Barrick Gold: Feindliche Übernahe-Offerte für Konkurrent Newmont Mining

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Barrick will Newmont übernehmen. Die feindliche Offerte ist in der aktuellen Form chancenlos, doch vermutlich hat der Bieter noch einen Pfeil im Köcher. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Nach vielen Spekulationen und wilden Gerüchten ist es jetzt offiziell: Der kanadische Goldminenbetreiber Barrick Gold hat den Aktionären des schärfsten Konkurrenten auf dem Goldmarkt – der amerikanischen Newmont Mining Corporation – ein feindliches Übernahmeangbot unterbreitet.

Barrick ist bereit, den Newmont-Investoren 17,8 Mrd. US-Dollar in eigenen Aktien zu zahlen, um zum uneingeschränkten Dominator auf dem Goldmarkt zu werden.

Verlustgeschäft für Newton-Aktionäre

Das Barrick-Angebot ist jedoch für Anteilseignern von Newmont dereit noch wenig verlockend: Bereits zum Zeitpunkt der Bekanntgabe waren Newmont-Aktien – sicherlich auch bedingt durch die schon länger kursierenden Übernahmespekulation – mehr wert, als Barrick zu zahlen bereit ist.

Konkret bietet Barrick 2,57 eigene Aktien für jeden Anteilsschein an Newmont-Mining. Zum Zeitpunkt der Angebotsabgabe wurden Barrick-Aktien mit 13,04 USD notiert. Umgerechnet ist Barrick also bereit, 33,50 USD je Newmont-Aktie auf den Tisch zu legen. Dumm nur, dass die Newmont-Papiere zu diesem Zeitpunkt bereits mit 36,48 USD gehandelt wurden.

Unterschiedliche Bewertungen der CEOs

„Das Angebot bedeutet einen Abschlag von 8 Prozent auf unseren Abschlußkurs vom Freitag. Das macht keinen Sinn“, so der Kommentar des Newmont-CEO Gary Goldberg.

Mark Bristow, CEO von Barrick, betont indes, dass die Fusion von Barrick und Newmont Synergien in Höhe von mehr als 7 Mrd. USD freisetzen würde. „Durch den Zusammenschluss von Barrick und Newmont entsteht das weltbeste Goldunternehmen mit dem größten Minenportfolio und dem besten Cashflow“, so Bristow weiter.

Dies ist ein starkes Argument für den Deal – aber vermutlich nicht genug. Newmont-Aktionäre werden sich nicht nur fragen, warum sie einem Angebot ohne Prämie zustimmen sollten, sondern auch, warum sie einem Management vertrauen soll, das in den vergangenen 3 Jahren für die Aktionäre keinen Mehrwert geschaffen hat (-9%) während die Newmont-Aktie um 35% zulegte.

Weitere Deals wahrscheinlich: Übernahme-Welle rollt durch die Goldbranche

In der Goldbranche gab es in der letzten Zeit eine wahre Flut an Übernahmen, Fusionen und Kooperationen. Auch Barrick und Newmont waren hieran maßgeblich beteiligt: So übernahm Barrick im September 2018 den in Jersey ansässige Konkurrenten Randgold Resources für 5,4 Mrd. USD.

Newmont wiederum hat im Januar 2019 ein Übernahmeangebot für den kanadischen Konkurrenten Goldcorp Inc. unterbreitet. Das Newmont-Angebot beläuft sich auf 12,5 Mrd. USD  inklusive der zu übernehmenden Schulden. Kommt der Deal mit Goldcorp zustande, würde Newmont Barrick als Weltmarktführer unter den Goldproduzenten ablösen.

Legt Barrick noch einmal nach?

Dass die feindliche Barrick-Angebot von den Newmont-Aktionären angenommen wird, ist aufgrund einer fehlenden Übernahme-Prämie ziemlich unwahrscheinlich. Newmont-CEO Gary Goldberg bezeichnete die Barrick-Offerte als „verzweifelten und bizzaren Versuch, unsere Übernahme von Goldcorp zu vermasseln“.

Doch auch wenn eine Übernahme derzeit weit weg scheint, lebt die Chance weiter. Häufig münden zunächst feindliche Übernahme-Angebote  in einen freundlichen Deal. Dies ist auch hier möglich. Zwangsläufig notwendig ist dazu jedoch eine aufgestockte Offerte.

Dem Übernahme-„playbook“ zufolge müsste diese demnächst kommen. Ob die dann allerdings so hoch ausfallen wird, dass das Newmont-Management oder die Aktionäre von einem Zusammenschluss überzeugt sind, steht wiederum auf einem anderen Blatt. Barricks finanzieller Spielraum ist spätestens seit der Rangold-Übernahme begrenzt und mit einer zu großen Verwässerung – also der Bezahlung mit eigenen Aktien – zieht man sich schnell den Zorn der Aktionäre zu.

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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Der gewiefte Börsen-Profi Jens Gravenkötter verdankt seinen Erfolg nicht zuletzt seinem Wissen aus seiner Ausbildung zum Bankkaufmann und seinem Studium der Volkswirtschafslehre.