BASF beabsichtigt Zusammenschluss von Wintershall und DEA

BASF plant schrittweisen Rückzug aus Öl- und Gasgeschäft – Das könnte den Bewertungs-Abschlag gegenüber der Konkurrenz deutlich verkleinern. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Der deutsche Chemie-Riese BASF kündigte gestern Abend an, dass die Firmentochter Wintershall mit der Öl- und Gas-Gesellschaft DEA fusioniert werden soll.

Eine entsprechende Absichts-Erklärung unterschrieben BASF und der DEA-Eigner Letter One.

Ziel der Fusion ist die „Schaffung eines der größten unabhängigen europäischen Explorations- und Produktions-Unternehmens“.

Das Gemeinschafts-Unternehmen wird den Namen Wintershall DEA tragen und soll die Basis für weiteres profitables Wachstum legen.

Wer ist Letter One?

Der angehende Partner der BASF-Tochter Wintershall, DEA, gehört zur Holding-Gesellschaft Letter One des russischen Oligarchen Mikhail Fridman.

Laut Forbes-Liste ist dieser mit einem Privatv-Vermögen von 14,2 Mrd. Dollar der zweitreichste Mann Russlands.

Letter One ist erst 2013 mit 14 Mrd. Dollar unter der Leitung Fridmans gestartet und schwerpunktmäßig im Öl- und Gas-Geschäft engagiert.

Man investierte über die Tochtergesellschaft Letter One Technology im Frühjahr vergangenen Jahres allerdings auch 200 Mio. Dollar in den Fahrdienstleister Uber.

DEA kam 2014 in die Holding. Damals übernahm Letter One DEA vom Eigentümer RWE. Der Kaufpreis lag bei 7 Mrd. Dollar (5,1 Mrd. €).

Durch weitere Übernahmen wurde das Geschäft in der Nordsee weiter gestärkt.

BASF mit mehr Flexibilität für das Öl- und Gas-Geschäft

Bei dem Deal gehen zwei der größten Öl- und Gas-Konzerne Deutschlands zusammen.

BASF teilte mit, dass man an dem Gemeinschafts-Unternehmen zunächst 2/3 halten werde.

Der Anteil werde allerdings später noch durch eine Pflicht-Wandelanleihe steigen, die den Wert des Gastransport-Geschäfts entspreche.

Das kombinierte Geschäft hatte im Jahr 2016 einen Pro-forma-Umsatz in Höhe von 4,3, einen operativen Gewinn von 2,2 und einen Gewinn von 326 Mio. €.

Die tägliche Fördermenge wird mit 590.000 Barrel Öl-Äquivalent angegeben, die nachgewiesenen Reserven mit 2,1 Mrd. Barrel.

Basierend auf den vorliegenden Daten könnte der neue Konzern Analysten zufolge mit etwa 14 Mrd. € bewertet werden.

Ein Börsengang – und damit die Möglichkeit eines einfachen, schrittweisen Ausstiegs aus dem Geschäft für BASF – ist vorgesehen.

Börsengang könnte Neubewertung der Aktie nach sich ziehen

BASF betonte, dass ein Deal noch nicht sicher ist, doch an der Börse kamen die Überlegungen über die Zusammenlegung der Aktivitäten bereits gut an.

BASF-Aktien verteuerten sich am Nachmittag in einem freundlichen Marktumfeld um 1,1% auf 94,08 €. Auch Analysten begrüßten den Deal:

Die Baader Bank wies heute darauf hin, dass das schwankungsanfällige Öl- und Gas-Geschäft eine Bewertungs-Bremse für die BASF-Aktie ist und das Papier deswegen mit einem Abschlag zur Konkurrent gehandelt wird.

Der Börsengang dürfte daher zu einer signifikanten Neubewertung der Aktie führen, noch ist es allerdings nicht soweit.

BASF und Letter One müssen erst noch die Buchprüfung durchführen und die endgültigen Transaktions-Vereinbarungen aushandeln.

Der endgültige Deal-Abschluss ist für die 2. Jahreshälfte 2018 vorgesehen. Wir bleiben für Sie am Ball.

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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