BASF: Wie wirkt sich der Unfall auf die Aktie aus?

Der tragische Zwischenfall hat die Beschäftigten der BASF und die Anwohner in Ludwigshafen bis ins Mark erschüttert:

In der vergangenen Woche kam es zu heftigen Explosionen und einem gewaltigen Feuer auf dem Werksgelände des Chemie-Konzerns.

Über Stunden stand eine 100 Meter hohe schwarze Rauchsäule über dem Gelände, ersten Erkenntnissen zufolge verbrannten v. a. Ethylen und Propylen in großen Mengen.

3 Menschen fielen dem Inferno zum Opfer, mehrere Schwerverletzte befinden sich nach wie vor im Krankenhaus.

Produktion beeinträchtigt

Neben der menschlichen Tragödie ist die wirtschaftliche Dimension der Katastrophe nach wie vor nicht überschaubar.

Die Produktion am Standort ist erheblich beeinträchtigt, die Lastwagen stauen sich vor dem Gelände, eine Zufahrt per Schiff war zuletzt ebenfalls nicht möglich.

Immerhin: Eine allgemeine Gefährdung der Bevölkerung lag offenbar nicht vor, abgesehen vom Unglückstag wurden keine erhöhten Werte  an Schadstoffen in Luft und Boden gemessen.

Die Messungen sollen jedoch fortgesetzt werden, wie das Unternehmen betonte.

Unklar ist nach wie vor, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Offenbar hatten im Vorfeld Arbeiten an einer leeren Pipeline stattgefunden.

Zunächst entzündete sich ein kleinerer Brand, der sich jedoch rasch ausweitete und schließlich zu der massiven Explosion führte.

BASF-Aktie stabil

Sprecher der BASF betonten, dass die wirtschaftlichen Folgen angesichts der menschlichen Verluste nicht im Vordergrund stünden.

Allerdings stehe das Unternehmen in Kontakt mit seinen Kunden im Bemühen, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten.

Zwischenzeitlich hatte der Chemie-Konzern mehr als 20 seiner gut 200 Anlagen auf dem Gelände heruntergefahren. Sie sollen nach und nach den Betrieb wieder aufnehmen.

Wann die Reparaturen abgeschlossen sind und die Produktion wieder wie gewohnt abläuft, ist bislang jedoch offen. Die Aufarbeitung dürfte Monate in Anspruch nehmen.

Analysten zeigten sich nach dem Zwischenfall gelassen, auch die Anleger an der Börse folgten dieser Einschätzung.

Demnach ist die BASF für derartige Fälle umfassend versichert, sodass sich zumindest die finanziellen Folgen in überschaubarem Rahmen halten sollten.

Die BASF Aktie sackte zwar am Montag ins Minus, konnte die Verluste aber bereits am Dienstag wieder aufholen und schloss die Woche sogar mit einem Plus von fast 2% ab.

Sicherheit auf dem Prüfstand

Problematisch dürfte eher die Diskussion um die allgemeinen Sicherheits-Standards auf dem riesigen Chemie-Areal werden.

Allein in diesem Jahr kam es bereits zu 15 Zwischenfällen, der Wert liegt damit höher als in den Vorjahren.

Besonders die Neuerrichtung oder Nachbesserung von Anlagen soll anfällig sein für entsprechende Probleme, so der Werksleiter gegenüber Presse-Vertretern.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat inzwischen angekündigt, die Sicherheits-Standards bei BASF unter die Lupe nehmen zu wollen.

Bleibt zu hoffen, dass es dabei nicht zu negativen Überraschungen kommen wird.

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28. Oktober 2016

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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