BASF als Aktie fürs Leben

Auf der Liste der besten Unternehmen der Welt darf ein Konzern aus dem Südwesten Deutschlands nicht fehlen; wir machen die BASF-Analyse: (Foto: 360b / shutterstock.com)

Die besten Unternehmen der Welt passen in jedes Depot – einmal kaufen und liegen lassen ist für viele Anleger die Devise.

Ein Konzern, der sich für ein solches Langfrist-Depot eignet, ist ganz sicher BASF.

BASF – Der Chemie-Gigant

Der Chemie-Riese hat in der ganzen Welt einen guten Ruf und besticht durch solides wirtschaften. Wir erklären, ob sich der Kauf der Aktie jetzt lohnt.

BASF ist das weltweit führende Chemie-Unternehmen. Dabei werden über 390 Produktionsstätten in 80 verschiedenen Ländern betrieben.

Neben den klassischen Chemikalien zählen auch Kunststoffe, Veredelungs-Produkte sowie kundenspezifische System-Lösungen für die Automobil- und Bauindustrie zur Produkt-Palette.

Neuerdings setzt BASF auch auf Agrochemikalien und den Pharma-Bereich.

Vielversprechender Zukauf

BASF hat 2016 eher durchwachsene Zahlen präsentiert: Der deutsche Chemie-Riese hat es nicht geschafft weiter zu wachsen, der Umsatz brach um 18,3% auf 57,6 Mrd. € ein.

Ursächlich dafür waren die Deinvestitionss-Maßnahmen im Gashandels- und Gasspeicher-Geschäft.

Bereits im September 2015 hatte BASF mit dem Tausch von Vermögenswerten mit der russischen Gazprom den Ausstieg aus dem Geschäftsfeld eingeleitet.

Jetzt hat der deutsche Chemie-Gigant Nägel mit Köpfen gemacht, und die Umstrukturierung mit großen Schritten vorangetrieben.

Unterm Strich konnte der Gewinn um 1,7% auf rund 4,1 Mrd. € gesteigert werden.

Angesichts der erheblichen Umstrukturierungs-Aufwendungen und dem enormen Wettbewerbsdruck ist das ein einmaliger Erfolg.

Noch besser lief es dann im 1. Quartal: BASF ist der Start in das neue Geschäftsjahr erstklassig gelungen.

Der Umsatz stieg um 18,6% auf 16,9 Mrd. €. Der Gewinn legte dabei um 23,2% auf 1,86 € pro Aktie zu.

Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres wird sich zudem der Zusammenschluss des BASF-Lederchemikalien-Geschäfts mit der Unternehmens-Gruppe Stahl positiv bemerkbar machen.

Gemäß der Vereinbarung erhält BASF eine Minderheits-Beteiligung von 16% an der Stahl-Gruppe sowie eine attraktive Sonderzahlung.

Noch steht der Zusammenschluss unter dem Vorbehalt der Wettbewerbs-Behörden.

Sollten die Behörden grünes Licht geben, wird der Zusammenschluss bereits gegen Ende des Geschäftsjahres vollständig abgeschlossen sein.

Nicht alles Gold, was glänzt

Die gelungene Umstrukturierung macht uns Hoffnung, dass BASF auch in Zukunft robust aufgestellt ist. Die starken Quartalszahlen zeigen, dass die Firma durchaus konkurrenzfähig ist.

Trotzdem ist auch bei BASF nicht alles Gold, was glänzt: Die schwankenden Rohstoff-Preise könnten für negative Überraschungen sorgen.

Zwar hat BASF immer konservativ kalkuliert, doch ist diese Anfälligkeit einer der Schwachpunkte der Aktie.

Die Dividendenrendite von 3,6% ist allerdings stark. Langfristig bleibt die Aktie aussichtsreich.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.