Barrick Gold vor Neustart: 4 Gründe die Aktie zu kaufen

Barrick Gold genießt wahrlich keinen guten Ruf. Lange Zeit verfolgte das Unternehmen nur eine Maxime: Wachstum – und zwar um jeden Preis. Diesen Preis hatten dann meist die Anleger zu zahlen, deren Kapital weitgehend aufgefressen wurde, statt Rendite abzuwerfen.

Doch damit soll nun Schluss sein. Das neue Management hat eine radikale Wende eingeläutet. Dazu gehört auch eine massive Schrumpfkur.

Zeitenwende bei Barrick Gold

Alle unprofitablen Bereiche sollen verkauft, eingestellt oder vorläufig auf Eis gelegt werden. Darüber hinaus soll der Schuldenberg im laufenden Jahr um 3 Milliarden US-Dollar gesenkt werden.

Die Voraussetzungen hierfür sind nicht schlecht. Trotz einer Verschuldung von insgesamt rund 13 Milliarden US-Dollar verfügt Barrick Gold über ausreichend Liquidität, um die Gläubiger zu bedienen, ohne hierfür das eigene Tafelsilber verschleudern zu müssen.

Das wiederum hat unter anderem damit zu tun, dass das operative Geschäft zuletzt besser lief. Im Jahr 2014 förderte Barrick Gold 6,25 Millionen Unzen bei Produktionskosten (AISC) von 864 Dollar je Unze.

Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen bei beiden Werten mit einem ähnlichen oder leicht höheren Niveau. Die Produktionskosten sollen perspektivisch ab 2017 sinken.

Risikofaktor Goldpreis

Neben den unternehmensspezifischen Kennzahlen gilt es allerdings auch noch einen anderen Faktor zu bedenken: den Goldpreis. Dieser schwankt und ist von anderen Parametern abhängig als die Förderunternehmen selbst, die von der Entwicklung des Goldpreises jedoch direkt und entscheidend mit beeinflusst werden.

Barrick Gold gehört zu den Branchengrößen, die Phasen niedriger Goldpreise recht gut verkraften können. Kleinere Förderfirmen mit ebenfalls hoher Verschuldung stehen hier ungleich schneller vor dem existenziellen Ruin.

2015-04-17 Barrick Gold

Zu Zeiten hoher Goldpreise verkauften sich auch Barrick-Aktien wie warme Semmeln, doch damit ist seit geraumer Zeit Schluss. Nach längerem Höhenflug begann die Stimmung im Jahr 2012 zu kippen. Richtig steil abwärts ging es dann im ersten Halbjahr 2013.

Seither dümpelt die Aktie, die noch vor vier Jahren über 40 Euro kostete, zwischen 10 und 15 Euro vor sich hin. Zum letzten Jahreswechsel rutschte sie sogar leicht unter die 10-Euro-Marke, so auch noch einmal im März.

Nachhaltiger Aufwärtstrend?

Zuletzt aber zeichnete sich ein Aufwärtstrend ab, der das Papier binnen Monatsfrist um 20 Prozent in die Höhe schnellen ließ. Wohin die Reise geht, darüber sind sich Analysten uneins. Charttechniker sehen positive Tendenzen, sind aber von einer nachhaltigen Rally noch nicht gänzlich überzeugt.

Insofern wird für die weitere Entwicklung sowohl des Unternehmens als auch des Aktienkurses viel davon abhängen, ob und wie gut die neue Chefetage die selbstgesteckten Ziele umzusetzen vermag – und wie sich der Goldpreis weiter entwickelt.

Kurzfristig scheint die Aktie mit Risiken behaftet zu sein. Wer allerdings langfristig auf eine solide Entwicklung im Goldsektor setzt, sollte den Blick hierbei auch immer wieder auf Barrick Gold richten.

17. April 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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