Bargeld lacht zurzeit

Die zahlreichen bearishen Signale der vergangenen Wochen entfalten nun ihre Dynamik bei DAX, Dow Jones und S&P 500. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Eigentlich wollte ich den heutigen Beitrag mit der gleichen Zeile wie gestern beginnen:

Der DAX 30 taucht heute Morgen zeitweilig unter die Marke von 9.800 Punkten ab.“

Tatsächlich fällt der deutsche Leitindex, während ich diese Zeilen schreibe, bereits unter 9.700 Zähler. Das war nach dem Verlauf des gestrigen Handelstages von vielen Marktteilnehmern nicht erwartet worden:

Zum einen waren die anfänglichen Kursverluste gestern vor allem den schwachen Autowerten – allen voran VW – zu verdanken. Zum anderen kletterte der DAX am Nachmittag bis zur 10.000-Punkte-Marke, um mit 9.948 Zählern gut erholt zu schließen.

Bärensignale setzen sich jetzt durch

Für mich kommt die neuerliche Kursschwäche indes nicht wirklich überraschend. Hier in Chartanalyse-Trends hatte ich in den letzten Wochen mehrfach auf Punkte hingewiesen, die ganz und gar nicht bullish zu werten waren – und das nicht nur für den DAX:

In allen wichtigen US-Indizes wurden in der Zeit, die auf den Mini-Crash am 24. August folgte, Konsolidierungs-Formationen in Gestalt von Flaggen, Wimpeln oder Keilen ausgebildet.

Diese Kategorie von Kursmustern wird nach Phasen dynamischer Kursbewegungen ausgebildet. Noch wichtiger ist indes: Werden diese Chart-Formationen in Richtung des vorherrschenden Trends verlassen, so wird dieser bestätigt.

On-Balance-Volumen: Der Großanleger-Indikator

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Verhalten der Großinvestoren. Mit den gigantischen Kapitalmitteln, die dieser Anlegergruppe zur Verfügung stehen, bestimmen sie die Trend-Richtung an den Aktienmärkten.

Wie hier in Chartanalyse-Trends schon zigmal beschrieben, ist das On-Balance-Volumen (OBV) das wohl beste Instrument, um die Aktivitäten der Großanleger zu verfolgen. Dieser Indikator verknüpft die börsentäglichen Umsätze mit den börsentäglichen Kursveränderungen.

Der nachfolgende Chart zeigt den Dow Jones, den S&P 500 sowie den DAX mit ihren jeweiligen Konsolidierungsformationen. Im unteren Teil ist zudem die Entwicklung des On-Balance-Volumens eingeblendet.

Keine Rückkäufe durch Großinvestoren

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Vergleich Dow Jones, S&P 500 und DAX: Keine Rückkäufe durch Großinvestoren

Gut zu erkennen: Der DAX 30 hat diesmal die Vorreiterrolle übernommen. Er brach bereits am Freitag aus der Flaggen-Formation nach unten aus.

Die beiden US-Indizes dürften vermutlich schon heute dem deutschen Leitindex folgen und ihre Keil-Formationen nach unten verlassen. Das wird den Abwärtsdruck durch die Bären weiter verstärken.

Die Verläufe beim OBV machen deutlich: Während der Ausbildung der Konsolidierungs-Muster kam es zu keinen maßgeblichen Rückkäufen seitens der Großinvestoren. Aufwärtstrends? Fehlanzeige!

Die jüngste Abwärtsbewegung im OBV der US-Indizes unterstützt meine Einschätzung, dass Dow Jones und S&P 500 nun ebenfalls schwächeln werden. Daher lautet meine Empfehlung an Sie:

Neukäufe sollten Sie weiterhin zurückstellen. Noch bestehende Positionen sollten Sie durch Stops absichern. Bargeld lacht zurzeit!


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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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