Barrick Gold: Der weltgrößte Goldkonzern ist auch hier noch Spitze

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Der weltgrößte Goldkonzern Barrick Gold hat die Produktionskosten in wenigen Jahren fast um 30% gesenkt. Das schaffen nicht alle Minenwerte: (Foto: Africa Studio / shutterstock.com)

Gestern ging es an dieser Stelle um die wichtige Rolle der Produktions-Kosten bei den Goldminen.

Heute möchte ich Ihnen an einigen beispielhaften Firmen zeigen, dass jenen selbst bei den transparenten Gesamtkosten der Produktion doch noch ein großer Spielraum bleibt.

Bis vor einigen Jahren war es so, dass die Goldminen ihre Produktions-Kosten veröffentlicht haben. Doch dahinter lag kein Standard. Daher war diese Zahl noch nicht vergleichbar.

Seit 2012 liegen Definitionen des World Gold Council (WGC) vor.

Und jetzt veröffentlichen die Goldminen nach diesem Standard ihre „All-In-Sustaining-Costs“, also die Gesamtkosten der Produktion.

Weltspitze – Barrick Gold erreicht operative Marge von rund 40%

Besonders deutliche Rückgänge hat hierbei die weltweite Nr. 1 der Goldminen erreicht:

Barrick Gold hat es beispielsweise geschafft, die Gesamtkosten von 2012 – 2016 um 28 % zu senken.

Das bringt dem Unternehmen mit veröffentlichten Gesamtkosten von zuletzt nur noch 730 Dollar den 1. Platz im Ranking der großen Goldminen.

Bezogen auf den Goldpreis von 1.249 Dollar ergibt sich hier eine extrem hohe operative Marge von 41 %.

Und diese soll nach Angabe der Experten der Scotia Bank auch noch im laufenden Jahr so hoch bleiben.

Sie erwarten zudem einen minimalen Anstieg der Gesamtkosten und ebenso einen leichten Anstieg des durchschnittlichen Goldpreises.

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Schlechter sieht’s für IAM Gold aus

Wie groß die Unterschiede bei der Ertragskraft der großen Minenwerte sind, zeigt der Blick auf IAM Gold:

Der Konzern hat es zwischen 2012 und 2016 nicht geschafft die Kosten zu senken; in beiden Jahren lagen die Gesamtkosten der Produktion im Bereich um 1.050 Dollar.

Das hatte 2012 den großen Vorteil, noch eine ordentliche operative Marge von immerhin 36 % zu erreichen.

Damals erreichte der durchschnittliche Goldpreis auch noch 1.670 Dollar.

Doch bei dem gesunkenen Preisniveau blieb im vergangenen Jahr nur noch an operative Marge von 15 % übrig. Nach den strengen Kriterien des WGC waren es sogar nur 11%.

Schauen Sie auf die Kosten-Entwicklung der Minen – Es lohnt sich

Insgesamt hängt der Erfolg der Unternehmen am Erfolgsfaktor Kosten:

Zu den reinen Produktions-Kosten kommen dann noch die notwendigen Kapital-Aufwendungen dazu, um die Produktion auf dem Niveau zu halten.

Wie groß diese Unterschiede sind, verdeutlicht Ihnen auch der Vergleich zwischen beiden genannten Firmen:

  • Barrick Gold erreicht hier reine Produktions-Kosten von 546 Dollar und Kapital-Aufwendungen von 129 Dollar pro Feinunze.
  • Bei IAM Gold liegen schon die reinen Produktions-Kosten bei 775 Dollar, und dann kommen noch die Kapital-Aufwendungen von 225 Dollar hinzu.

Dieser Vergleich macht Ihnen vor allen Dingen eines deutlich:

Die Kosten sind weiterhin der entscheidende Erfolgsfaktor für die Goldminen – daher sollten Sie dort auch besonders genau hinschauen.


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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.