Baozun: Aktie des chinesischen Technologiekonzerns nach schwachem Ausblick im Crash-Modus

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Baozun: Chinesischer Internetspezialist nach schwacher Prognose im Crash-Modus. Aktie des ehemaligen Anlegerlieblings sorgt bei den Anlegern für lange Gesichter. (Foto: crystal51 / Shutterstock.com)

Lange Zeit kannte die Aktie des chinesischen Internetkonzerns Baozun nur eine Richtung – stramm nach oben. Konnten Sie sich im Herbst 2015 noch ein Baozun-Papier für unter 5 Dollar ins Depot legen, mussten Sie im Sommer 2018 über 66 Dollar je Anteilschein auf den Tisch legen. Doch seither stockt es im Getriebe. Nach dem gerade veröffentlichten Ausblick rauschte die Aktie um 17% in die Tiefe und notiert mit 35,90 Dollar deutlich unter ihrem Jahreshoch, dass im Juli bei knapp 55 Dollar markiert wurde.

Was war der Auslöser des Kursrutsches? Wie steht es um die mittelfristigen Perspektiven des Konzerns?

Baozun – der chinesische E-Commerce-Spezialist….

Bevor ich auf den Grund des jüngsten Kursrücksetzers eingehe, ein paar Takte zum Geschäftsmodell des chinesischen Konzerns: Bei Baozun handelt es sich um einen chinesischen E-Commerce-Spezialisten. In Teilen seines Produktangebots ist Baozun seinem US-Pendant Shopify recht ähnlich: Auch Baozun bietet diverse E-Commerce-Dienstleistungen für Unternehmen an, die deren Online-Verkaufserfolg optimieren.

Das Unternehmen bietet seinen Kunden eine Art Komplett-Service. Zu den Dienstleistungen gehören etwa der Aufbau einer E-Commerce-Präsenz, IT-Services, Marketingkampagnen oder der Kundenservice. Baozun kümmerst sich sogar um die Auslieferung der Produkte und betreibt dafür eigene Lager. Zu den Kunden zählen Bosch, Calvin Kline, Microsoft oder Nike.

…..mit beeindruckenden Wachstumsraten

Mit seinem Geschäftsmodell erreichte der chinesische Technologiekonzern in den zurückliegenden Jahren beeindruckende Wachstumsraten. Seit 2012 kletterten die Umsätze von 153,1 auf 783,5 Millionen Dollar nach oben. Seit 2015 operieren die Chinesen in der Gewinnzone. In 2018 blieb ein Gewinn in Höhe von 39,2 Millionen Dollar hängen, was einer Gewinnspanne von 5% entspricht.

Drittes Quartal unter Erwartungen

Im gerade abgelaufenen Vierteljahr gingen bei Baozun Umsätze von 210,2 Millionen Dollar durch die Bücher. Das war zwar ein strammes Wachstum von über 35%, lag aber leicht unter den Erwartungen der Analysten (214 Mio. Dollar). Dabei basierten die Zuwächse vor allem auf dem stark ansteigenden Volumen. Das Brutto-Warenvolumen (GMV) stieg im Vergleich zum Vorjahr nämlich um satte 43%. Beim Gewinn je Aktie gelang dem Konzern mit 14 Cent je Aktie eine Punktlandung. Damit erreichte Baozun exakt die Konsensschätzungen.

Prognose sorgt für kräftigen Abverkauf der Aktie

Mit seiner Prognose für das laufende Geschäftsjahr sorgte die Baozun-Konzernführung aber für lange Gesichter bei den Anlegern. Für das vierte Quartal rechnet Baozun mit einem Wachstum von 23 bis 25%, was leicht unter den bisherigen Analystenprognosen liegt. Analysten erwarteten bislang, dass der Umsatz von Baozun 2019 um 30,4% auf 1,04 Milliarden Dollar und 2020 um 31,6% auf 1,37 Milliarden Dollar steigen wird. Neben dem soliden Umsatzwachstum des Unternehmens gingen die Analysten bislang von einer Ergebnisverbesserung um 34% im Jahr 2019 und 48,2% im Jahr 2020.

Günstiger Bewertung stehen hohe Risiken gegenüber

Auch wenn die Erwartungen jetzt nach unten korrigiert wurden, auf Basis der aktuellen Schätzungen ist die Aktie auf den ersten Blick für einen schnell wachsenden Technologiekonzern (2-Facher Umsatz) alles andere als teuer. Anleger sollten aber wissen, dass ein Investment mit hohen Risiken verbunden ist. Der Konzern leidet besonders stark unter dem Handelsstreit. Zudem sind Aktien aus China generell mit einem höheren Risiko als Aktien aus den USA und Europa behaftet. Hohe Schwankungen dürften daher auch zukünftig bei der Baozun-Aktie weiterhin zur Tagesordnung gehören.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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