Barabhebung am Geldautomaten: Geld vergessen, was nun?

  • Barabhebung am Geldautomaten: Geld vergessen, was nun?
  • Was Sie bei der Wahl Ihrer Kreditkarte beachten müssen
  • Vorsicht vor Anlagebetrügern
  • Glossar heute: Provision, Ausgabeaufschlag und Kapitalmarkt
(Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

„Ich geh mal eben schnell zum Geldautomaten“, hat jeder von uns bestimmt schon einmal gesagt. Am besten schnell mit dem Auto hingefahren, womöglich nicht ganz legal im Halteverbot geparkt, es dauert ja nur eine Minute.

Und weil es etwas hektisch zugeht, flitzt man fix zum Auto zurück. Spätestens beim Einkauf merkt man, dass das Geld gar nicht in der Geldbörse ist. Ein ziemlicher Schlammassel, oder? Natürlich fährt man erst einmal wieder zum Geldautomaten in der Hoffnung, dass das Geld noch im Ausgabeschlitz steckt. Aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist natürlich sehr gering.

Also, was tun, wenn Sie Geld im Automaten vergessen haben? Wenn das Geld nicht mehr da ist, heißt das nicht automatisch, dass es gestohlen wurde. Denn einige neuere Automaten haben einen Sicherungsmechanismus für Vergessliche eingebaut. Wird das Bargeld nach einer Weile nicht entnommen, zieht der Automat es einfach wieder ein.

Dieses Geld wird in einen gesonderten Schacht geleitet, sodass für die Bank sofort erkenntlich ist, dass ein Kunde sein Geld vergessen hat. Gleichzeitig bekommt die Banken, die einen solchen Geldautomaten betreibt, ein Protokoll, das registriert, ob der Kunde das Geld mitgenommen hat oder nicht.

Wenn Sie bemerken, dass Sie Ihr Geld vergessen haben, dann sollten Sie schnellstmöglich Ihre Bank anrufen und den Vorfall klären. Dann haben Sie doch noch Chancen, das vergessene Geld auf Ihr Konto zurückbuchen zu lassen.

Aber am besten Sie konzentrieren sich, wenn Sie Geld abheben. Führen Sie ein kleines Ritual ein, dass sicherstellt, ob Sie das Geld auch wirklich in den Händen halten. Ich halte es zum Beispiel so, dass ich grundsätzlich immer den Geldbetrag nachzähle, den ich abgehoben habe. Auch wenn sich der Automat noch nie verrechnet hat: So bin ich sicher, dass ich das Geld wirklich mitnehme.

Was Sie bei der Wahl Ihrer Kreditkarte beachten müssen

Wissen Sie eigentlich, ob Sie die richtige Kreditkarte haben? Nicht bei jeder Karte ist der Preis gerechtfertigt. Wenn Sie Ihre Kreditkarte nur zum Tanken nutzen, dann lohnt sich beispielsweise eine gebührenpflichtige Master- oder Visa-Karte nicht.

Vielleicht haben Sie aus Prestige-Gründen die Gold- oder Platinversion Ihrer Kreditkarte. Aber Achtung: Meist verdoppeln oder verdreifachen sich die Jahresgebühren. Warum? Weil ein Versicherungspaket meist inklusive ist. Aber nützen Ihnen die Versicherungen auch etwas? Nicht immer!

Zum Beispiel zahlt die Verkehrsmittel-Unfallversicherung der American Express Platinum Card nur dann, wenn Sie für das Verkehrsmittel, das mit Ihnen den Unfall baut, also zum Beispiel das Taxi, den Fahrpreis mit der Karte bezahlt haben. Mal ehrlich: Zahlen Sie ein Taxi mit Kreditkarte? Das werden sie wohl in den seltensten Fällen tun!

Die Jahresgebühr für diese Karte beläuft sich im ersten Jahr auf 650 Euro und in den Folgejahren auf 450 Euro. Da lohnt sich schon ein kritischer Blick auf den Nutzen der Versicherungen, die im Preis inbegriffen sind.

Wenn Sie sich trotzdem eine Kombination von Platin mit Versicherung wünschen, dann sollten Sie auf das Angebot der NetBank, der Online-Tochter der Sparda-Bank zurückgreifen. Sie kostet zwar 100 Euro Jahresgebühr und hat ein vorbildliches Versicherungspaket, das Schutz gewährt unabhängig davon, ob Sie mit Karte bezahlen oder nicht.

Verzichten sollten Sie auf die Kreditkarte keinesfalls, sondern nur prüfen, ob Sie für Ihre Bedürfnisse die richtige ausgewählt haben. Wenn Sie sparen möchten und die Kreditkarte wenig nutzen, dann ist vielleicht die MasterCard von Karstadt das richtige Angebot für Sie.

Die ist für Sie und Ihren Partner kostenlos. Wenn Sie auch noch auf das Kreditkartenkonto einzahlen, erhalten Sie sogar eine Guthabenverzinsung und nehmen automatisch an einem Bonusprogramm teil.

Vielflieger sollten über eine Miles & More Credit Card Gold nachdenken. Auch wenn Sie 85 Euro Jahresgebühr zahlen müssen, können Sie damit Meilen ohne Verfallsdatum ansparen. Und Sie erhöhen mit Ihren Kartenumsätzen zusätzlich Ihr Meilenkonto.

Auch wenn Sie bevorzugt in bar zahlen, kann eine Kreditkarte sinnvoll sein. Mit einer Visa-Karte der Deutschen Kreditbank können Sie an jedem Geldautomaten weltweit kostenlos Geld abheben. Sie sparen sich die Automatengebühren von bis zu 7,50 Euro. Allerdings wird das Konto ausschließlich online geführt.

Sie sehen: Es gibt eine Menge Möglichkeiten, Geld zu sparen. Auch wenn es vielleicht sehr bequem ist, das Kreditkartenangebot Ihrer Hausbank in Anspruch zu nehmen, vergleichen Sie doch einmal die Angebote der verschiedenen Banken. Reden Sie mit Ihrer Hausbank über die Konditionen, wenn Sie sich für eine Kreditkarte einer anderen Bank interessieren. Vielleicht kommt Ihnen Ihre Bank dann doch noch entgegen.

Vorsicht vor Anlagebetrügern

Wenn Sie Opfer eines Anlagebetrugs werden, haben Sie kaum Chancen, Ihr Geld wieder zu bekommen. Auch wenn die Aufklärungsrate durch die polizeilichen Ermittlungen gestiegen ist, gibt es immer noch eine erhebliche Dunkelziffer von Geprellten, die sich aus Scham nicht bei der Polizei melden. Am besten sorgen Sie vor, indem Sie sich selbst schützen. Es gibt deutliche Anzeichen für einen Anlagebetrug, die Sie beachten sollten:

  • Erhalten Sie einen Telefonanruf, bei denen Ihnen ein Anlagespezialist ein bestimmtes Investment verkaufen will, lassen Sie sich nicht darauf ein. Auch Bankberater wählen bisweilen diesen Weg. Verlangen Sie das Angebot dann in schriftlicher Form.
  • Werden Ihnen bei einer Anlageberatung astronomische Renditen versprochen, sollten Sie misstrauisch werden. Leider zeigt die Erfahrung: Je höher der versprochene Zinssatz, desto eher werden Anleger zu unbedachten Entscheidungen verleitet. Orientieren Sie sich an der allgemeinen Marktsituation: Sichere Anlagen bringen Ihnen derzeit bis zu drei Prozent Zinsen. Zinssätze, die darüber hinaus gehen, bergen immer ein gewisses Risiko.
  • Vorsicht bei so genannten Bankgarantien, die als risikolose Geldanlage ausgegeben werden. Auch wenn angeblich als Sicherheit für die Einlage bei Kreditinstituten Wertpapiere deponiert werden: Das ist kein Zeichen für Vertrauenswürdigkeit. Denn fraglich ist, ob Sie diese Sicherheiten je bekommen und ob sie sich tatsächlich, wie zugesichert, am Kapitalmarkt weiterverkaufen lassen.
  • Achten Sie auch auf die Provisionsforderungen des „Anlagespezialisten“. Wenn diese sehr hoch sind, ist er wahrscheinlich mehr auf seinen eigenen als auf Ihren Vorteil bedacht.
  • Lassen Sie auch Vorsicht walten, wenn Ihr Anlagespezialist eine Auslandsadresse hat, vor allem in exotischen Ländern. Als Geschädigter können Sie Ihre Interessen dann rechtlich meist nicht durchsetzen.
  • Vorsicht auch bei Wertpapieren, die nicht an der Börse gehandelt werden ( so genannter „Grauer Kapitalmarkt“). Da ist der Wiederverkauf schwierig und die Wertentwicklung mangels Berichterstattung einfach nicht transparent.

Wenn Ihnen ein Anlageberater ein Angebot unterbreitet und Sie sind sich nicht sicher, was Sie davon halten sollen, dann legen Sie es doch einmal Ihrer Hausbank vor. Wenn Ihre Bank das Angebot als seriös einstuft, lassen Sie sich auch von ihr ein Angebot unterbreiten.

Vielleicht können Sie ja noch Provisionen, Ausgabeaufschläge oder Verwaltungsgebühren sparen. Und wenn Sie bei einer vorgeschlagenen Geldanlage kein gutes Gefühl haben, dann lassen Sie besser die Finger davon. Meist können Sie sich in solchen Situationen auf Ihr Bauchgefühl verlassen.

Glossar heute: Provision, Ausgabeaufschlag und Kapitalmarkt

Provision: Als Provision bezeichnet man das Entgelt für eine verkäuferische oder vermittlerische Tätigkeit einer Person. Das Entgelt wird hauptsächlich durch die Kunden zum Beispiel bei Abschluss einer Versicherung an den Vermittler gezahlt.

Ausgabeaufschlag: So heißt der Aufschlag, mit dem Fonds an interessierte Anleger verkauft werden. Der Ausgabeaufschlag wird auch Agio genannt. Es handelt sich um die Differenz zwischen dem Nennwert einer Geldanlage und dem Verkaufspreis. Diese Differenz behält der Verkäufer oder Vermittler.

Kapitalmarkt: Der Kapitalmarkt ist ein Finanzmarkt im wirtschaftlichen Sinn, bei dem Angebot und Nachfrage nach Finanzkapital aufeinander treffen. Er umfasst alle an diesem Markt tätigen Personen, Einrichtungen und beschreibt ihre Beziehungen untereinander.

Wer sein Geld, im weiteren Sinne auch Sachen oder andere Verfügungsrechte am Kapitalmarkt anbietet, tut dies in der Absicht, später mehr Kapital zurückzuerhalten, als wenn er das Geld nicht anbieten würde. Bei Geldgeschäften, die unter der Hand jenseits der Börsen und Finanzmärkte gehandelt werden, spricht man vom „Grauen Kapitalmarkt“. Davor sollten Sie sich hüten!

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Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".

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