BASF bestätigt Fusions-Pläne von Wintershall und DEA

Der nächste Milliarden-Deal mit deutscher Beteiligung könnte bereits zeitnah bekannt gegeben werden:

Chemie-Riese BASF bestätigte am frühen Nachmittag Berichte, wonach die Deutschen mit der Ölgesellschaft DEA über eine Zusammenlegung der Öl- und Gas-Aktivitäten spricht.

Wie immer, ist noch nichts sicher, doch es heißt, dass die Gespräche bereits weit fortgeschritten seien, was i. d. R. bedeutet, dass die größten Stolpersteine bereits aus dem Weg geräumt wurden.

Wer ist Letter One?

Der angehende Partner der BASF-Tochter Wintershall, DEA, gehört zur Holding-Gesellschaft Letter One des russischen Oligarchen Mikhail Fridman.

Laut Forbes-Liste ist Fridman mit einem Privat-Vermögen von 14,2 Mrd. Dollar der zweitreichste Mann Russlands.

Letter One, erst 2013 mit 14 Mrd. Dollar unter der Leitung Fridmans gestartet, ist schwerpunktmäßig im Öl- und Gas-Geschäft engagiert.

Man investierte über die Tochtergesellschaft Letter One Technology im Frühjahr vergangenen Jahres allerdings auch 200 Mio. Dollar in den Fahrdienstleister Uber.

DEA kam 2014 in die Holding. Damals übernahm Letter One DEA vom Eigentümer RWE. Der Kaufpreis lag bei 7 Mrd. Dollar (5,1 Mrd. €).

Durch weitere Übernahmen wurde das Geschäft in der Nordsee weiter gestärkt.

BASF mit mehr Flexibilität für das Öl- und Gas-Geschäft

Kommt es zu einem Deal, gehen 2 der größten Öl- und Gas-Konzerne Deutschlands zusammen.

BASF teilte mit, dass man an dem Gemeinschafts-Unternehmen den größeren Anteil halten würde.

Der neue Konzern könnte laut Analysten mit mehr als 10 Mrd. € bewertet werden.

Ein Börsengang – und damit die Möglichkeit eines einfachen, schrittweisen Ausstiegs aus dem Geschäft – wird explizit als mittelfristige Option der neuen Gesellschaft genannt.

Wieviel DEA-Wintershall dann auf die Waage bringen wird, ist allerdings fraglich.

Letter One wird bei der jetzigen Transaktion vermutlich den damaligen Kaufpreis nicht ganz wiedersehen.

Denn kurz nach dem Deal ging der Ölpreis – wichtige Kalkulations-Basis für die Transaktion – deutlich in die Knie.

Heute vor 3 Jahren stand die Nordsee-Sorte Brent gut 20% höher.

Fällt jetzt die 100-€-Marke?

An der Börse kamen die Überlegungen über die Zusammenlegung der Aktivitäten gut an: BASF-Aktien verteuerten sich am Nachmittag in einem freundlichen Marktumfeld um 2,9% auf 95 €.

Investoren spekulieren, ob es diesmal mit einem Sprung über die 100-€-Marke klappt. Ein 1. Anlauf im Jahr 2015 endete bei 97,04 €.

Sollte in den kommenden Tagen ein Deal festgezurrt werden können, dann ist die Chance groß, dass die 100-€-Marke fällt.

Das schwankungsanfällige Öl- und Gas-Geschäft gilt als Bewertungs-Bremse für die BASF-Aktie, obwohl es lange Zeit ein gutes Gegengewicht bei Schwächen in anderen Bereichen war.

Doch mit zunehmender Elektromobilität und Ölpreisen weit von den Höchstständen entfernt, hat sich der Wind mittlerweile gedreht:

Anleger favorisieren eine klare Investitions-Story ohne zu viele Einflüsse, die beachtet werden müssen.


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24. November 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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