Barrick Gold: Quartalszahlen befeuern den Aktienkurs

Wer rechtzeitig zugeschlagen hat, kann jetzt richtig jubeln: Die Aktien der Goldminenbetreiber, allen voran Branchenprimus Barrick Gold, gehen seit einiger Zeit durch die Decke.

Dass ihr Erfolg nicht nur dem seit Anfang des Jahres wieder anziehenden Goldpreis zu verdanken ist, zeigt ein Blick auf die kürzlich vorgelegten Quartalszahlen.

Darin wurde ersichtlich, dass die Minenbetreiber nicht nur von dem jetzigen Preisplus des Edelmetalls profitieren, sondern auch von dessen vorherigem Niedergang: Die Flaute, die spätestens 2012 einsetzte und bis Ende 2015 anhielt, zwang Barrick Gold, Goldcorp und Co. dazu, ihre Produktionskosten drastisch zu senken, um weiterhin bestehen zu können.

Kostensenkung deutlicher als gedacht

Wie sehr ihnen das geglückt ist, wird jetzt sichtbar: Die Erwartungen der Analysten konnten deutlich übertroffen werden. Die Kosten je Unze hat Barrick Gold im ersten Quartal bereits um 25 Prozent gedrückt auf nur noch 706 US-Dollar je Unze – Analysten waren von deutlich über 800 Dollar ausgegangen.

Für das Gesamtjahr haben die Kanadier Vollkosten in der Spanne von 760 bis 810 Dollar je Unze in Aussicht gestellt und damit die eigene Prognose gesenkt, die sich zuvor zwischen 775 und 825 Dollar bewegt hatte.

Durch die Kombination aus höheren Goldpreisen und sinkenden Förderkosten sprudeln die Gewinne und schaffen den nötigen Spielraum, um allmählich den immensen Schuldenberg zu reduzieren, auf dem praktisch alle Goldminenbetreiber sitzen.

Um zwei Milliarden US-Dollar sollen die Verbindlichkeiten im laufenden Jahr gesenkt werden – knapp die Hälfte davon hat Barrick Gold bereits im ersten Quartal geschafft und seine Schulden von 10 auf „nur noch“ 9,1 Milliarden Dollar verringert.

Auch Goldcorp kann nicht klagen

Bei der Konkurrenz läuft es ähnlich gut. So hat beispielsweise Goldcorp nicht nur die Schätzungen der Analysten übertroffen, sondern auch zum ersten Mal seit drei Quartalen wieder einen Gewinn verbucht. Auch die Förderkosten lagen mit 836 Dollar je Unze niedriger als erwartet.

Steigende Einnahmen, sinkende Ausgaben, niedrigere Schulden, höherer Aktienkurs – es könnte derzeit kaum besser laufen für die Betreiber der Goldminen, und wer hier seit Anfang des Jahres dabei ist, kann sich über ein stattliches Gewinnplus freuen. Die Aktie von Barrick Gold etwa hat sich in den vergangenen sechs Monaten mehr als verdoppelt auf inzwischen 17,40 US-Dollar oder gut 15,50 Euro. Ende April wurde ein Dreijahreshoch geknackt.

Nachhaltiger Anstieg oder kurzfristige Hausse?

Doch der Erfolg steht – wie so oft – auf wackligen Füßen. Skeptiker fürchten eine saftige Kurskorrektur, nachdem das Papier zuletzt leichte Rückschläge verzeichnen musste. Und auch die Rally beim Goldpreis ist keineswegs sicher.

Zwar sprechen zahlreiche Indikatoren für einen starken Goldpreis – man denke nur an die zahlreichen schwelenden politischen Konflikte und Kriege, von Euro-Krise in Griechenland bis Bürgerkrieg in Syrien, vom inneren Zerfall der Europäischen Union bis zum Aufstieg Donald Trumps in den USA. Doch ebenso gibt es gute Argumente derer, die den Goldpreisanstieg als kurzfristige, wenig nachhaltige Bewegung einstufen.

Wohin die Reise geht, wird man erst hinterher wissen. Wer frühzeitig auf die Aktien der Goldminenbetreiber gesetzt hat, kann jetzt jedenfalls erst einmal die Korken knallen lassen.

2016-05-10 Barrick Gold

10. Mai 2016

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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