Basiswissen zum Thema Wasserstoff

Wasserstoff – shu petrmalinak

Wasserstoff ist dieser Tage wieder in aller Munde. Lesen Sie in diesem Artikel unter anderem, wie Wasserstoff gewonnen und eingesetzt wird. (Foto: petrmalinak / Shutterstock.com)

Heute möchte ich hier im Schlussgong auf einige Leserfragen eingehen: In den vergangenen Wochen und Monaten habe ich regelmäßig über das Thema Wasserstoff geschrieben. Kein Thema hat mehr Reaktionen seitens meiner Leser hervorgerufen als dieses.

Da mich zuletzt einige Fragen erreichten, die sich eher mit den Basics rund um Wasserstoff beschäftigen, habe ich mich dazu entschlossen, in meinem heutigen Beitrag noch mehr Grundlagenwissen zu vermitteln.

Nahezu unbegrenzt verfügbar

Wasserstoff ist sauber, sicher und nahezu unbegrenzt verfügbar. Tatsächlich ist es das häufigste chemische Element. Das bedeutet, dass sich Wasserstoff aufgrund seines derart reichen Vorkommens stets auch lokal gewinnen lässt.

Zudem fällt als Abfallprodukt lediglich Wasser an. Wasserstoffbetriebene Fahrzeuge emittieren kein CO2 und auch keine anderen schädlichen Gase wie flüchtige organische Verbindungen, Kohlenmonoxid und Stickoxide.

So wird Wasserstoff gewonnen

Es gibt verschiedene Methoden, um Wasserstoff zu gewinnen, wie z.B. die Dampfreformierung, doch der in Europa meist verbreitete Prozess, ist die Elektrolyse. Bei diesem Verfahren wird Strom durch Wasser geleitet, wodurch schließlich Wasserstoff als Gas freigesetzt wird.

Wird bei seiner Gewinnung Strom aus regenerativen Energiequellen eingesetzt, macht ihn das noch umweltfreundlicher (grüner Wasserstoff). Darüber hinaus lässt sich Wasserstoff vergleichsweise leicht speichern und transportieren. Er ist damit ein wichtiger Energieträger für die Zukunft.

Nutzung von Wasserstoff

Wasserstoff wird in der Praxis vornehmlich als Energieträger in Brennstoffzellen eingesetzt. Dabei wandeln Brennstoffzellen im Rahmen einer chemischen Reaktion die im Wasserstoff gebundene Energie unter Zusatz von Sauerstoff in elektrische Energie um. Vereinfacht gesagt, Brennstoffzellen produzieren Strom aus Wasserstoff und Sauerstoff.

Wasserstoff-Sauerstoff-Brennstoffzellen werden vor allem in der Gebäudeversorgung eingesetzt. So werden allein in Japan über 300.000 Gebäude mit Brennstoffzellenheizungen beheizt. In Deutschland gibt es zurzeit fast 6.000 solcher Brennstoffzellenheizungen.

Auch im Logistik-Sektor finden Wasserstoff-Brennstoffzellen eine stetig zunehmende Anzahl an Abnehmern. Sie werden dort vor allem zum Antrieb von Gabelstaplern und Hubwagen eingesetzt.

Da in geschlossenen Lager- und Fabrikhallen der Einsatz von luftverschmutzenden Verbrennungsmotoren verboten ist, sind wasserstoffbetriebene Gabelstapler dort, neben batterie- und gasbetriebenen Fahrzeugen, eine gute Alternative. Weltweit sind bereits ca. 20.000 wasserstoffbetriebene Gabelstapler im Einsatz. Die Tendenz ist steigend.

Einsatz von Wasserstoff in der Automobilbranche

Brennstoffzellen finden zunehmend auch im Bereich der Elektromobilität Anwendung. Dabei wird der in der Brennstoffzelle gewonnene Strom zum Antrieb eines Elektromotors genutzt. Insbesondere die japanischen Automobilbauer sind schon früh in die Produktion von Pkw mit Brennstoffzellenantrieb eingestiegen.

Wasserstoffbetriebene Fahrzeuge sind jedoch noch eine absolute Seltenheit. So gab es Ende 2018 weltweit nur gut 11.000 Autos und Kleinlastwagen sowie 150 Busse mit Brennstoffzellentechnik (die Zahlen für 2019 liegen noch nicht vor).

Da ich mittel- und langfristig großes Potenzial für Wasserstoff und die Brennstoffzellentechnologie sehe, finden sich in meinem Börsendienst Depot-Optimierer auch entsprechende Aktien-Empfehlungen.

Auch hier im Schlussgong bespreche ich von Zeit zu Zeit aussichtsreiche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Investments. Ich warne allerdings gleichzeitig vor überteuerten Wasserstoff-Aktien von Unternehmen, die bisher kaum Umsatz, dafür aber hohe Verluste aufweisen und nur von der Hoffnung auf bessere Zeiten leben. Nicht jedes Geschäftsmodell auf Wasserstoff-Basis ist aussichtsreich.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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