften sich zuletzt, die über versteckte Bankgebühren berichteten, durch die etwa bei der Riester Rente der Staat weniger den Verbrauchern Subventionen zuteil werden ließ, sondern dank der Bankgebühren vor allem für die scheinheiligen Schöpfer der Sparkassen so manchen Euro springen ließ, ohne davon etwas mitzubekommen.

Besserung in Sicht bei den Bankgebühren

Hinter dem letzten Satz muss eigentlich ein Fragezeichen stehen. Stehen die bloße Erkenntnis, dass man als Verbraucher von der eigenen Bank über den sprichwörtlichen Tisch gezogen wurde, bringt das verlorene Geld natürlich nicht wieder.

Aber für diejenigen, die erst noch daran denken, sich um die private Altersabsicherung zu bemühen, um es später „mal besser zu haben“, sind solche Hinweise bares Geld wert.

Je genauer ich als potentieller Kunde weiß, bei welcher Bank denn nun mit den höchsten Bankgebühren zu rechnen ist, desto leichter kann ich einen großen Bogen um die scheinheiligen Schöpfer der Sparkassen machen, sofern bei diesem deutschlandweit aktiven Bankenhaus denn mit drastischen Bankgebühren gerechnet werden muss.

Vielfach haben die Institute nämlich nach den offiziellen Berichten über die strittige Vorgehensweise ihre Produkte nachgebessert, weil die Kundschaft sonst merklich schrumpfen würde.

Bankgebühren bringen Geld in die Bankenkassen

Genug Geld wird noch immer mit den Anlagemodellen verdient werden, weil die langjährigen Kunden ohnehin nicht mehr aus ihren Verträgen aussteigen können und so gemütlich Monat für Monat Geld in die Bankenkasse kommt. Ob das gerecht ist?

Mit Gerechtigkeit hat die eigene Altersvorsorge wahrscheinlich längst nicht mehr allzu viel zu tun. So sollte sich jeder für sich umschauen, wo die niedrigsten Bankgebühren erzielt werden können, damit sowohl bei der Riester Rente als auch bei der Überziehung des Girokontos möglichst wenig Geld an die Bank weitergeleitet werden muss.

Man geht schließlich nicht für die scheinheiligen Schöpfer der Sparkassen, sondern für sich selbst jeden Tag zur Arbeit.

Wohn-Riester in der KritikEndlich gibt es die Wohn- Riester- Rente - So will es der Staat und der eine oder andere Anbieter den Bürgern in Deutschland weismachen. Die Stellungnahmen zu dieser Art der Vorsorge gehen von Experte zu Experte aber mitunter weit auseinander. Insbesondere in den letzten paar Wochen wurde vielfach berichtet, dass die Riester-Rente nicht unbedingt einen warmen Geldregen für die Anleger bewirken muss. Angeblich gibt es etliche Anbieter, bei deren Produkten für die normale, aber eben auch die Wohn- Riester- Rente, vor allem die betreffenden Institute das versprochene Geld verdienen. › mehr lesen

Fazit: Bankgebühren sind immer wieder ein Ärgernis. Wir haben hier für Sie die ärgerlichsten Gebühren zusammengestellt, die Sie nicht zahlen müssen.

Bankgebühren: Ein- und Auszahlungen

Grundsätzlich sind Ein- und Auszahlungen auf das eigene Konto kostenlos. Etwas anderes gilt lediglich, wenn Banken den Kontopreis nach Buchungsposten berechnen und mindestens 5 Buchungen gratis sind: In diesem Fall dürfen für Ein- und Auszahlungen Transaktionskosten berechnet werden.

Einzahlungen auf fremde Konten dürfen übrigens immer mit einer Gebühr belegt werden.

Quelle: Bundesgerichtshof: AZ: XI ZR 80/93 und AZ: XI ZR 217/95

Freistellungsaufträge      

Jede Bank ist gesetzlich verpflichtet, Freistellungsaufträge zu verwalten und zu ändern. Deshalb darf sie dafür auch keine zusätzlichen Gebühren verlangen. Bundesgerichtshof: AZ: XI ZR 269/96 und AZ: XI ZR 279/96

Reklamationen      

Wenn Sie Buchungen auf dem Konto reklamieren, darf die Buchung keine Gebühren von Ihnen verlangen, wenn sie der Reklamation nachgeht. Beschweren ist also immer noch kostenlos Landgericht Köln: AZ: 26 O 30/00

Kreditkarte  

Die Jahresgebühr für Ihre Kreditkarte wird nur dann voll fällig, wenn Sie die Karte auf ein ganzes Jahr nutzen. Geben Sie sie vor Ende der vereinbarten Laufzeit zurück, müssen Sie für die restliche Laufzeit nicht zahlen und können den anteiligen Jahresbetrag zurückfordern. Oberlandesgericht Frankfurt: AZ:1 U 108/99

Lastschriften und Co.

Wenn Ihre Bank Lastschriften, Schecks, Daueraufträge und Überweisungen nicht ausführt oder einlöst, darf sie dafür von Ihnen keine Gebühr verlangen, weil sie im eigenen Sicherheitsinteresse tätig wird.

Sie darf auch für die entsprechende Benachrichtigung nichts verlangen und die Kosten auch nicht als Schadensersatz deklarieren.

Bundesgerichtshof: AZ: XI ZR 5/97, AZ: XI ZR 154/04 u.A.

Depotübertragung           

Jede Bank ist gesetzlich verpflichtet, die von ihr verwalteten Wertpapiere kostenfrei herauszugeben, wenn Sie als Kunde das wünschen. Bundesgerichtshof: AZ: XI ZR 200/03 und AZ: XI ZR 49/04

Überziehungszinsen

Verlangt eine Bank von Ihrem Kunden bei einer geduldeten Überziehung neben den hohen Zinsen von fast 19 % weitere 5 Euro Gebühren, so ist das unzulässig.

Eine solche Gebührenklausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen würde den Kunden unangemessen benachteiligen und ist deshalb unwirksam.

Landgericht Frankfurt/Main (AZ: 2-02 O 3/09)

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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