Barrick Gold: Megafusion mit Randgold auf der Zielgeraden

Barrick Gold: Megafusion mit Randgold auf der Zielgeraden. Größter Goldkonzern weltweit entsteht. Aktionäre feiern den Deal (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Die Meldung im September kam wie ein Paukenschlag. In einer milliardenschweren Fusion wollten der kanadische Goldförder Barrick Gold und das in Afrika tätige Unternehmen Randgold Resources einen neuen Gold-Champion schaffen.

Jetzt befindet sich der Deal auf der Zielgeraden. Gerade haben die Barrick-Aktionäre mit überwältigender Mehrheit für den Zusammenschluss gestimmt. Mehr als 99% haben für die Fusion votiert. Gestern haben nun auch die Randgold-Aktionäre ihren Segen gegeben und damit eine der letzten Hürden für die Schaffung des größten Goldunternehmens der Welt aus dem Weg geräumt.

Gigantischer Goldkonzern entsteht

Im Rahmen des Deals sollen Randgold-Aktionäre jeweils gut sechs neue Barrick-Papiere für Ihre Anteile bekommen und an dem künftigen Branchenriesen zu rund einem Drittel beteiligt sein. Mit einem Volumen von 18,3 Milliarden Dollar ist das Aktiengeschäft seit Jahren das größte in der Branche, die mit sinkenden Goldpreisen und Investoren-Kritik zu kämpfen hat. Anleger bemängeln, dass es in dem Sektor zu wenige Übernahmen gibt und zu viel gespart wird.

Mit dem Zusammenschluss verändert sich das Kräfteverhältnis in der Branche massiv. Von den zehn wichtigsten Goldminen der Welt wird künftig die Hälfte im Besitz von Barrick Gold / Randgold sein. Randgold mit Sitz auf Jersey betreibt Minen unter anderem in der Demokratischen Republik Kongo.

Goldproduktion wird deutlich ausgeweitet

Der Hintergrund des Deals liegt auf der Hand. Durch den Zukauf kann Barrick seine seit langem stagnierende Goldproduktion spürbar steigern. Randgold Resources hatet zwar zuletzt wegen eines Streiks in der Elfenbeinküste und neuen, restriktiven Minengesetzen im Kongo auch Einbußen zu verzeichnen, doch sind diese weniger stark. So gilt das Unternehmen unter Beobachtern als vorbildlich geführt und wirtschaftlich gesund. Daneben arbeitet es an mehreren erfolgsversprechenden Projekten.

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Klassische Win-Win-Situation

Randgold verfüge über eine flache, dezentrale Führungsstruktur. Unter Mark Bristow dürfte Barrick die Organisation weiter straffen, so Experten. Randgold bringt hingegen Fähigkeiten mit, um geopolitische Risiken zu minimieren, was sich für Barrick in Afrika und Südamerika auszahlen könnte. Randgolds Minen- und Erkundungsteams könnten bewährte Methoden in den neuen Barrick zum Einsatz bringen.

Rein von den Zahlen sind die Dimensionen der neuen Firma ohnehin beeindruckend: So verfügt die neue Barrick dem Unternehmen zufolge künftig etwa – gemessen an den Ergebnissen 2017 – über den höchsten Gewinn, die höchste Gewinnmarge sowie die niedrigsten Cash-Kosten der weltweit führenden Minenkonzerne. Zudem besitzt Barrick den höchsten Unternehmenswert sowie die profitabelste Produktion, deutlich vor Wettbewerbern wie Newmont, Goldcorp, Newcrest oder Agnico

Anleger feiern den Zusammenschluss

Den Anlegern scheint der Deal auf jeden Fall zu gefallen. Seit der Ankündigung der Fusion im September haben die Aktienkurse beider Firmen um satte 30% an Wert gewinnen können und das in einem schwierigen Marktumfeld.

Mehr Deals könnten folgen

Zahlreiche Brancheninsider rechnen damit, dass der Megadeal die Übernahmeaktivitäten in der Goldminenindustrie in Gang bringen könnte. Übernahmen und Zusammenschlüsse gelten in der Goldminenindustrie als probates Mittel, um überhaupt noch Unternehmenswachstum zu erzeugen. Die Erschließung neuer Goldvorkommen als Alternative wird dagegen angesichts immer höherer Kosten und eines stagnierenden Goldpreises zunehmend unattraktiv.


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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.